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Donnerstag, 15. Oktober 2026 Kontakt
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Ladehub St. Michael - Energie Steiermark eröffnet zehn Hypercharger mit 400 kW

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Energie Steiermark hat am 13. Oktober 2026 am Autobahnknoten St. Michael in Obersteiermark ihren bisher größten Ladehub eröffnet.
  • Zehn Hypercharger laden mit bis zu 400 kW. Bei der Ankündigung im Juli 2025 waren noch 300 kW und eine Inbetriebnahme im selben Jahr geplant.
  • Investiert wurden 4,3 Millionen Euro, ein wesentlicher Teil davon in die Verstärkung des Stromnetzes. Photovoltaik auf dem Dach und ein Batteriespeicher liefern einen Teil des Stroms.
  • Bis zu zehn weitere Ladepunkte, auch für E-Lkw, sind eingeplant. St. Michael gilt als Pilot für weitere Hubs in anderen Regionen.
  • Die Energie Steiermark betreibt rund 1.450 öffentliche Ladepunkte und will bis Ende 2027 auf über 2.000 kommen.

Zehn Ladepunkte mit je 400 kW: Das ist mehr Leistung, als viele Elektroautos heute aufnehmen können. Am Dienstag, 13. Oktober, hat die Energie Steiermark am Autobahnknoten St. Michael im Bezirk Leoben ihren bisher größten Ladehub in Betrieb genommen. Der Standort an der Kreuzung der wichtigsten Verkehrsachsen der Obersteiermark ist als Pilot gedacht: Funktioniert das Modell, sollen weitere Hubs in anderen Regionen des Landes folgen.

Ein Jahr später, aber mit mehr Leistung

Angekündigt hatte die Energie Steiermark den Ladehub im Juli 2025. Damals waren zehn Ladepunkte mit bis zu 300 kW geplant, Baubeginn im dritten Quartal, Inbetriebnahme noch 2025. Eröffnet wurde nun gut ein Jahr später, dafür mit 400 kW pro Ladepunkt. Die Investitionssumme blieb mit 4,3 Millionen Euro gleich.

Ein großer Teil des Geldes steckt nicht in den Ladesäulen, sondern im Netz. Zehn Schnelllader mit je 400 kW summieren sich auf bis zu vier Megawatt Anschlussleistung, wenn alle gleichzeitig mit voller Leistung laden. Dafür musste das lokale Stromnetz verstärkt werden. Eine Photovoltaikanlage auf den Dachflächen und ein Batteriespeicher decken einen Teil des Bedarfs vor Ort und puffern Lastspitzen.

Ladehub St. Michael Angekündigt Juli 2025 Eröffnet Oktober 2026
Ladepunkte 10 10, Erweiterung um 10 eingeplant
Leistung pro Ladepunkt bis 300 kW bis 400 kW
Investition 4,3 Mio. Euro 4,3 Mio. Euro
Inbetriebnahme 2025 geplant 13. Oktober 2026
E-Lkw in Prüfung mit der Erweiterung vorgesehen

Quellen: Energie Steiermark (Pressemitteilung 02.07.2025), ORF Steiermark (13.10.2026)

Lounge, Erlebnispfad und Dach

Der gesamte Ladebereich ist überdacht. Für die Wartezeit gibt es eine Lounge mit Snackautomaten, Sitzplätze im Freien, Sanitäranlagen und einen Spiel- und Erlebnispfad für Kinder und Erwachsene.

Bei der Eröffnung sprachen die Vorstände Martin Graf und Werner Ressi laut ORF Steiermark von einem „wichtigen Meilenstein im Ausbau unserer Ladeinfrastruktur“. Bürgermeisterin Nicole Sunitsch sieht in St. Michael einen „zukunftsweisenden Standort für Elektromobilität“. Die Gemeinde liegt dort, wo die Verkehrsströme aus dem Mürztal, dem Murtal und aus Richtung Graz zusammenkommen.

