Am 4. Juni 2025 bestätigte das steirische Wirtschaftsparlament Josef Herk einstimmig als Präsident der WKO Steiermark. Der Knittelfelder Karosseriebauer führt die Kammer damit seit Februar 2011 durch die vierte Amtszeit - länger als jeder andere steirische Kammerpräsident der vergangenen drei Jahrzehnte. Getragen wird seine Position von einem klaren politischen Mandat: Bei der Wirtschaftskammerwahl im März 2025 erzielte der Wirtschaftsbund 59 Prozent der Stimmen und 687 der 1.116 Mandate.
- Josef Herk (Jahrgang 1960, geboren in Knittelfeld) ist seit 7. Februar 2011 Präsident der WKO Steiermark
- Am 4. Juni 2025 wurde er einstimmig in seine vierte Amtszeit bestätigt
- Hauptberuflich führt er seit 1988 einen Karosserie- und Lackierbetrieb in Knittelfeld
- Seit 2012 Vizepräsident des Österreichischen Wirtschaftsbundes, seit 2017 Landesobmann des Steirischen Wirtschaftsbundes
- Das neue Präsidium der WKO Steiermark 2025 bilden Herbert Ritter, Gabi Lechner und Dietmar Schweiggl (neu)
- Ehrensenator der TU Graz (2021)
- Geboren
- 7. August 1960 in Knittelfeld
- Ausbildung
- Reifeprüfung HTBLA Steyr 1979, Meisterprüfung Karosseriebau 1982, Meisterprüfung Kraftfahrzeugtechnik 1985
- Stationen
- Seit 1988 Inhaber Karosserie- und Lackierbetrieb Knittelfeld, ab 1995 Gemeinderat Knittelfeld, 2000-2011 Obmann Karosseriebauer WKO Steiermark, seit 7. Februar 2011 Präsident WKO Steiermark, seit 2012 Vizepräsident Österreichischer Wirtschaftsbund, seit 2017 Landesobmann Steirischer Wirtschaftsbund
- Aktuell
- Präsident WKO Steiermark (bestätigt bis 2030)
Vom Karosseriebauer zum Kammerpräsidenten
Josef Herk ist Unternehmer in dritter Generation. Nach der Reifeprüfung an der HTBLA Steyr 1979 absolvierte er zwei Meisterprüfungen: 1982 im Karosseriebauerhandwerk, 1985 in der Kraftfahrzeugtechnik. 1988 übernahm er den elterlichen Betrieb in Knittelfeld - einen Karosserie- und Lackierfachbetrieb, den er bis heute führt. Die Bodenhaftung zum eigenen Handwerksbetrieb bringt er regelmäßig als Alleinstellungsmerkmal gegenüber hauptberuflichen Funktionären in Stellung.
Politisch engagiert ist Herk seit den 1990er-Jahren. 1995 wurde er Gemeinderat in Knittelfeld, zeitgleich begann er seine Laufbahn im Wirtschaftsbund. Von 2000 bis 2011 war er Obmann der Berufsgruppe der Karosseriebauer in der WKO Steiermark. In dieser Funktion sammelte er die Kontakte und Kammerinterna, die ihm später den Weg an die Spitze ermöglichten.
Amtsantritt 2011 und drei Wiederwahlen
Als Ulfried Hainzl 2011 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt schied, fiel die Wahl auf Herk. Am 7. Februar 2011 übernahm er die Präsidentschaft, zwei Tage später wurde er offiziell angelobt. Es folgten drei Bestätigungen im Wirtschaftsparlament - zuletzt am 4. Juni 2025. Die Ergebnisse waren jeweils klar, die Mandatsstärke des Wirtschaftsbundes blieb über die Jahre stabil über 55 Prozent.
| Jahr | Ereignis | Kontext |
|---|---|---|
| 2011 | Erste Wahl zum Präsidenten | Nachfolge Ulfried Hainzl |
| 2015 | Erste Wiederwahl | nach WK-Wahl 2015 |
| 2020 | Zweite Wiederwahl | nach WK-Wahl 2020 |
| 2025 | Dritte Wiederwahl - vierte Amtszeit | Jubiläum 175 Jahre WKO Steiermark |
Die Wiederwahl 2025 fiel mit dem 175-Jahr-Jubiläum der WKO Steiermark zusammen. Bei der feierlichen Sitzung waren rund 400 Gäste anwesend. Herk dankte für das "eindeutige Vertrauensvotum" und deutete es "als Auftrag, die Zukunft für den Standort Steiermark aktiv mitzugestalten".
