- Erstmals uber 14 Millionen Nächtigungen im Tourismusjahr 2025 (Nov 2024 – Okt 2025)
- Sommerhalbjahr knackt die 8-Millionen-Marke bei den Übernachtungen
- 4,56 Millionen Gästeankünfte im gesamten Tourismusjahr (+2,0 %)
- Thermen- und Vulkanland als größter Gewinner bei Ankünften und Nächtigungen
- CEE-Staaten sorgen für starke Impulse, Deutschland bleibt wichtigster Auslandsmarkt
- Koralmbahn seit Dezember 2025 als neuer Wachstumstreiber
14.003.200 Nächtigungen im Tourismusjahr 2025 markieren einen historischen Meilenstein für die Steiermark. Zum ersten Mal in der Geschichte des steirischen Tourismus wurde sowohl die 8-Millionen-Marke im Sommerhalbjahr als auch die 14-Millionen-Marke im gesamten Tourismusjahr überschritten. Damit setzt das Bundesland seine seit mehr als 20 Jahren anhaltende Aufwärtsentwicklung fort – mit Ausnahme der Covid-Unterbrechung.
Tourismusjahr 2025: Die Zahlen im Detail
Laut Hochrechnung der Landesstatistik verzeichnete die Steiermark im Tourismusjahr 2025 (November 2024 bis Oktober 2025) insgesamt 4.563.200 Gästeankünfte. Das entspricht einem Plus von 89.500 Ankünften oder 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nächtigungen stiegen um 130.500 auf die Rekordmarke von 14.003.200. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 3,1 Nächten.
| Saison | Ankünfte | Veränderung | Nächtigungen | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Tourismusjahr 2025 | 4.563.200 | +2,0 % | 14.003.200 | +0,9 % |
| Sommer 2025 (Mai-Okt) | 2.719.800 | +1,6 % | 8.059.900 | +1,3 % |
| Winter 2024/25 (Nov-Apr) | 1.843.352 | +2,5 % | 5.943.273 | +0,4 % |
Auffällig ist, dass die Ankünfte in allen drei Saisonbetrachtungen stärker wuchsen als die Nächtigungen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer verkürzt sich damit leicht – ein weltweiter Trend, den Steiermark-Tourismus-Geschäftsführer Michael Feiertag jedoch nicht als besorgniserregend einstuft. Kürzere Aufenthalte hangen mit verändertem Buchungsverhalten und kurzfristigen Stornierungen zusammen.
Regionale Gewinner und Entwicklungen
Das Thermen- und Vulkanland erwies sich als größter Gewinner des Tourismusjahres 2025. Die drittgrößte Erlebnisregion der Steiermark legte sowohl bei Ankünften als auch bei Nächtigungen am stärksten zu. Auch Graz entwickelte sich dynamisch und profitierte von steigender internationaler Nachfrage.
Schladming-Dachstein behauptete als größte Erlebnisregion sein hohes Niveau mit rund 3,9 Millionen Nächtigungen pro Jahr und punktete besonders bei Gästen aus Tschechien, Bayern, Großbritannien und Polen. Die 4-Berge-Skischaukel, drei neue Bergbahnen und hochkaratige Events wie das Nightrace trugen zur stabilen Entwicklung bei. Die Region Murau überzeugte mit soliden Ganzjahreswerten, wahrend die Hochsteiermark ein schones Plus bei Ankünften und Nächtigungen verzeichnete.
Die stärkste Sommerregion war Schladming-Dachstein mit 1,5 Millionen Nächtigungen, gefolgt von der Region Graz mit 918.923 Nächtigungen und dem Thermen- und Vulkanland mit 844.511 Nächtigungen (Mai bis August 2025).
Saisonale Analyse: Sommer stark, Winter stabil
Das Sommerhalbjahr 2025 (Mai bis Oktober) brachte 2.719.800 Gästeankünfte und 8.059.900 Nächtigungen. Trotz eines verregneten Juli könnte insbesondere der August mit einem Rekordergebnis glänzen und den bisherigen August-Bestwert aus 2024 übertreffen. Der September gewinnt zunehmend an Bedeutung als vollwertiger Reisemonat, und auch der Oktober profitiert von den Herbstferien. Bei den internationalen Gästen gab es im Sommer ein Plus von 25.400 Ankünften (+3,1 %) und 41.100 Nächtigungen (+1,5 %).
Die Wintersaison 2024/25 schloss mit stabilen Ergebnissen: 1.843.352 Ankünfte (+2,5 %) und 5.943.273 Nächtigungen (+0,4 %). Die durchschnittliche Verweildauer lag bei 3,2 Nächten und damit leicht über dem Jahresmittel. Schladming-Dachstein als Herzstück des steirischen Wintersporttourismus hielt sein hohes Niveau mit rund 230 Pistenkilometern, 85 Seilbahnen und drei neuen Bergbahnen am Hauser Kaibling, auf der Planai und der Fageralm.
Unterkunftsarten: Qualität und alternative Formate
Bei den Unterkunftsarten zeigt sich ein differenziertes Bild. Die 4- und 5-Sterne-Hotellerie bleibt stabil oder legt leicht zu, was die Qualitätsstrategie der Steiermark bestätigt. Gleichzeitig gewinnen Camping, Ferienhäuser und andere alternative Unterkünfte weiter an Bedeutung. Dieser Trend spiegelt das veränderte Reiseverhalten wider: Gäste suchen zunehmend individuelle Erlebnisse abseits klassischer Hotelformate. Für steirische Betriebe bedeutet das, ihr Angebot zu diversifizieren und auf verschiedene Gästesegmente auszurichten.
