- Das Medianeinkommen in der Steiermark liegt 2025/2026 bei rund 54.500 Euro brutto jährlich
- Damit belegt das Bundesland im österreichweiten Vergleich einen Platz im Mittelfeld
- Die IT-Branche führt das Gehaltsranking mit durchschnittlich 62.673 Euro an
- Bankwesen (58.660 Euro) und Energiesektor (58.231 Euro) folgen auf den Plätzen 2 und 3
- Ärztinnen und Ärzte erzielen mit 109.750 Euro das höchste Medianeinkommen nach Berufsgruppe
- Der Gehaltsabschluss für Landesbedienstete bringt ab Juli 2026 ein Plus von 3,3 Prozent
Mit einem Medianeinkommen von 54.500 Euro brutto pro Jahr liegt die Steiermark im österreichischen Bundesländervergleich im Mittelfeld – hinter Wien (59.000 Euro), Salzburg (57.000 Euro), Vorarlberg (56.750 Euro) und Oberösterreich (56.000 Euro), aber vor Kärnten (53.500 Euro) und dem Burgenland (51.750 Euro). Diese Zahlen stammen aus dem aktuellen Stepstone Gehaltsreport, für den über 57.000 Gehaltsangaben von Vollzeitbeschäftigten in Österreich ausgewertet wurden.
Branchenvergleich: Wo in der Steiermark am besten verdient wird
Der aktuelle kununu Gehaltsreport, der über 91.000 Gehaltsangaben aus dem Jahr 2025 ausgewertet hat, zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Branchen. Die IT-Branche führt das Ranking mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt von 62.673 Euro an – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als der Wert noch knapp unter 59.000 Euro lag. Die Gehälter in der IT sind damit innerhalb eines Jahres um mehr als 6 Prozent gestiegen.
| Branche | Durchschnittliches Bruttojahresgehalt | Vergleich zum Österreich-Schnitt (51.185 Euro) |
|---|---|---|
| IT und Internet | 62.673 Euro | +22,4 % |
| Bankwesen | 58.660 Euro | +14,6 % |
| Energiesektor | 58.231 Euro | +13,8 % |
| Pharma und Medizin | ca. 56.000 Euro | +9,4 % |
| Maschinenbau/Industrie | ca. 54.000 Euro | +5,5 % |
| Handel (Groß-/Einzelhandel) | 43.000 Euro | -16,0 % |
| Gastgewerbe | 43.000 Euro | -16,0 % |
| Reinigung | 36.750 Euro | -28,2 % |
Berufsgruppen: Wer in der Steiermark am meisten verdient
Unabhängig von der Branche zeigt sich, dass bestimmte Berufsgruppen deutlich über dem Durchschnitt liegen. Ärztinnen und Ärzte erzielen mit einem Medianeinkommen von 109.750 Euro das höchste Gehalt. Softwarearchitektinnen und -architekten folgen mit rund 82.500 Euro auf Platz 2. Führungskräfte im Management erreichen 72.750 Euro, Beschäftigte in Banken, Finanzen und Versicherungen kommen auf 70.250 Euro.
Am unteren Ende der Skala stehen Berufe in der Reinigung mit rund 36.750 Euro Jahreseinkommen, gefolgt von Gastronomie, Land- und Forstwirtschaft sowie dem Groß- und Einzelhandel. Für die Steiermark mit ihrer starken Tourismus- und Landwirtschaftstradition bedeutet das, dass ein erheblicher Teil der Beschäftigten unter dem Landesdurchschnitt verdient.
25 Prozent der Beschäftigten in Österreich verdienen weniger als 43.500 Euro brutto pro Jahr, während 25 Prozent ein Einkommen über 71.000 Euro erzielen. Der Durchschnittswert von 60.500 Euro liegt deutlich über dem Median von 55.000 Euro – ein Zeichen dafür, dass Spitzengehälter den Schnitt nach oben verzerren.
Einflussfaktoren auf das Gehalt in der Steiermark
Das individuelle Gehalt hängt von mehreren Faktoren ab, die über die reine Branchenzugehörigkeit hinausgehen. Die Arbeiterkammer Steiermark nennt die wichtigsten Stellschrauben: Unternehmensgröße, Ausbildungsniveau, Berufserfahrung und Geschlecht spielen nach wie vor eine bedeutende Rolle.
In großen Unternehmen mit über 5.000 Beschäftigten liegt das Bruttomediangehalt bei 63.750 Euro, in Betrieben mit bis zu 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hingegen bei nur 51.000 Euro – ein Unterschied von fast 13.000 Euro. Für die Steiermark, wo neben Großbetrieben wie Andritz, Magna oder AVL auch eine lebendige KMU-Landschaft existiert, ist dieser Faktor besonders relevant.
Frauen verdienen in Österreich trotz gleicher Qualifikationen im Durchschnitt rund 7.000 Euro weniger als Männer. Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 in nationales Recht umgesetzt werden muss, soll sich das ändern. Unternehmen werden dann verpflichtet, in Stellenanzeigen ein Durchschnittsgehalt anzugeben.
Regionale Gehaltsunterschiede innerhalb der Steiermark
Innerhalb der Steiermark zeigen sich ebenfalls deutliche Gehaltsunterschiede. Graz als wirtschaftliches Zentrum mit Konzernsitzen wie Andritz, AVL und Magna bietet in der Regel höhere Gehälter als ländliche Bezirke. Beschäftigte in der Obersteiermark profitieren teilweise von der industriellen Tradition der Region – Betriebe wie AT&S in Leoben oder die voestalpine in der Mur-Mürz-Furche zahlen wettbewerbsfähige Löhne. In touristisch geprägten Regionen wie dem Thermenland oder der Südweststeiermark liegen die Gehälter dagegen tendenziell unter dem Landesschnitt.
