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Sonntag, 4. Oktober 2026 Kontakt
Startups

lixtec - Grazer Radarsensoren für Straßenlicht nach Bedarf ausgezeichnet

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Grazer lixtec GmbH hat den Generali SME EnterPRIZE 2026 in der Kategorie Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen gewonnen, dotiert mit 10.000 Euro.
  • lixtec baut Radarsensoren, die Straßenlaternen nur dann voll leuchten lassen, wenn jemand unterwegs ist.
  • In Testgebieten wurden laut Unternehmen rund 60 Prozent Energie eingespart, in wenig befahrenen Wohnstraßen bis zu 85 Prozent.
  • Die Kosten bezifferte lixtec 2024 mit 250 bis 300 Euro pro Leuchte und rund 200 Euro für den Sensor.
  • Gründer Günther Spath hat die Technik seit 2012 aus einem Forschungsprojekt zur Marktreife entwickelt; 2024 beschäftigte das Unternehmen 25 Personen.

Eine Straßenlaterne in einer Wohnstraße leuchtet die ganze Nacht für Menschen, die nicht da sind. In wenig befahrenen Straßen lassen sich deshalb bis zu 85 Prozent des Stroms sparen, wenn das Licht nur dann hochfährt, wenn jemand kommt. Die Sensoren dafür baut die lixtec GmbH in der Grazer Reininghausstraße, und für diese Technik hat sie im September 2026 einen der drei Hauptpreise des Generali SME EnterPRIZE erhalten.

Radar statt Dauerlicht

Die Sensoren von lixtec erkennen per Radar, ob sich Fußgänger, Radfahrer oder Fahrzeuge nähern, und geben das Signal über Funk an die benachbarten Leuchten weiter. Die Lampe wird hochgefahren; verlässt die Person den definierten Bereich, wird sie abgeschaltet oder auf ein Mindestmaß gedimmt. Montiert wird der Sensor an LED-Leuchten mit der genormten Zhaga-Schnittstelle, eine Nachrüstung ist also möglich.

SteuerungsartEinsatzbereichFunktionsweise
bewegungsabhängigwenig frequentierte Straßen, Plätze, Rad- und GehwegeLicht fährt hoch, wenn sich jemand nähert, und dimmt danach wieder ab
volumenbasiertHaupt- und DurchzugsstraßenVerkehrszählung per Sensor, das Lichtniveau folgt der stündlichen Verkehrsdichte

Die Wirtschaftskammer Steiermark nannte in einem Firmenporträt vom August 2024 Kosten von 250 bis 300 Euro pro Lampe für die Lichtsteuerung und rund 200 Euro für den Sensor. Bei engem Abstand der Lichtpunkte muss nicht jede Leuchte einen eigenen Sensor bekommen. Neben dem Stromverbrauch sinken Wartungsaufwand und Lichtverschmutzung, die Lebensdauer der Leuchten steigt.

Praxis-Tipp:
Für Gemeinden lohnt sich die Technik am meisten dort, wo nachts wenig los ist: Wohnstraßen, Radwege, Parks. In Testgebieten lag die Einsparung laut lixtec bei rund 60 Prozent, in wenig frequentierten Wohnstraßen bei bis zu 85 Prozent. Auf stark befahrenen Straßen ist der Effekt kleiner, weil das Licht ohnehin die meiste Zeit gebraucht wird.

Vom Forschungsprojekt zum Betrieb mit 25 Beschäftigten

Gründer Günther Spath verfolgt die Idee der bedarfsabhängigen Beleuchtung seit 2012. 2024 beschäftigte das Unternehmen laut Wirtschaftskammer 25 Mitarbeiter. Die Leiterplatten werden in Asien produziert, die Endfertigung mit dem Aufspielen der Software erfolgt in Graz. Im Green Tech Valley ist lixtec als Partnerunternehmen gelistet; dort rechnet das Unternehmen vor, eine österreichweite Umstellung auf LED-Leuchten mit bedarfsgerechter Steuerung könne die gesamte Erzeugung eines großen Wasserkraftwerks einsparen.

Dass die Anwendung über Gemeindestraßen hinausgeht, zeigt ein Projekt im Burgenland: Gemeinsam mit der BE Solution GmbH, einer Tochter der Burgenland Energie, hat lixtec die Beleuchtung an zwei benachbarten Autobahnanschlussstellen bei Eisenstadt bedarfsgerecht ausgerüstet. Auf seiner Website stellt das Unternehmen daneben Radwege als wachsendes Einsatzfeld heraus, vor allem dort, wo Routen durch Naturräume führen.

Gut zu wissen:
Der SME EnterPRIZE der Generali wird in drei Hauptkategorien vergeben. 2026 gingen zwei davon in die Steiermark: neben lixtec auch an die Grazer Sonnenschmiede für ihr Modell der gemeinschaftlichen Photovoltaik im Mehrparteienhaus. Die Sieger erhalten je 10.000 Euro und die Chance auf die Teilnahme an der europäischen Veranstaltung in Brüssel.

Die Jury bewertete laut Generali unter anderem gesellschaftliche Wirkung, Innovationsgrad und Entwicklungspotenzial. lixtec verbinde, so die Begründung, „Energieeffizienz mit dem Schutz von Mensch und Umwelt“.

Ausblick: lixtec sieht die Straßenleuchte künftig als Datenquelle: Die Sensoren zählen Verkehr ohnehin, daraus sollen sich Ampelsteuerungen anpassen und Verkehrsinformationen in Echtzeit gewinnen lassen. Kurzfristig entscheidet die Investitionsbereitschaft der Gemeinden über das Wachstum - bei knappen Budgets zählt, wie schnell sich die Umrüstung über die Stromrechnung zurückzahlt.

Quellen