- Das Impulszentrum für Rohstoffe (IZR) steht mitten auf dem Campus der Montanuniversität Leoben und ist seit 2010 in Betrieb.
- Errichtet wurde es am Standort des früheren Rathauses, der Spatenstich erfolgte im Februar 2010, die Investition lag bei 5,5 Millionen Euro.
- Das siebengeschoßige Haus umfasst 3.358 Quadratmeter Gesamtfläche, davon 2.439 Quadratmeter vermietbar.
- Untergebracht sind drei Lehrstühle der Montanuniversität: Aufbereitung, Bergbaukunde und Subsurface Engineering.
- Die Ausstattung ist ungewöhnlich schwer: Gesteinssägen, Pressen und Belastungsprüfstände, dazu Beton-, Klima-, Wetter- und Chemielabors.
- Adresse ist die Roseggerstraße 11a in 8700 Leoben.
Ein Gebäude, dessen Statik auf Gesteinssägen und Belastungsprüfstände ausgelegt sein muss, plant man anders als ein Bürohaus. Das Impulszentrum für Rohstoffe in Leoben, kurz IZR, ist genau dafür gebaut: Auf sieben Geschoßen stehen dort Geräte, die tonnenschwere Proben zerteilen und Materialien bis zum Versagen belasten, dazu Beton-, Klima-, Wetter- und Chemielabors.
Gebaut auf dem Grund des alten Rathauses
Der Spatenstich erfolgte im Februar 2010, errichtet wurde das Haus in der Leobener Innenstadt am Standort des früheren Rathauses. Die Investition betrug 5,5 Millionen Euro. Beteiligt waren die Montanuniversität Leoben, die SFG, deren damalige Tochtergesellschaft Innofinanz sowie internationale Unternehmen aus der Rohstoffbranche.
Der damalige Rektor der Montanuniversität, Wolfhard Wegscheider, ordnete das Vorhaben mit dem Hinweis ein, Rohstoffe und Energie seien die zentralen Zukunftsthemen. Diese Einschätzung hat sich in den Jahren seither eher bestätigt: Fragen der Rohstoffversorgung, des Recyclings und der Abhängigkeit von Importen stehen heute weiter oben auf der wirtschaftspolitischen Tagesordnung als 2010.
Drei Lehrstühle unter einem Dach
Was das IZR von einem klassischen Gewerbepark unterscheidet, ist seine Besetzung. Im Haus arbeiten drei Lehrstühle der Montanuniversität, die gemeinsam die Kette von der Lagerstätte bis zum aufbereiteten Rohstoff abdecken.
| Lehrstuhl | Arbeitsgebiet |
|---|---|
| Aufbereitung | Rohstoffanalytik und Trennverfahren |
| Bergbaukunde | Optimierung der Gewinnung und Grubensicherheit |
| Subsurface Engineering | Geomechanik und Tunnelbau |
Für Unternehmen, die sich einmieten, ist diese Nachbarschaft der eigentliche Grund für den Standort. Ein Betrieb, der ein Trennverfahren erproben oder ein Material auf seine geomechanischen Eigenschaften prüfen lassen will, findet Ansprechpartner und Geräte im selben Haus. Der Tunnelbau-Schwerpunkt ist dabei kein akademisches Randthema: Österreich hat mit dem Semmering-Basistunnel und der Koralmbahn zwei Großprojekte im Untergrund abgewickelt, an denen steirisches Fachwissen beteiligt war.
Von den 3.358 Quadratmetern Gesamtfläche sind 2.439 Quadratmeter vermietbar. Der Rest entfällt auf Erschließung und Technik, was bei einem Haus mit schweren Geräten und entsprechenden Anforderungen an Lastenaufzüge und Medienversorgung überdurchschnittlich ausfällt.
Ein Standort, zwei Zentren
Das IZR ist nicht allein: Nur wenige Schritte entfernt steht in der Roseggerstraße 12 das Impulszentrum für Werkstoffe, das 2006 eröffnet wurde und mit 9.915 Quadratmetern deutlich größer ausfällt. Die beiden Häuser teilen sich die Aufgabe, zwischen Wissenschaft und Industrie zu vermitteln, decken aber unterschiedliche Abschnitte ab: Rohstoffe auf der einen, Werkstoffe und Nanotechnologie auf der anderen Seite.
Gemeinsam mit dem Impulszentrum Niklasdorf bildet Leoben damit einen Schwerpunkt im Netz der steirischen Impulszentren, der die industrielle Tradition der Region aufgreift. Welche Betriebe diese Struktur trägt, zeigt der Beitrag zur Stahl- und Metallindustrie in der Mur-Mürz-Furche.