- Graz ist seit 2008 die GenussHauptstadt Österreichs mit 37 zertifizierten Partnerbetrieben
- Seit 2025 vergibt der Guide Michelin erstmals Sterne in der Steiermark – zwei Grazer Köche wurden ausgezeichnet
- Die WKO Steiermark vertritt über 6.000 Gastronomiebetriebe mit mehr als 14.000 Beschäftigten
- Graz hat die höchste Dichte an Produzentenmärkten in Österreich
- Sharing-Formate, pflanzliche Küche und KI-gestützte Tools sind die bestimmenden Gastro-Trends 2026
- Die älteste Haubenköchin der Welt – Thi Ba Nguyen, 83 Jahre – kocht in Graz
Über 6.000 Gastronomiebetriebe in der Steiermark beschäftigen mehr als 14.000 Menschen – Graz als GenussHauptstadt Österreichs ist das kulinarische Zentrum dieser Branche. Seit der Ernennung zur GenussHauptstadt im Jahr 2008 hat sich die steirische Landeshauptstadt als internationales kulinarisches Aushängeschild etabliert. 37 zertifizierte GenussHauptstadt-Partnerbetriebe garantieren höchste Qualität und Herkunftstransparenz – alle sind seit 2021 AMA-zertifiziert.
Michelin-Sterne für die Steiermark
Ein Meilenstein für die steirische Gastronomie war die Erweiterung des Guide Michelin auf die Steiermark im Jahr 2025. Zwei Köche aus der Erlebnisregion Graz wurden mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet: Florian Wörgötter vom Restaurant Wörgötter – Fine Dining in Ligist und Philipp Dyczek vom Restaurant Artis in Graz. Zusätzlich erhielten das Restaurant Wörgötter und der Mohrenwirt in Graz die begehrte Bib-Gourmand-Auszeichnung für hervorragende Küche zu fairen Preisen.
Auch im Gault & Millau ist die Grazer Gastronomie stark vertreten. Besondere Aufmerksamkeit erregte das Restaurant Vina, das bei den International Property Awards 2025 als schönstes Restaurant der Welt ausgezeichnet wurde. Hier kocht Thi Ba Nguyen, mit 83 Jahren die älteste Haubenköchin der Welt, vietnamesische Küche auf höchstem Niveau.
| Gastro-Trend 2026 | Beschreibung | Relevanz für Graz |
|---|---|---|
| Sharing-Formate | Mehrere kleine Gerichte statt eines großen Hauptgangs | Hoch – passt zum geselligen steirischen Wirtshaus-Charakter |
| Pflanzliche Küche | Eigenständige vegetarische und vegane Gerichte | Hoch – Speis am Lendhafen als Vorreiter |
| Qualität vor Quantität | Kleinere Speisekarten mit mehr Kreativität | Hoch – passt zur regionalen Qualitätsphilosophie |
| KI und Digitalisierung | Smarte Tools für Speisekarten, Prognosen, Bestellprozesse | Mittel – vor allem in modernen Betrieben |
| Erlebnisgastronomie | Restaurant als sozialer Treffpunkt und Erlebnis | Hoch – Trüffelfestival, Food Festival, Bühnen-Gourmet |
| Alkoholfrei und Low-ABV | Steigende Nachfrage nach alkoholfreien Alternativen | Wachsend – vor allem bei jüngerer Zielgruppe |
Was die Grazer Gastro-Szene besonders macht
Graz profitiert von einer einzigartigen Kombination: Als UNESCO-Weltkulturerbe und City of Design verbindet die Stadt Tradition mit Innovation. Die höchste Dichte an Produzentenmärkten in Österreich sorgt dafür, dass frische, regionale Zutaten direkt aus den umliegenden GenussRegionen auf den Teller kommen. Das milde Klima lässt Obst, Gemüse, Wein und vieles mehr bestens gedeihen. Zu den neuesten Entdeckungen gehört die Burgundertrüffel aus dem Grazer Leechwald, der seit 2025 mit einem internationalen Trüffelfestival gefeiert wird.
Die rund 60.000 Studierenden der Stadt bereichern die Gastroszene mit ihren Geschmäckern und sorgen für eine lebendige Café- und Bar-Kultur. Das Lendviertel hat sich zum hipsten Stadtteil entwickelt, in dem sich innovative Lokale neben traditionellen Wirtshäusern etabliert haben.
Das Kulinarikbuch Graz 2026 bietet zwölf kuratierte Gutscheine für 1+1-Erlebnisse in der Grazer Spitzengastronomie. Wer die GenussHauptstadt intensiv erleben möchte, kann die Aktion „3 Nächte bleiben, 2 Nächte zahlen“ von Graz Tourismus nutzen. Informationen unter graztourismus.at.
Trends 2026 in der Praxis
Die Gastronomie-Trends für 2026 zeigen einen klaren Wandel: Gäste gehen seltener aus, erwarten dafür aber bessere Erlebnisse. Laut dem globalen Bericht 2026 von TheFork legen Gäste neben gutem Essen zunehmend Wert auf Atmosphäre, Bedeutung und Emotionen. Besuche in Gruppen ab sechs Personen stiegen um sieben Prozent, 76 Prozent der befragten Gäste gaben an, dass Restaurants Menschen zusammenbringen und Verbindungen stärken.
Für die Grazer Gastro-Szene bieten sich hier besondere Chancen: Family-Style-Konzepte und Sharing-Plates passen hervorragend zur steirischen Wirtshauskultur. Die Nachfrage nach pflanzlichen Gerichten steigt auch in Graz – Lokale wie die Speis am Lendhafen zeigen mit Neuinterpretationen österreichischer Klassiker wie dem Austernpilzschnitzel und steirischen Ramen, dass vegetarische Küche weit mehr ist als ein Ersatzangebot.
Graz ist seit 2008 GenussHauptstadt Österreichs und seit 2011 UNESCO City of Design. Diese doppelte Auszeichnung macht die Stadt einzigartig in Österreich und lockt jährlich zahlreiche kulinarisch interessierte Touristen an. Kulinarische Rundgänge, Verkostungen, das Trüffelfestival, das Food Festival Graz und Kinderkochkurse ergänzen das gastronomische Angebot.
Herausforderungen für die Branche
Trotz der positiven Entwicklung steht die steirische Gastronomie vor Herausforderungen. Der Fachkräftemangel bleibt das drängendste Problem. Flexible Arbeitszeitmodelle wie die Vier-Tage-Woche und gezieltes Employer Branding gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig steigen die Kosten für Lebensmittel und Energie, was viele Betriebe zu höheren Menüpreisen zwingt. Gäste akzeptieren dies zunehmend, erwarten dafür aber klarere Herkunftsangaben, hochwertigere Zutaten und bewusst zusammengestellte Gerichte.
Die Digitalisierung bietet Lösungsansätze: KI-gestützte Tools können bei der Speisekartenoptimierung, Preiskalkulation und Personalplanung unterstützen. Auch Social Media verändert die Branche grundlegend – für 44 Prozent der Gäste spielt die Social-Media-Tauglichkeit eines Restaurants bei der Wahl eine Rolle.
Die gestiegenen Lebensmittel- und Energiekosten setzen vor allem kleinere Gastronomiebetriebe unter Druck. Die Fachgruppe Gastronomie der WKO Steiermark bietet Beratung und Unterstützung für Betriebe, die sich neu aufstellen wollen.