Herkunftsmärkte: Inland dominiert, CEE wächst
Der Inlandsmarkt bleibt die stärkste Stütze des steirischen Tourismus. Österreichische Gäste stellen nach wie vor den größten Anteil der Nächtigungen. International sorgen die CEE-Staaten für deutliche Wachstumsimpulse. Gäste aus Tschechien, Ungarn und Polen verzeichneten im Sommerhalbjahr ein deutliches Nächtigungsplus.
Deutschland bleibt trotz leichter Abschwächung der wichtigste Auslandsmarkt. Gleichzeitig gewinnen Camping, Ferienhauser und alternative Unterkünfte weiter an Bedeutung. Die 4- und 5-Sterne-Hotellerie blieb stabil oder legte leicht zu – ein Zeichen dafür, dass die Qualitätsstrategie der Steiermark greift. Die acht Fokus-Herkunftsmärkte der Steiermark Tourismus GmbH umfassen Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Niederlande, Polen, Slowakei und Italien. Besonders die Zuwächse aus Tschechien und Ungarn im Sommerhalbjahr bestätigen den strategischen Fokus auf den CEE-Raum. Aus den Niederlanden gab es im Sommer 2025 allerdings einen Rückgang bei den Nächtigungen.
Die Steiermark Tourismus GmbH hat acht Fokusmarkte definiert: Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Niederlande, Polen, Slowakei und Italien. Betriebe sollten ihre Angebote und Online-Präsenz auf diese Märkte ausrichten. Besonders der CEE-Raum bietet Wachstumspotenzial.
Langfristige Entwicklung und Vergleich
Die Steiermark positioniert sich zunehmend als Ganzjahresdestination. Während der Winter traditionell von Schladming-Dachstein und den Skigebieten getragen wird, gewinnen Thermen, Kulinarik, Wandern und Radfahren im Sommer immer mehr an Bedeutung. Die Herbstferien haben sich als wichtiger Buchungszeitraum etabliert, und auch der Adventtourismus in Graz entwickelt positive Dynamik. Diese Diversifizierung macht die steirische Tourismuswirtschaft widerstandsfähiger gegen saisonale Schwankungen und Wettereinflüsse.
Im Vergleich zum Tourismusjahr 2015 kamen zusätzlich rund 850.000 Gäste in die Steiermark. Das entspricht einem Anstieg von 22,5 Prozent. Die Nächtigungen stiegen im selben Zeitraum um knapp 2,3 Millionen oder 19,4 Prozent. Die Steiermark ist damit drauf und dran, im Bundesländer-Vergleich zu den Top-3-Tourismusdestinationen Österreichs vorzustossen.
Österreichweit wurden von Jänner bis November 2025 rund 143,34 Millionen Nächtigungen gemeldet, ein Plus von 1,2 Prozent. Der Tourismus bleibt damit eine Konjunkturstütze in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Gemeinsam mit der Freizeitwirtschaft erwirtschaftet die Branche bundesweit rund 14 Prozent der Wirtschaftsleistung und sichert uber 567.000 Vollzeitarbeitsplatze.
Wertschöpfung und Beschäftigung
Der Tourismus ist für die steirische Wirtschaft ein unverzichtbarer Faktor. In der Steiermark sichert der Tourismus tausende Arbeitsplätze – von der Hotellerie über die Gastronomie bis hin zu Bergbahnen, Ausflugszielen und regionalen Zulieferbetrieben. Allein das Thermen- und Vulkanland generiert 104 Millionen Euro Wertschöpfung und beschäftigt über 4.300 Erwerbstätige. Die Region Schladming-Dachstein erwirtschaftete zuletzt rund 316 Millionen Euro Umsatz in Gastronomie und Hotellerie.
Ausblick 2026: Koralmbahn und neue Märkte
Mit der Eröffnung der Koralmbahn im Dezember 2025 eröffnen sich neue Perspektiven. Die Verbindung Graz-Klagenfurt in nur 42 Minuten schafft einen Wirtschafts- und Tourismusraum mit 1,5 Millionen Menschen. Norditalien rückt als Quellmarkt näher, und gemeinsame Kampagnen der Steirischen Tourismus GmbH mit der Kärnten Werbung sind bereits angelaufen.
Der nachste grosse Schritt folgt mit dem Semmering-Basistunnel (voraussichtlich 2030), der die Anbindung Richtung Norden und Wien nochmals deutlich verbessern wird. Für das kommende Jahr 2026 setzt der Steiermark-Tourismus darüber hinaus zudem auf Jubiläen wie 400 Jahre Schloss Eggenberg und verstärktes Olympia-Marketing rund um die Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Die STG hat zudem neue Printprodukte in Planung und verstärkt die Zusammenarbeit mit der Kärnten Werbung für den neuen Tourismusraum Süd.
Trotz Rekordzahlen belasten steigende Energie-, Personal- und Finanzierungskosten viele Betriebe. Die Bundesregierung hat im Jänner 2026 ein Tourismus-Hilfspaket beschlossen, das auf Rahmenbedingungen, Fachkräftesicherung und Entbürokratisierung setzt. Details zu den Maßnahmen finden steirische Betriebe beim Bundeskanzleramt.
Die Steiermark bleibt damit nicht nur Inlands-Liebling, sondern bestätigt auch, dass eine konsequente Qualitätsstrategie der richtige Weg ist. Die STG setzt gemeinsam mit den Erlebnisregionen und Betrieben auf nachhaltiges Wachstum statt auf Massentourismus. Dieses Prinzip hat sich über mehr als zwei Jahrzehnte erfolgreich bewährt und bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung des steirischen Tourismus als wirtschaftliches Standbein und Konjunkturstütze der gesamten Region.