Die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) startet das Jahr 2026 mit einem Förderbudget von rund 100 Millionen Euro. 13 aktive Förderkampagnen laufen parallel - von Mikro-Investitionszuschüssen für junge Betriebe bis zu F&E-Zusatzfinanzierungen für Großunternehmen. Wer steirisches KMU ist, findet in diesem Katalog fast immer einen passenden Topf.
- Die SFG betreut 2026 insgesamt 13 aktive Förderkampagnen für steirische KMU
- Start!Klar fördert junge KMU bis 5 Jahre mit bis zu 37.500 € pro Antrag - Start!Klar plus bis zu 100.000 € für Startups vor der ersten Finanzierungsrunde
- Steiermark!Bonus erhöht FFG-Darlehen für KMU um 20 Prozent, Großunternehmen erhalten 5 Prozent Zuschuss
- Energie!Gewinn (5,5 Mio. € Gesamtbudget) fördert Eigenstrom-Speicher für Produktions-, Dienstleistungs- und Handelsbetriebe
- Welt!Markt übernimmt bis 60 Prozent der Kosten bei Messeauftritten, Markterschließung und internationalen Wettbewerben
- Einreichung zentral über das SFG-Online-Portal, Erstberatung bei den Regional Business Developern
100 Millionen Euro Fördervolumen 2026
Die Wirtschaftsförderung des Landes Steiermark eröffnete das Förderjahr 2026 mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro. Die Mittel verteilen sich auf die SFG-Kampagnen, Zusatzmittel aus dem Landesbudget für Sonderschwerpunkte (etwa Energie und Digitalisierung) sowie Anreize für Betriebsansiedlungen. Im Vergleich zum Vorjahr wurde das Budget vor allem im Bereich Dekarbonisierung und Energieautarkie aufgestockt.
Die SFG versteht sich als zentrale Anlaufstelle: Unternehmen müssen nicht die einzelnen Töpfe selbst sortieren, sondern werden über Regional Business Developer durch den Antragsprozess geführt. Gleichzeitig ist das Online-Portal 24/7 verfügbar, Anträge laufen vollständig digital.
Die wichtigsten Programme im Detail
Start!Klar und Start!Klar plus - Startups und junge KMU
Start!Klar richtet sich an innovative Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe, deren Gewerbeanmeldung oder Gründung maximal fünf Jahre zurückliegt. Pro Antrag sind bis zu 37.500 Euro Zuschuss möglich, förderbar sind Investitionen in Maschinen, Equipment und Beratungsleistungen. Die Mittel müssen innerhalb von 18 Monaten umgesetzt werden.
Start!Klar plus zielt auf Startups in der Phase vor der ersten Finanzierungsrunde: Förderbar sind bis zu 80 Prozent der Projektkosten, maximal 100.000 Euro. Typische Inhalte sind Prototypenentwicklung, Marktvalidierung und erste Teambildung. Der Nachweis eines Geschäftsmodells mit Skalierungsperspektive ist Pflicht.
Ideen!Reich - Produkt- und Technologieinnovation
Ideen!Reich unterstützt die Entwicklung neuer Produkte, Technologien und Dienstleistungen mit Fokus auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Die maximale Förderhöhe liegt bei 75.000 Euro pro Projekt. Antragsberechtigt sind KMU mit Betriebsstätte in der Steiermark. Abgedeckt werden Personalkosten, externe Dienstleistungen, Materialkosten und notwendige Investitionen für den Innovationsprozess.
Steiermark!Bonus - die FFG-Aufstockung
Der Steiermark!Bonus ist keine eigenständige Förderung, sondern eine regionale Zusatzfinanzierung für Projekte im FFG-Basisprogramm. Wer eine Zusage der FFG hat, bekommt automatisch den Bonus obendrauf - steirische Unternehmen reichen ihr Projekt im eCall der FFG ein und beantragen damit zugleich den SFG-Bonus.
Für KMU bis 249 Beschäftigte wird das FFG-Darlehen um 20 Prozent erhöht, ohne thematische Einschränkung. Großunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten erhalten 5 Prozent Zuschuss, hier gelten allerdings Themeneinschränkungen: Die Projekte müssen auf digitale, nachhaltige oder Wertschöpfungs-Transformation abzielen. Abwicklung, Vertrag und Auszahlung erfolgen über die FFG.
