- Die steirischen Impulszentren sind Technologie- und Gründerparks, die Betrieben Büros, Werkstätten, Hallen und Labors samt gemeinsamer Infrastruktur bereitstellen.
- 13 Standorte werden von der SFG betrieben oder mit ihrer Beteiligung geführt, weitere sieben Zentren arbeiten ohne SFG-Beteiligung.
- Nach Angaben der SFG sind in dem Netz über 200 Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten angesiedelt.
- Jeder Standort hat einen fachlichen Schwerpunkt, der zur Wirtschaft seiner Region passt: Werkstoffe in Leoben und Niklasdorf, Lebensmitteltechnologie in Auersbach und Lebring, Holz in Zeltweg, Life Sciences in Graz.
- Damit sind die Zentren eines der wenigen Instrumente der Wirtschaftsförderung, die außerhalb des Grazer Zentralraums physisch sichtbar sind.
Wer in der Steiermark ein technologieorientiertes Unternehmen gründet, braucht selten nur einen Schreibtisch. Es fehlt an einer Halle für den Prototypenbau, an einem Labor, an einer Werkstatt und meistens am Geld, all das selbst zu errichten. Genau diese Lücke füllen die steirischen Impulszentren: 13 Standorte im Eigentum oder mit Beteiligung der Steirischen Wirtschaftsförderung SFG, dazu sieben weitere Zentren ohne SFG-Beteiligung. Die Aufstellung der SFG führt sie samt Schwerpunkten. Angesiedelt sind dort nach Angaben der Förderungsgesellschaft über 200 Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten.
Ein Standort, ein Schwerpunkt
Die Zentren sind keine beliebig belegbaren Gewerbeparks. Jeder Standort trägt eine fachliche Ausrichtung, die an die Stärken seiner Region anschließt. In Leoben, wo die Montanuniversität sitzt, stehen Rohstoffe und Werkstoffe im Mittelpunkt; im Süden und Osten, wo Landwirtschaft und Verarbeitung stark sind, geht es um Lebensmitteltechnologie; in Zeltweg um Holz.
| Standort | Schwerpunkt |
|---|---|
| Impulszentrum für Rohstoffe Leoben (IZR) | Rohstoffforschung, Labors und Technikflächen im Umfeld der Montanuniversität |
| Impulszentrum für Werkstoffe Leoben (IZW) | Werkstoffe und Nanotechnologie |
| Impulszentrum Niklasdorf | Werkstoffe und Oberflächentechnologie |
| Impulszentrum Grambach | Hightech-Betriebe, zuletzt 31 Firmen mit rund 180 Beschäftigten |
| Smart Business Center Graz | urbane Innovation und Datenanalyse |
| ZWT und ZWT Accelerator Graz | Zentrum für Wissens- und Technologietransfer, Medizin und Life Sciences |
| Impulszentrum Lebring | Lebensmitteltechnologie und Automatisierung |
| Impulszentrum Auersbach | Lebensmitteltechnologie |
| Impulszentrum Fehring | Bau- und Umwelttechnik |
| Impulszentrum Zeltweg | Holzwirtschaft |
| Impulszentrum Liezen | branchenoffener Wirtschaftspark, in Betrieb seit 1996 |
| Impulszentrum Radkersburg | Standort mit Ausrichtung nach Südosteuropa |
Was die Betriebe dort bekommen
Das Angebot besteht aus modernen Büros, Werkstätten, Hallen und Labors sowie gemeinsam genutzten Flächen. Der eigentliche Zweck liegt aber nicht in der Miete, sondern in der Nachbarschaft: Wer Betriebe mit verwandten Schwerpunkten an einem Ort versammelt, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Kooperationen, gemeinsamen Projekten und dem Wechsel von Fachkräften zwischen den Häusern.
SFG-Projektleiter Thomas Mrak beschreibt den Ansatz so, dass die Zentren die Ansiedlung von Gründerinnen und Gründern sowie von Unternehmen mit ähnlich gelagerten Schwerpunkten forcieren. Was die Mieter verbinde, sei „der Wille zum Unternehmertum und der Wunsch, etwas Neues zu schaffen".
Die Nähe zu Forschungseinrichtungen ist bei mehreren Standorten der eigentliche Hebel. In Leoben und Niklasdorf ist es die Montanuniversität, in Graz beim ZWT die medizinische Forschung. Für kleine Betriebe bedeutet das Zugang zu Geräten und Know-how, die sie allein nicht finanzieren könnten.
Beispiel Leoben: wie ein Zentrum entsteht
Wie solche Häuser zustande kommen, zeigt das Impulszentrum für Rohstoffe in Leoben. Gebaut wurde es am Standort des früheren Rathauses in der Innenstadt, der Spatenstich erfolgte im Februar 2010, das Investitionsvolumen lag bei 5,5 Millionen Euro. Beteiligt waren die Montanuniversität Leoben, die SFG, deren Tochtergesellschaft Innofinanz sowie internationale Unternehmen aus der Rohstoffbranche.
Entstanden ist ein siebengeschoßiges Gebäude, das schwere Forschungsgeräte wie Gesteinssägen, Pressen und Belastungsprüfstände beherbergt, dazu Beton-, Klima-, Wetter- und Chemielabors. Der damalige Rektor der Montanuniversität, Wolfhard Wegscheider, brachte den Anspruch auf die Formel, Rohstoffe und Energie seien die zentralen Zukunftsthemen.
Dass das Netz weiter wächst, zeigte zuletzt Niklasdorf: Am 27. September 2022 eröffnete dort der Materials Innovation Hub, ein Zubau von rund 1.600 Quadratmetern mit Büros, drei Produktionshallen, Seminarräumen und Gemeinschaftsküchen, ausgerichtet auf Werkstoffwissenschaft und Oberflächentechnologie.
Warum die Standortverteilung zählt
Die Kreativwirtschaft und die Startup-Szene konzentrieren sich stark auf Graz. Bei den Impulszentren ist das anders: Von den 13 Standorten mit SFG-Beteiligung liegen nur drei in der Landeshauptstadt, der Rest verteilt sich auf die Obersteiermark, das Ennstal, die Südsteiermark und die Oststeiermark.
Für Regionen, die um Betriebsansiedlungen und um das Halten qualifizierter Arbeitskräfte kämpfen, ist ein solches Haus mehr als Bürofläche. Es ist eine Adresse, an der ein junges Unternehmen starten kann, ohne in den Zentralraum abwandern zu müssen. Wie stark einzelne Standorte davon profitieren, zeigt Grambach: Dort haben sich 31 Hightech-Firmen mit rund 180 Beschäftigten angesiedelt.
Die Angaben zur Anzahl der Zentren schwanken je nach Quelle und Zeitpunkt zwischen 13 und 14, weil Standorte dazukommen, umbenannt werden oder Beteiligungen wechseln. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Aufstellung der SFG, die derzeit 13 Zentren mit eigener Beteiligung und sieben weitere ohne SFG-Beteiligung führt.
Wie die Zentren ins Fördersystem passen
Die Impulszentren sind der räumliche Teil eines größeren Instrumentariums. Fördergeld für Investitionen und Forschung fließt über die Programme der SFG, Beteiligungskapital über deren Finanzierungstöchter, die Vernetzung läuft über die Clusterinitiativen wie den AC Styria oder das Green Tech Valley. Für Gründerinnen und Gründer, die den Einstieg suchen, führt der erste Weg oft über den Science Park Graz oder über die Schritte, die im Beitrag zur Gründung in der Steiermark beschrieben sind.