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Sonntag, 4. Oktober 2026 Kontakt
Startups

Coinfinity - Raimund Ortner folgt Gründer Max Tertinegg in der Geschäftsführung

Das Wichtigste in Kürze
  • Raimund Ortner wird Co-Geschäftsführer des Grazer Bitcoin-Brokers Coinfinity und bildet mit Stefan Grill die neue Doppelspitze.
  • Gründer Max Tertinegg, seit 2017 als Geschäftsführer eingetragen, zieht sich aus der Geschäftsführung zurück und kümmert sich im Unternehmen künftig um Künstliche Intelligenz.
  • Ortner ist seit 2023 bei Coinfinity und hat als „Head of Business & Wealth“ das Geschäft mit Firmenkunden und vermögenden Privatpersonen aufgebaut.
  • Coinfinity wurde 2014 gegründet und hält seit 19. Dezember 2025 eine Zulassung der Finanzmarktaufsicht nach der EU-Kryptoverordnung MiCAR.
  • Die Zulassung umfasst Verwahrung, Tausch, Beratung und Transfer von Krypto-Assets und öffnet den Zugang zum gesamten EU-Markt.

Zwölf Jahre nach der Gründung gibt Max Tertinegg die Geschäftsführung von Coinfinity ab. Der Mann, der 2014 in Graz einen der ersten Bitcoin-Händler des deutschsprachigen Raums aufgebaut hat, bleibt im Unternehmen, aber nicht mehr an dessen Spitze. Seinen Platz neben Stefan Grill nimmt Raimund Ortner ein.

Die neue Aufgabenteilung

Bekannt wurde der Wechsel am 1. Oktober 2026. Ortner vertritt das Unternehmen künftig nach außen und verantwortet den Kundenbereich, Grill führt den Betrieb im Inneren. Tertinegg soll „künftig das Thema Künstliche Intelligenz vorantreiben“.

PersonFunktion ab Oktober 2026Im Unternehmen
Raimund OrtnerCo-Geschäftsführer, Außenvertretung und Kundenbereichseit 2023, zuvor Head of Business & Wealth
Stefan GrillCo-Geschäftsführer, interner BetriebGeschäftsführer seit Juli 2023
Max Tertineggoperativ tätig, Schwerpunkt Künstliche IntelligenzGründer, Geschäftsführer seit Jänner 2017

Tertinegg kommentierte die Übergabe so: „Er ist Bitcoiner, kennt unsere Kundinnen und Kunden und lebt unsere Werte.“ Ortner selbst kündigte an, „Bitcoin seinen berechtigten Platz in der breiten Anlegerschaft“ verschaffen zu wollen.

Firmenkunden als Wachstumsfeld

Die Personalie zeigt, wohin sich das Geschäft verschiebt. Ortner hat in den vergangenen drei Jahren jenes Segment aufgebaut, das Coinfinity nun ausbauen will: Unternehmen und vermögende Privatpersonen. Unter Coinfinity Business bietet der Broker Firmen an, einen Teil ihrer Reserven in Bitcoin zu halten, und begleitet sie vom Onboarding bis zur Verwahrung. Daneben bleibt das Privatkundengeschäft mit App, Sparplänen, integrierter Wallet und dem Kauf über das Lightning-Netzwerk.

Risikohinweis:
Bitcoin schwankt stark im Kurs und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Es gibt weder Einlagensicherung noch Anlegerentschädigung. Das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen, die Rücklagen in Bitcoin umschichten.

Die Lizenz als Voraussetzung

Möglich wird die Expansion durch die Zulassung als Krypto-Dienstleister. Die Finanzmarktaufsicht hat sie mit Bescheid vom 19. Dezember 2025 erteilt, nach Artikel 63 der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte. Coinfinity darf damit Krypto-Assets verwahren und verwalten, gegen Geld oder andere Krypto-Assets tauschen, dazu beraten und Transfers durchführen - und diese Dienste in der gesamten EU anbieten. Tertinegg sprach damals von „enormem Aufwand“ über viele Monate.

Gut zu wissen:
Neben Coinfinity hatten laut Trending Topics bis Ende 2025 in Österreich unter anderem Bitpanda, 21bitcoin, CryptoNow und die Salzburger Online-Bank Dadat eine MiCAR-Zulassung erhalten. In der Steiermark zählt Coinfinity zu den bekanntesten Unternehmen der Grazer Fintech-Szene, die sich fast durchwegs auf Krypto-Infrastruktur spezialisiert hat.
Ausblick: Mit einem Geschäftsführer aus dem Firmenkundengeschäft und der EU-weiten Zulassung richtet sich Coinfinity auf Wachstum außerhalb Österreichs und abseits des reinen Privatkundengeschäfts aus. Umsatz- und Kundenzahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht; ob die Strategie aufgeht, wird sich daher zunächst an neuen Märkten und Produkten ablesen lassen.

Quellen