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Tourismus

Thermen- und Vulkanland Steiermark – Wirtschaftsfaktor und Zukunftstrends 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • 104 Millionen Euro Wertschöpfung durch Thermentourismus im Thermen- und Vulkanland
  • 4.345 Erwerbstätige und 5.350 Beschäftigungsverhältnisse in der Region
  • 6 Thermen zwischen Bad Radkersburg und Bad Waltersdorf mit unterschiedlichen Schwerpunkten
  • 1 Mio. Euro Thermen- und Themenoffensive 2025/26 für Internationalisierung
  • 23 Mio. Euro Investition in die Modernisierung des Heilthermen Resorts Bad Waltersdorf
  • Größter Nächtigungsgewinner im steirischen Tourismusjahr 2025

104 Millionen Euro Wertschöpfung erwirtschaftet allein der Thermentourismus im Thermen- und Vulkanland Steiermark. Das ergab eine Studie des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) aus dem Jahr 2024. Österreichweit liegt die Wertschöpfung des Thermentourismus bei 291 Millionen Euro – mehr als ein Drittel davon entfallt auf die steirische Region. Damit ist das Thermen- und Vulkanland nicht nur die alteste und bekannteste Thermenregion Österreichs, sondern auch einer der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren im steirischen Tourismus.

Sechs Thermen mit sechs Profilen

Das Thermen- und Vulkanland vereint sechs Thermen zwischen Bad Radkersburg im Süden und Bad Waltersdorf im Norden. Jede Therme spricht unterschiedliche Zielgruppen an – von der Familientherme uber das Gesundheitsresort bis zum Hundertwasser-Gesamtkunstwerk.

Therme Standort Schwerpunkt
Parktherme Bad Radkersburg Bewegung, Dynamik, klassische Kur
Therme der Ruhe Bad Gleichenberg Medizin, Gesundheit (Neugestaltung)
Thermenresort Loipersdorf Bad Loipersdorf Sport, Familie, alternative Heilmethoden
Rogner Bad Blumau Bad Blumau Kunst (Hundertwasser), Nachhaltigkeit
Heilthermen Resort Bad Waltersdorf Ruhe, Erwachsene, steirische Medizin
H2O Hotel-Therme-Resort Sebersdorf Familien, Action, Kinder

Zusammen beschaftigen die Thermen und ihre Zulieferbetriebe 4.345 Erwerbstätige. Insgesamt gibt es in der Region 5.350 Beschäftigungsverhältnisse. Die Thermalwasser stammen aus Tiefen von bis zu 3.000 Metern und erreichen Temperaturen von bis zu 110 Grad Celsius. Ursprünglich wurde in der Region nach Erdöl gebohrt – statt Öl fand man heißes, heilkräftiges Wasser.

Größte Wachstumsregion im Tourismusjahr 2025

Im Tourismusjahr 2025 legte das Thermen- und Vulkanland bei Ankünften und Nächtigungen am stärksten aller steirischen Erlebnisregionen zu. Im Sommer 2025 (Mai bis August) verzeichnete die Region 844.511 Nächtigungen – Platz 3 hinter Schladming-Dachstein und Graz. Besonders bemerkenswert: Die Thermen sind langst keine reine Wintersaison-Destination mehr. Mit 205.420 Besuchern allein in den Monaten Juli und August 2024 bewiesen die sechs Thermen ihre Ganzjahrestauglichkeit.

Praxis-Tipp für Gäste:
Die sechs Thermen lassen sich ideal mit regionalen Erlebnissen kombinieren: Die Schlösserstraße verbindet landschaftliche Schönheit mit kulturellen Höhepunkten wie der Riegersburg. Die Vulkanland Route 66, Buschenschanken, die Zotter-Erlebniswelt und Weinwege bieten Abwechslung abseits des Thermenwassers.

Investitionen und Modernisierung

Die Region investiert laufend in ihre Infrastruktur. Zu den größten aktuellen Projekten zahlen die umfassende Neugestaltung der Therme der Ruhe in Bad Gleichenberg und die Restaurierung des Heilthermen Resorts Bad Waltersdorf mit einem Volumen von 23 Millionen Euro. Auch neue Unterkünfte und Hotels rund um die Thermen werden gebaut oder renoviert.

Das Rogner Bad Blumau setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit und Energieunabhängigkeit. Die H2O-Therme in Sebersdorf modernisiert ihre Einrichtungen und Zimmer. Auch das Rogner Bad Blumau investiert laufend in erneuerbare Energiequellen und nachhaltige Betriebsführung, um die Vision des Gründers Friedensreich Hundertwasser weiterzuführen. Daneben fliesst eine Million Euro in die Thermen- und Themenoffensive 2025/26, je zur Halfte finanziert vom Tourismusverband Thermen- und Vulkanland und dem Land Steiermark.

Gesundheitstourismus als strategischer Schwerpunkt

Der Gesundheitstourismus ist ein wachsendes Segment, das die Thermen des Vulkanlands gezielt ansprechen. Die Parktherme Bad Radkersburg setzt auf Bewegungsprogramme mit professioneller Betreuung und klassische Kuren. Die Therme der Ruhe Bad Gleichenberg blickt auf 175 Jahre Gesundheitserfahrung zurück und kombiniert traditionelle Kurangebote mit modernen medizinischen Schwerpunkten. Das Heilthermen Resort Bad Waltersdorf punktet mit steirischer Medizin und einem auf ruhesuchende Erwachsene ausgerichteten Konzept – ohne Rutschen, ohne Spielplätze, dafür mit gehobener Gastronomie und medizinischen Angeboten.