Ein oft unterschätzter Faktor sind die Lebenshaltungskosten. Während Graz bei den Mietpreisen deutlich zugelegt hat, sind Wohnkosten in steirischen Bezirken wie Murau, Hartberg-Fürstenfeld oder Voitsberg erheblich niedriger. Das effektive Nettoeinkommen kann in ländlichen Regionen trotz geringerem Bruttogehalt vergleichbar sein. Die AK Steiermark empfiehlt, bei Gehaltsverhandlungen neben dem Bruttolohn auch Faktoren wie Homeoffice-Möglichkeiten, Fahrtkostenzuschüsse und betriebliche Zusatzleistungen zu berücksichtigen.
Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 in nationales Recht umzusetzen ist, wird mittelfristig mehr Klarheit schaffen. Unternehmen müssen dann in Stellenanzeigen ein Durchschnittsgehalt nennen. Stepstone-Geschäftsführer Nikolai Dürhammer sieht darin einen wichtigen Schritt: „Ein Höchstmaß an Gehaltstransparenz ist der erste Schritt in die richtige Richtung.“ Für Beschäftigte in der Steiermark könnte das vor allem in Branchen mit großen Gender-Pay-Gaps wie Industrie und Finanzwesen Verbesserungen bringen.
Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Dienst der Steiermark
Für die rund 28.000 Bediensteten des Landes Steiermark und der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) wurde Ende 2025 ein dreijähriger Gehaltsabschluss vereinbart. Ab Juli 2026 steigen die Gehälter um 3,3 Prozent. Ab August 2027 und September 2028 folgen jeweils sozial gestaffelte Fixbeträge: Für die unterste Gehaltsklasse (bis 3.010 Euro) gibt es 58,30 Euro, für Gehälter über 6.163 Euro beträgt die Erhöhung 20,60 Euro.
Wer in der Steiermark das Gehalt verhandelt, sollte sich gut vorbereiten. Die AK Steiermark bietet kostenlose Beratung zu Lohn und Gehalt. Der kununu Gehaltsvergleich und der Stepstone Gehaltsreport liefern aktuelle Branchendaten. Wichtig: Das Mindestgehalt laut Kollektivvertrag ist nur die Untergrenze. In Mangelberufen wie IT, Technik oder Pflege liegt die tatsächliche Bezahlung oft deutlich darüber.
Die Verhandlungen zwischen der Landespersonalvertretung, dem Zentralbetriebsrat der KAGes und den GÖD-Landesleitungen verliefen konstruktiv. Landeshauptmann Mario Kunasek betonte, die Verhandlungspartner hätten „in harten Verhandlungen immer das Gespür für das richtige Maß behalten“ und vor allem den Beziehern geringerer Einkommen eine erhöhte Abgeltung sichergestellt. Die dafür notwendigen Mittel sind im Budgetentwurf 2026 des Landes abgedeckt.
Für den privaten Sektor orientieren sich die Gehaltsabschlüsse an den jeweiligen Kollektivverträgen. In der Metallindustrie – einer Schlüsselbranche für die Steiermark – wurde für 2025 eine Erhöhung von 4,8 Prozent vereinbart. Die Kollektivvertragsverhandlungen für 2026 stehen noch aus, wobei Arbeitnehmervertreter aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten auf substanzielle Erhöhungen drängen. In der Gastronomie und im Tourismus, wo viele Beschäftigte am unteren Ende der Gehaltsskala arbeiten, konnten zuletzt ebenfalls Verbesserungen erreicht werden – der Mindestlohn in der Branche wurde spürbar angehoben.
Gehaltstrends 2026: Was sich ändert
Mehrere Entwicklungen prägen die Gehaltslandschaft der Steiermark im laufenden Jahr. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie wird den Druck auf faire Bezahlung erhöhen. Der anhaltende Fachkräftemangel in technischen Berufen sorgt für steigende Einstiegsgehälter in der IT und im Ingenieurwesen. Gleichzeitig drückt die schwache Konjunktur in einigen Branchen wie dem Automotive-Sektor oder dem Handel auf die Lohnentwicklung.
Für Beschäftigte in der Steiermark bedeutet das: Die Schere zwischen gut bezahlten Fachkräften und Berufen mit niedrigem Qualifikationsniveau wird größer. Weiterbildung, insbesondere im digitalen Bereich, bleibt der wichtigste Hebel für eine positive Gehaltsentwicklung. Die steirischen Hochschulen wie TU Graz, FH Joanneum und Campus 02 bieten dafür zahlreiche berufsbegleitende Programme an.
Die genannten Gehaltszahlen sind Durchschnittswerte und Mediane aus österreichweiten Erhebungen. Regionale Abweichungen innerhalb der Steiermark – etwa zwischen Graz und ländlichen Bezirken – können erheblich sein. Individuelle Faktoren wie Kollektivvertrag, Überstundenregelung und Sachbezüge beeinflussen das tatsächliche Nettoeinkommen zusätzlich.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Steiermark bietet als Wirtschaftsstandort solide Verdienstmöglichkeiten, die durch die starke industrielle Basis, die wachsende IT-Branche und den Energiesektor getragen werden. Wer gezielt in Weiterbildung investiert, in eine der Wachstumsbranchen wechselt oder den Schritt in ein größeres Unternehmen wagt, hat gute Chancen auf überdurchschnittliche Gehaltsentwicklungen. Die kommenden Kollektivvertragsverhandlungen und die Umsetzung der EU-Transparenzrichtlinie werden die Gehaltslandschaft 2026 weiter prägen.