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Monika Zechner - zwölf Jahre Obfrau der steirischen Holzindustrie

Zwölf Jahre, vom Jänner 2013 bis 31. Dezember 2024: So lange stand Monika Zechner an der Spitze der Berufsgruppe Holzindustrie Steiermark. Die kaufmännische Leiterin von Zechner Holz in Deutschfeistritz übergab die Funktion zum Jahreswechsel an Josef Stoppacher von Weitzer Parkett. Ihre Amtszeit fiel in eine Phase, in der die Branche Fachkräftemangel, Energiepreisschocks und den Umbau zur Bioökonomie bewältigen musste.

Das Wichtigste in Kürze
  • Obfrau der Berufsgruppe Holzindustrie Steiermark von Jänner 2013 bis 31. Dezember 2024
  • Kaufmännische Leiterin der Zechner Holz GmbH in Deutschfeistritz, Familienbetrieb seit 1901 in vierter Generation
  • Startete beruflich als Industriekauffrau bei Leykam Mürztaler (heute Sappi), wechselte 1986 in die Holzbranche
  • Initiatorin der Lehrlings-, Ausbilder- und Fachkräfteakademie der steirischen Holzindustrie
  • 2023 zur Kommerzialrätin ernannt, feierte 2024 ihren 60. Geburtstag
Lebensdaten
Geboren
1964 (60. Geburtstag im Jahr 2024)
Ausbildung
Industriekauffrau, MIM (Master in Management)
Stationen
Industriekauffrau und Assistentin des technischen Direktors bei Leykam Mürztaler AG (heute Sappi), Wechsel in die Säge- und Holzindustrie 1986, seither Zechner Holz GmbH
Aktuell
Kaufmännische Leiterin Zechner Holz GmbH, Kommerzialrätin, Mitglied im Fachverbandsausschuss der Österreichischen Holzindustrie

Der Weg in die Holzbranche

Monika Zechner begann ihre berufliche Laufbahn nicht im Sägewerk, sondern in der Papierindustrie. Als Industriekauffrau und Assistentin des technischen Direktors arbeitete sie bei der Leykam Mürztaler AG, die später als Sappi Austria zum finnischen Konzern kam. 1986 wechselte sie in die Säge- und Holzindustrie - eine Entscheidung, die ihren weiteren Werdegang definieren sollte.

Im Familienbetrieb Zechner Holz in Deutschfeistritz übernahm sie gemeinsam mit ihrem Mann Rudi die kaufmännische Verantwortung. Das Unternehmen wurde 1901 gegründet und ist seit 1938 am heutigen Standort am Quellengrund in Deutschfeistritz (Bezirk Graz-Umgebung) ansässig. Monika und Rudi Zechner führen den Betrieb in vierter Generation.

Zechner Holz - Familienbetrieb mit Spezialisierung

Die Zechner Holz GmbH betreibt in Deutschfeistritz ein Säge- und Hobelwerk und handelt mit Bauholz, Verpackungsholz und Massivholz-Spezialanfertigungen. Der Betrieb ist zugelassener Hersteller von ISPM 15-Verpackungsholz (IPPC-zertifiziert) für den weltweiten Warenversand. Als Grundstoff dient ausschließlich heimisches, überwiegend steirisches Nadelholz.

Ein strategischer Meilenstein fällt in Monika Zechners frühe Jahre im Unternehmen: 2004 war sie an der Gründung der MH Massivholz Gruppe Austria beteiligt. Dieser Zusammenschluss österreichischer Sägewerke setzt auf Qualitätssicherung nach DIN 4074 S 10 und vermarktet Bauholz unter der gemeinsamen Marke MH.

Obfrau der steirischen Holzindustrie (2013-2024)

Im Jänner 2013 wurde Monika Zechner Obfrau der Berufsgruppe Holzindustrie in der WKO Steiermark. Sie folgte damit auf ihren Vorgänger Schaffer und blieb zwölf Jahre im Amt. Gleichzeitig übernahm sie einen Sitz im Fachverbandsausschuss der Österreichischen Holzindustrie auf Bundesebene und vertrat die Branche in den Kollektivvertragsverhandlungen.