Das Thermalwasser stammt aus Tiefen von bis zu 3.000 Metern und wirkt bei verschiedenen Beschwerden des Bewegungsapparats, der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems. Diese natürliche Heilkraft bildet die Grundlage für ein Gesundheitsangebot, das zunehmend auch internationale Gäste anspricht. Der Trend zu bewusstem Reisen und persönlicher Gesundheitsvorsorge kommt der Region entgegen.

Wirtschaftliche Bedeutung und Beschäftigung

Die wirtschaftliche Bedeutung des Thermen- und Vulkanlands reicht weit über die sechs Thermen hinaus. Hotels, Pensionen, Restaurants, Buschenschanken, Ausflugsziele und regionale Produzenten profitieren vom Gästeaufkommen. Die Finanzierung des Tourismusverbands verteilt sich auf Tourismusabgaben, Gemeindebeiträge, Thermen, Hotels und Förderungen der öffentlichen Hand.

Die Investitionen der Region schaffen und sichern Arbeitsplätze in einer ländlichen Gegend, die ohne den Tourismus deutlich weniger wirtschaftliche Dynamik hätte. Besonders die laufenden Modernisierungsprojekte – von Bad Waltersdorf (23 Mio. Euro) bis zur Neugestaltung Bad Gleichenberg – ziehen Bau- und Planungsaufträge in die Region und stärken das lokale Handwerk.

Internationale Kampagnen und neue Märkte

Die Thermen- und Themenoffensive 2.0 zielt darauf ab, das Leitprodukt Thermen mit weiteren regionalen Highlights zu kombinieren. Beworben werden die sechs Thermen in Verbindung mit Themen wie Burgen und Schlosser, Manufakturen, Golf, Radfahren, Wandern und Kulinarik. Die Kampagne richtet sich an Gäste in Österreich, Deutschland, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Polen, den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz und Italien.

Ein innovativer Ansatz sind KI-generierte Werbesujets, die eine traumhafte Unterwasserwelt mit der realen Erlebniswelt des Thermen- und Vulkanlands verbinden. Protagonisten tauchen dabei sinnbildlich aus der Thermenwelt auf und bringen nasse Details mit in die Realitat. Geplant sind TV- und Hörfunkspots in Österreichs meistgesehenen Sendern, ein Printmagazin sowie Programmatic CTV, Online- und DOOH-Kampagnen.

Gut zu wissen:
Das Thermen- und Vulkanland liegt rund 65 Kilometer südöstlich von Graz und umfasst die Bezirke Südoststeiermark und den südlichen Teil von Hartberg-Fürstenfeld. Auf rund 1.300 Quadratkilometern leben etwa 120.000 Menschen. Die Region ist das größte zusammenhängende Tourismusgebiet Österreichs.

Kulinarik als zweites Standbein

Neben den Thermen entwickelt sich die Kulinarik zum starken zweiten Standbein der Region. Das Weinbaugebiet Vulkanland Steiermark DAC, Spitzenbetriebe wie die Zotter-Erlebniswelt, Gölles Essig und Edelbrände, die Vulcano Schinkenmanufaktur und das Michelin-prämierte Restaurant Geschwister Rauch setzen kulinarische Maßstäbe. Buschenschanken, Haubenlokale und regionale Produkte wie Kürbiskernöl, Wein und Obst runden das Angebot ab. Weinorte wie Klöch, St. Anna am Aigen, Tieschen und Straden verbinden Weinkultur mit der typischen Buschenschank-Tradition des steirischen Vulkanlands.

Die Vulkanland Route 66 bietet als thematischer Rundweg ein Erlebnis zwischen Kulinarik, Handwerk und Naturlandschaft. Ausflugsziele wie die Riegersburg mit dem Hexenmuseum, Schloss Kornberg und das Weinschloss Kapfenstein ziehen ganzjährig Besucher an. Die historischen Städte Fürstenfeld, Feldbach und Bad Radkersburg laden zum Bummeln ein und verbinden Kultur mit regionaler Gastfreundschaft. Diese Vielfalt macht das Thermen- und Vulkanland zur einzigen Tourismusregion Österreichs, die Wellness, Kulinarik und Kulturerlebnisse auf so engem Raum vereint.

Landeshauptmann Mario Kunasek betonte: Die Thermen seien ein bedeutender Wirtschaftsfaktor mit hoher regionaler Wertschöpfung an zwölf Monaten im Jahr. Die Kombination aus Thermenangebot, Kulinarik und Naturerlebnissen mache die Region für Gäste besonders attraktiv.

Herausforderung Fachkräfte:
Wie in anderen Tourismusregionen kämpft auch das Thermen- und Vulkanland mit Personalmangel, insbesondere in Saisonspitzen. Der mit 6,5 Mio. Euro jährlich dotierte Tourismusbeschäftigtenfonds des Bundes soll hier ab 2026 Abhilfe schaffen.

Die Zukunft des Thermen- und Vulkanlands liegt in der intelligenten Vernetzung seiner Stärken: Heilendes Wasser, regionale Kulinarik, kulturelle Erlebnisse und eine intakte Naturlandschaft bilden ein Gesamtpaket, das in dieser Form einzigartig in Österreich ist. Mit der laufenden Kampagne 2.0, den Millionen-Investitionen in die Thermeninfrastruktur und der wachsenden internationalen Nachfrage ist die Region gut positioniert für weiteres Wachstum. Die Koralmbahn, die seit Dezember 2025 Graz und Klagenfurt in 42 Minuten verbindet, eröffnet zusätzliche Chancen: Norditalienische Gäste können die steirischen Thermen nun schneller erreichen, und auch für Tagungsgäste aus Kärnten wird ein Thermenbesuch zum einfachen Tagesausflug. Die Region arbeitet bereits an kombinierten Bahn-Therme-Paketen.

Quellen