Energie!Gewinn - Eigenstrom-Speicher für Betriebe
Für das Programm Energie!Gewinn stellt die SFG 2026 insgesamt 5,5 Millionen Euro bereit, Ausschreibungsstart war Februar. Antragsberechtigt sind Produktions-, Dienstleistungs- und Handelsbetriebe aller Größen, mit klarem Schwerpunkt auf KMU-Projekten. Gefördert werden Speichersysteme für selbst erzeugten Strom - typischerweise Batteriesysteme in Kombination mit bestehenden oder neuen Photovoltaikanlagen. Die Förderquote bewegt sich je nach Betriebsgröße zwischen 20 und 35 Prozent.
Welt!Markt - Internationalisierung
Welt!Markt übernimmt bis zu 60 Prozent der Kosten für Messeauftritte, internationale Wettbewerbe und Markterschließungsaktivitäten. Förderfähig sind Standmiete, Messedesign, Übersetzungen, Reisekosten und Beratung durch externe Dienstleister. Maximaler Zuschuss: 25.000 Euro pro Projekt. Voraussetzung ist ein Export- oder Internationalisierungsplan mit klarem Zielmarkt.
Lebens!Nah - Investitionen für Mikrobetriebe
Mikrobetriebe und Startups mit lokalem Fokus erhalten über Lebens!Nah zwischen 20 und 30 Prozent Förderung auf Investitionen in Geschäftsausstattung, Digitalisierung und Adaptierungen der Geschäftsfläche. Typische Nutzer: Handwerksbetriebe, kleine Gastronomiebetriebe, Nahversorger. Pro Antrag sind bis zu 15.000 Euro möglich.
Programmüberblick im Vergleich
| Programm | Zielgruppe | Max. Förderung | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Start!Klar | KMU bis 5 Jahre | 37.500 € | Investitionen, Beratung |
| Start!Klar plus | Startups vor 1. Runde | 100.000 € | Validierung, Prototyp |
| Ideen!Reich | KMU gesamt | 75.000 € | Produktinnovation |
| Steiermark!Bonus | FFG-Zusage nötig | +20 % auf FFG | F&E-Projekte |
| Energie!Gewinn | Alle Branchen | 5,5 Mio. Budget | Energiespeicher |
| Welt!Markt | Exporteure | 25.000 € | Internationalisierung |
| Lebens!Nah | Mikrobetriebe | 15.000 € | Geschäftsausstattung |
Einreichprozess und Erstkontakt
Die meisten SFG-Förderungen laufen nicht mit fixen Calls, sondern als laufende Einreichungen (First-come-first-served bis Budgetausschöpfung). Empfohlen wird immer ein Erstgespräch mit einem Regional Business Developer bereits in der Projektplanungsphase. Die SFG hat ihr Beraternetz 2024 um zusätzliche regionale Büros erweitert und deckt damit alle sieben steirischen Regionen ab.
Formal nötig sind: Businessplan bzw. Projektbeschreibung, Kostenaufstellung, Jahresabschluss (bei bestehenden Unternehmen), Firmenbuchauszug, UID-Nummer. Die Antragsprüfung dauert durchschnittlich sechs bis zwölf Wochen, bei komplexen Projekten auch länger.
Die SFG prüft Anträge schneller, wenn der Businessplan bereits validiert und der Kostenrahmen realistisch kalkuliert ist. Viele Rückfragen entstehen, weil Angebote fehlen oder Meilensteine zu vage beschrieben sind. Ein Pre-Screening durch den zuständigen Business Developer kostet nichts - spart aber oft Wochen im späteren Prozess.
Kombination mit anderen Fördergebern
SFG-Mittel lassen sich in der Regel mit Förderungen von AWS und FFG kombinieren, solange die EU-beihilferechtlichen Höchstgrenzen eingehalten werden. Typische Kombinationen sind: aws Preseed + Start!Klar plus für Startups, FFG-Basisprogramm + Steiermark!Bonus für F&E-Vorhaben, Investitionsfreibetrag steuerlich + SFG-Zuschuss für Investitionen. Wichtig ist die richtige Reihenfolge der Anträge - manche Förderungen setzen voraus, dass andere bereits zugesagt sind.
Gerade für internationale Projekte gilt: Die SFG bietet zusätzlich zu Welt!Markt über den Förderkompass Austria Beratung für Horizon-Europe-Anträge. Wer einen EIC-Accelerator anstrebt, kann vorab SFG-Mittel für das Preparation Work nutzen.
Förderanträge müssen immer VOR Projektbeginn eingereicht werden. Investitionen, die bereits getätigt oder bestellt sind, gelten als nicht förderfähig. Ausnahme: Geringfügige Planungskosten vor Antrag sind in manchen Programmen zulässig - das muss aber individuell geklärt werden.
Diese Informationen ersetzen keine professionelle Beratung. Aktuelle Fördersätze, Einreichfristen und Bedingungen bitte direkt bei der Förderstelle oder beim Fördermittelberater prüfen.