Für die steirische Holzindustrie war dies eine Periode massiver Strukturveränderung. Die Branche stand zwischen Rohstoffdiskussionen, Energiepreissprüngen nach 2022 und der Diskussion um den Holzbau als Klimawerkzeug.

Zentrale Projekte ihrer Amtszeit

Beim Rückblick auf Zechners Amtszeit heben Branchenvertreter vor allem vier Initiativen hervor, die während ihrer Obfrauschaft entstanden sind.

ProjektZweck
Lehrlings-, Ausbilder- und FachkräfteakademieStrukturierte Ausbildung von der Lehre bis zur Führungskraft
"Straße der Maße"Didaktische Materialien für den Schulunterricht, heute Teil österreichischer Lehrpläne
Biennaler HolzgipfelDialogplattform zwischen Industrie und Politik
Österreichische Bioökonomie-StrategieMitarbeit an nationalen Leitlinien zum klimaneutralen Rohstoffeinsatz

Die Akademie gilt dabei als das Herzstück. Die Holzindustrie Österreich beschreibt sie als Zechners "prägendstes" Projekt - ein Instrument gegen den Fachkräftemangel, das inzwischen auf Bundesebene adaptiert wurde. Darüber hinaus startete unter ihrer Führung eine Reihe von Recruiting-Maßnahmen, darunter Podcasts und Dokumentationen, um junge Menschen für die Arbeit mit Holz zu gewinnen.

Führungsstil und Haltung

Der Waldverband Steiermark zitiert sie als "starke Stimme der Holzindustrie und leidenschaftliche Fürsprecherin für Holz als Bau- und Werkstoff". In ihren öffentlichen Auftritten legte sie Wert darauf, regionale Wertschöpfungsketten - vom steirischen Wald über das Sägewerk bis zum verarbeitenden Betrieb - als geschlossenen Kreislauf darzustellen.

Eine ihrer wiederkehrenden Positionen: Holz nicht nur als Material, sondern als Klimawerkzeug. Verbaute Holzprodukte speichern Kohlenstoff über Jahrzehnte. Diese Argumentation prägte die steirische Branchenkommunikation während ihrer Amtszeit und floss in die Bioökonomie-Strategie des Bundes ein.

Übergabe Anfang 2025 und Ernennung zur Kommerzialrätin

Mit 31. Dezember 2024 endete Zechners zwölfjährige Amtszeit als Obfrau. Nachfolger an der Spitze der Berufsgruppe wurde mit 1. Jänner 2025 Josef Stoppacher, Geschäftsführer von Weitzer Parkett. Stoppacher hat angekündigt, die Netzwerkarbeit entlang der Holzwertschöpfungskette auszubauen und Holz stärker als Klimalösung zu positionieren - inhaltlich eine Fortsetzung der Linie Zechners.

2023 wurde Monika Zechner zur Kommerzialrätin ernannt - ein österreichischer Ehrentitel, der verdienten Persönlichkeiten der Wirtschaft vom Wirtschaftsministerium verliehen wird. Begründet wurde die Auszeichnung explizit mit ihrem Engagement für die Holzindustrie und ihrer Arbeit in sozialen Projekten.

Aktueller Stand

Stand April 2026 ist Monika Zechner weiter als kaufmännische Leiterin der Zechner Holz GmbH aktiv und gehört dem Fachverbandsausschuss der Österreichischen Holzindustrie an. Nach dem Ende der Obfrau-Funktion konzentriert sie sich wieder stärker auf den Familienbetrieb in Deutschfeistritz. Die Frage der operativen Nachfolge in der fünften Generation ist öffentlich nicht kommuniziert.

Ausblick: Mit zwölf Jahren an der Spitze der steirischen Holzindustrie hinterlässt Monika Zechner ein organisiertes Ausbildungssystem und ein starkes Branchennetzwerk. Ihr Rückzug aus der Obfrau-Rolle markiert einen Generationenwechsel in der steirischen Holzindustrie, bei dem die Akademie und der Holzgipfel als strukturelle Erbstücke weitergeführt werden.

Quellen