Mit Stichtag 31. Jänner 2026 waren in der Steiermark 49.396 Personen arbeitslos gemeldet – um 1.871 Menschen oder 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der offenen Stellen um über 10 Prozent. Das AMS Steiermark reagiert mit der neuen „Aktion 55+“, einem gezielten Programm für ältere Arbeitssuchende. Die Opposition spricht von Untätigkeit der Landesregierung.
- 49.396 Arbeitslose in der Steiermark (Jänner 2026) – Plus 3,9% zum Vorjahr
- Inklusive Schulungsteilnehmer: 57.962 beim AMS vorgemerkt
- Vorläufige Arbeitslosenquote: 8,5 Prozent
- Offene Stellen: 9.401 – ein Minus von 10,2% oder 1.063 Stellen
- Graz besonders betroffen: +7,1% Arbeitslosigkeit, 23.348 Betroffene
- AMS startet „Aktion 55+“ mit 50 Mio. Euro Bundesbudget
Die Zahlen im Detail
Der Jänner bringt traditionell den saisonalen Höchststand der Arbeitslosigkeit – Bauwirtschaft und Tourismus fahren zurück. Doch die aktuellen Zahlen gehen über den saisonalen Effekt hinaus. Die vorläufige Arbeitslosenquote liegt bei 8,5 Prozent. Rechnet man die 8.566 Personen in AMS-Schulungen dazu, sind insgesamt 57.962 Menschen beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt.
| Region/Kennzahl | Jänner 2026 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Steiermark gesamt | 49.396 Arbeitslose | +3,9% |
| Graz (Zentralraum) | 23.348 Arbeitslose | +7,1% |
| Deutschlandsberg | 2.258 Arbeitslose | +8,9% (Steiermark-Höchstwert) |
| Leoben | 1.640 Arbeitslose | +0,2% (stabil) |
| Südoststeiermark | 3.050 Arbeitslose | -1,7% (rückläufig) |
| Offene Stellen gesamt | 9.401 | -10,2% |
Regionale Unterschiede
Das Bild ist regional sehr unterschiedlich. Während Graz mit einem Plus von 7,1 Prozent und 23.348 arbeitslosen Menschen den stärksten Zuwachs verzeichnet, bleibt der Bezirk Leoben mit nur +0,2 Prozent nahezu stabil. Die Südoststeiermark meldet sogar den vierten Monat in Folge sinkende Arbeitslosigkeit (-1,7 Prozent). Den höchsten prozentualen Anstieg hat Deutschlandsberg mit +8,9 Prozent. Dort sind besonders das Bauwesen (+13,4 Prozent) und der Handel (+10,3 Prozent) betroffen.
Jürgen Schrei, Leiter Service für Arbeitskräfte im AMS Steiermark, betont das gemischte Bild: Während im Automotive-Sektor und im Handel die Arbeitslosigkeit ansteige, gebe es in anderen Bereichen positive Signale. „Besonders im Segment der Personalleasingfirmen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder deutlich gestiegen.“
Seit 1. Jänner 2026 ist eine geringfügige Beschäftigung neben dem Arbeitslosengeldbezug größtenteils nicht mehr möglich. Das AMS erwartet, dass arbeitslose Menschen dadurch schneller in reguläre Beschäftigung zurückkehren. In Branchen wie Reinigung, Gastronomie und Handel, die stark mit geringfügig Beschäftigten gearbeitet haben, könnte die Neuregelung aber kurzfristig zusätzliche Probleme verursachen.
Aktion 55+ gegen Altersarbeitslosigkeit
Das AMS Steiermark setzt 2026 einen klaren Schwerpunkt auf ältere Arbeitslose. Fast jede zweite langzeitarbeitslose Person in der Steiermark ist über 55 Jahre alt. Mit der „Aktion 55+“ sollen Menschen ab 55 Jahren gezielt beim Wiedereinstieg unterstützt werden. Bundesweit stehen dafür 50 Millionen Euro aus dem AMS-Förderbudget bereit, damit sollen 3.000 bis 6.000 kollektivvertraglich entlohnte Arbeitsplätze geschaffen werden.
Politische Reaktionen
Die NEOS Steiermark sehen die Entwicklung mit Sorge – und kritisieren die Streichung des Projekts „Senior Quality“ durch die FPÖ-ÖVP-Landesregierung. „Wer bei Chancen spart, zahlt am Ende mit mehr Arbeitslosigkeit“, warnt NEOS-Gesundheitssprecherin Bettina Schoeller. SPÖ-Landesparteichef Max Lercher macht die Landesregierung mitverantwortlich: „Untätigkeit und Ausflüchte bringen keine Trendumkehr.“ Die SPÖ Graz fordert ein eigenes befristetes Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm für Menschen ab 55 in Zusammenarbeit mit stadtnahen Betrieben.