Wichtige Einschränkung:
Die 400 kW sind die Höchstleistung der Ladesäule, nicht die tatsächliche Ladeleistung. Wie schnell ein Auto lädt, bestimmt seine Batterie: Viele aktuelle Elektroautos nehmen deutlich weniger auf, und die Leistung sinkt mit steigendem Ladestand. Zu den Preisen pro Kilowattstunde hat die Energie Steiermark bei der Eröffnung keine Angaben gemacht.

Das Ladenetz der Energie Steiermark in Zahlen

St. Michael ist der größte Einzelstandort in einem Netz, das rasch wächst. Die Energie Steiermark betreibt rund 1.450 öffentliche Ladepunkte, darunter 216 Gleichstrom-Schnellladestationen und 176 High-Power-Ladepunkte mit mindestens 100 kW. 2025 wurden an ihren Säulen rund 265.000 Ladevorgänge mit insgesamt 6,93 Millionen Kilowattstunden gezählt, im Schnitt also rund 26 kWh pro Ladevorgang. Bis Ende 2027 sollen es über 2.000 öffentliche Ladepunkte werden, bis 2030 will das Unternehmen mehr als 40 Millionen Euro in den Ausbau stecken. Der Ladehub ist Teil der Investitionsoffensive der Energie Steiermark, die Vorstandschef Martin Graf vorantreibt.

E-Mobilität in der Steiermark Wert Stand
Öffentliche Ladepunkte gesamt (laut E-Control) 4.800 Mai 2026
Öffentliche Ladepunkte der Energie Steiermark rund 1.450 Oktober 2026
Zugelassene E-Autos 34.000 Mai 2026
Neuzulassungen reiner E-Pkw 4.837 (+36,2 %) 1. Halbjahr 2026
Anteil an allen Pkw-Neuzulassungen rund 20 % 1. Halbjahr 2026
Bezirk mit den meisten Ladepunkten Graz-Umgebung (692) Mai 2026
Bezirk mit den wenigsten Ladepunkten Voitsberg (148) Mai 2026

Quellen: ORF Steiermark (20.05.2026 und 13.10.2026), Spirit of Styria (Fahrzeugmarkt 1. Halbjahr 2026)

Rechnerisch teilen sich in der Steiermark damit rund sieben Elektroautos einen öffentlichen Ladepunkt. Die EU nennt zehn als Richtwert. Bei den Neuzulassungen legt der Markt deutlich zu: Laut Spirit of Styria kamen im ersten Halbjahr 2026 in der Steiermark 4.837 neue reine E-Pkw auf die Straße, ein Plus von 36,2 Prozent.

Wettbewerb an der Schnellstraße

Die Energie Steiermark ist nicht der einzige Anbieter, der auf große Schnellladeparks setzt. Laut ORF Steiermark betreibt der Ladeanbieter Mer in Spital am Semmering einen „Hypercharger 1000“, an dem laut Geschäftsführer Anton Achatz in fünf Minuten Strom für bis zu 100 Kilometer Reichweite fließt. Die Standorte an den Hauptachsen werden damit zum Feld, auf dem sich Energieversorger und spezialisierte Ladefirmen um die Langstreckenfahrer bemühen.

Gut zu wissen:
Die Erweiterung in St. Michael um bis zu zehn weitere Ladepunkte soll ausdrücklich auch E-Lkw bedienen. Für den Schwerverkehr braucht es Ladeplätze, die ein Sattelzug ohne Rangieren anfahren kann, und deutlich höhere Leistungen. Für den Logistikstandort Steiermark ist das der nächste Engpass nach dem Pkw-Netz.
Ausblick: St. Michael ist der Pilot für weitere Ladehubs in anderen steirischen Regionen, Standorte hat die Energie Steiermark noch nicht genannt. Mit dem Ziel von über 2.000 Ladepunkten bis Ende 2027 müssen in gut einem Jahr mindestens 550 dazukommen. Ob die zweite Ausbaustufe für E-Lkw in St. Michael tatsächlich gebaut wird, hängt von der Nachfrage im Schwerverkehr ab.

Quellen