Das Präsidium 2025
Mit der Neubestellung wurde auch das Vizepräsidium teilweise neu aufgestellt. Herbert Ritter und Gabi Lechner gehören dem Präsidium bereits in vorangegangenen Perioden an, Dietmar Schweiggl übernahm neu die Position, die zuvor Andreas Herz innehatte. Damit besteht die Führungsspitze der Kammer weiter aus drei Vizepräsidenten, die die wichtigsten Branchen- und Sozialpartnerschafts-Agenden abdecken.
Traditionell werden in diesem Gremium die Weichen für die Positionierung der steirischen Wirtschaft gegenüber Landesregierung und Sozialpartnern gestellt. Das reicht von Förderpolitik über Bildungsfragen bis zu regionalspezifischen Themen wie Industriestandort, Gewerbe und Tourismus.
Zusätzliche Funktionen auf Bundesebene
Herk ist nicht nur in der Steiermark tätig. Seit 2012 ist er Vizepräsident des Österreichischen Wirtschaftsbundes, der ÖVP-nahen Interessenvertretung innerhalb der Wirtschaftskammer. 2017 übernahm er zusätzlich die Landesobmannschaft des Steirischen Wirtschaftsbundes. Damit ist er jene Person, die bei Personalentscheidungen zwischen Wirtschaftsbund, ÖVP Steiermark und Wirtschaftskammer regelmäßig die Schnittstelle bildet.
Ergänzend sitzt Herk im Arbeitsrechts-Ausschuss der Wirtschaftskammer Österreich und im Finanzbeirat der WKO Steiermark. Über das Kuratorium des Wirtschaftsförderungsinstituts (WIFI) ist er zudem eng in Berufsbildungsfragen eingebunden.
Die WKO Steiermark ist die gesetzliche Interessenvertretung von rund 96.000 steirischen Unternehmen. Als Kammer mit Pflichtmitgliedschaft (über den Grundumlagebeitrag) unterscheidet sie sich strukturell von der freiwilligen Industriellenvereinigung. Ihre Rolle reicht von Beratung über Prüfwesen (Lehrabschlüsse, Meisterprüfungen) bis zu Positionspapieren in der Sozialpartnerschaft.
Schwerpunkte und Haltung
Die inhaltlichen Schwerpunkte, die Herk seit Jahren betont, sind weitgehend konstant: duale Ausbildung und Lehre, Bürokratieabbau, Entlastung der kleinen und mittleren Unternehmen, Stärkung der regionalen Wirtschaftsstandorte abseits von Graz. Prominent war zuletzt die "Standortpartnerschaft Steiermark", ein Zehn-Punkte-Programm, das die WKO gemeinsam mit der IV Steiermark und dem Land 2025 vorstellte.
Auf bundespolitischer Ebene positioniert sich Herk regelmäßig zu Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik. Im Umfeld der Wirtschaftskammerwahlen 2025 warb er für eine Senkung der Lohnnebenkosten und eine Reform der Arbeitszeitregeln. Öffentliche Konfrontationen sucht er selten - sein Ton ist auf Konsens mit der Landesregierung und den anderen Sozialpartnern ausgerichtet.
Auszeichnungen und öffentliche Wahrnehmung
2021 wurde Herk zum Ehrensenator der TU Graz ernannt. 2022 erhielt er das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Die Auszeichnungen würdigen die langjährige Tätigkeit in der Selbstverwaltung, weniger konkrete einzelne Reforminitiativen.
In der Wahrnehmung der steirischen Öffentlichkeit gilt Herk als ruhiger, integrativer Typus, der das Kammeramt über den gesamten Zyklus der Wirtschaftskrisen (Corona-Pandemie, Energiepreiskrise 2022, Bauwirtschaftsrezession 2024/25) hinweg geführt hat. Das ist kein geringer Befund, denn die WKO war in diesen Jahren regelmäßig Ansprechpartner für Förderprogramme und Überbrückungshilfen.