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Dienstag, 11. August 2026 Kontakt
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Georg Bucher - der Jurist an der Spitze der Steiermärkischen Sparkasse

23,8 Milliarden Euro Bilanzsumme, 436 Millionen Euro Jahresüberschuss nach Steuern, ein Eigenkapital von 3,9 Milliarden Euro auf Rekordniveau: Mit diesen Zahlen schloss die Steiermärkische Sparkasse das Geschäftsjahr 2025 ab, das erste unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Georg Bucher. Das Institut ist die größte Bundesländer-Sparkasse Österreichs und zugleich die größte Bank für Privatkundinnen und Privatkunden in der Steiermark.

Das Wichtigste in Kürze
  • Georg Bucher, geboren 1962 in Wien, ist seit 2. Juni 2025 Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG
  • Er studierte Rechtswissenschaften, promovierte 1987 und absolvierte anschließend Advanced Legal Studies am Europakolleg in Brügge
  • Dem Vorstand des Instituts gehört er bereits seit 2004 an, ab 2019 verantwortete er das internationale Geschäft in Südosteuropa, IT und Treasury
  • Die Bilanzsumme stieg 2025 um 5,8 Prozent auf 23,8 Mrd. Euro, der Jahresüberschuss lag bei 436 Mio. Euro
  • Der Vorstand besteht neben Bucher aus Oliver Kröpfl, Walburga Seidl und Sigmund Loibner
  • Den Aufsichtsrat führt Anton-Paar-Chef Friedrich Santner, dem Gremium gehört unter anderem Christian Knill an
Lebensdaten
Geboren
1962 in Wien
Ausbildung
Studium der Rechtswissenschaften in Wien und Salzburg, Doktorat 1987; Advanced Legal Studies am College of Europe in Brügge (1988-1989)
Stationen
Mitglied des Vorstands der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG (seit 2004), ab 2019 zuständig für internationales Geschäft in Südosteuropa, IT und Organisation sowie Treasury
Aktuell
Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG (seit 2. Juni 2025), zuständig für internationales Geschäft, Treasury, Wertpapiergeschäft, Generalsekretariat, Interne Revision und die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat

Zwei Jahrzehnte im selben Vorstand

Bucher ist kein von außen geholter Sanierer, sondern ein Aufstieg aus dem eigenen Haus. Er kam 1962 in Wien zur Welt, studierte Rechtswissenschaften in Wien und Salzburg und promovierte 1987. Es folgte ein Jahr Advanced Legal Studies am College of Europe im belgischen Brügge, jener Kaderschmiede für europäische Verwaltung und Wirtschaft, deren Absolventen sich häufig in EU-nahen Funktionen wiederfinden.

Seit 2004 gehört Bucher dem Vorstand der Steiermärkischen an - länger als jedes andere aktive Mitglied. Ab 2019 verantwortete er das internationale Geschäft in Südosteuropa sowie IT, Organisation und Treasury. Damit betreute er jenen Teil des Konzerns, der die Steiermärkische von einer reinen Regionalbank unterscheidet.

Der Wechsel an die Spitze

Im November 2024 gab das Institut bekannt, dass Bucher die Führung übernehmen werde. Am 2. Juni 2025 trat das neu formierte Vorstandsteam an. Bucher kommentierte den Amtsantritt zurückhaltend: "Wir stehen am Beginn eines neuen Kapitels. Ich bin mir der Verantwortung bewusst, die meine neue Funktion mit sich bringt."

Vorstand Zuständigkeit
Georg Bucher (Vorsitz) Internationales Geschäft, Treasury, Wertpapiergeschäft, Generalsekretariat, Interne Revision
Oliver Kröpfl Kommerz, Retailvertrieb Steiermark, Werbung, Facility Management
Walburga Seidl Accounting, Controlling, Personal, Organisation und IT, Operations
Sigmund Loibner Risikomanagement, Workout Management, Compliance und Recht

Die Zahlen des ersten Jahres

Das Geschäftsjahr 2025 verlief für das Institut solide. Die Bilanzsumme wuchs um 5,8 Prozent auf 23,8 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss nach Steuern lag bei 436 Millionen Euro, das Eigenkapital erreichte mit 3,9 Milliarden Euro einen Höchststand. Damit ist die Steiermärkische die größte Bundesländer-Sparkasse Österreichs.

Gut zu wissen:
Die Steiermärkische unterscheidet sich von anderen Landesinstituten durch ihr Auslandsgeschäft in Südosteuropa - jenen Bereich, den Bucher vor seinem Aufstieg selbst verantwortete. Für steirische Unternehmen mit Töchtern auf dem Balkan ist das ein praktischer Vorteil, weil Finanzierungen über ein Haus laufen können. Im Inland ist die Bank einer der wichtigsten Anbieter von KMU-Krediten.

Wer den Vorstand kontrolliert

Den Aufsichtsrat führt seit 2018 Friedrich Santner, Vorstandsvorsitzender der Anton Paar Group. Erste Stellvertreter sind Manfred Wehr und Gabriele Krenn. Dem Gremium gehören unter anderem Christian Knill und Gerda Holzinger-Burgstaller an, dazu vier vom Betriebsrat entsandte Mitglieder sowie zwei Staatskommissäre.

Diese Konstellation ist charakteristisch für den Finanzplatz Graz: Die Kontrollgremien der Bank sind mit Vertretern der steirischen Industrie besetzt, die ihrerseits Kunden des Hauses sind. Die Steiermärkische Verwaltungssparkasse, deren Vorstand Santner seit 2010 vorsitzt, bildet die Eigentümerklammer.

Ein Vorsitz ohne Inszenierung

Bucher tritt öffentlich selten mit persönlichen Botschaften auf. Seine Themen sind Kapitalquoten, Kreditrisiko und die Entwicklung der südosteuropäischen Märkte. Das entspricht der Rolle: Anders als Industrieunternehmer, die für ihre Produkte werben, führen Bankvorstände ein Haus, dessen Geschäft von Vertrauen und Diskretion lebt.

Ausblick: Buchers Bestellung läuft zunächst über drei Jahre. Die zentrale Frage seiner Amtszeit ist, ob sich die Erträge der Bank halten lassen, wenn die Zinsspanne enger wird - jener Effekt, der die Rekordergebnisse der Jahre nach 2022 getragen hat. Wachstumsimpulse werden eher aus Südosteuropa erwartet als aus dem gesättigten heimischen Markt.

Quellen