- Der PR-Panther, der steirische Landespreis für Kommunikation, wurde am 15. September 2026 zum 14. Mal verliehen, im Innenhof des Priesterseminars Graz-Seckau beim Presseclubfest vor mehr als 500 Gästen.
- 44 Projekte waren nominiert, 2024 waren es 29. Im Publikumsvoting kamen fast 13.000 Stimmen zusammen.
- Die vier Kategoriesieger: „Boutique s'Finks x Herbert Traumüller" (Wirtschaft), „Schillerhaus - Pflege sichtbar machen" (Tourismus, Sport, Freizeit und Gesundheit), „Med Uni Graz Insights" (Wissenschaft, Forschung und Bildung) und „oida Austria" (Gesellschaft und Kultur).
- Den Sonderpreis Nachhaltigkeit in der Kommunikation erhielt „30 Jahre Marienstüberl" von Caritas Steiermark, FH JOANNEUM und KNAPP AG.
- Kommunikator des Jahres ist Paul Kalcher, Gründer von Penta Media und Mitgründer der Navigations-App ontrack für blinde Menschen. Über diesen Titel entschied allein das Publikum.
- Den Juryvorsitz führte Gabriele Faber-Wiener vom Center for Responsible Management.
38 neue Mitarbeitende für ein Pflegeheim in Gleisdorf, rund 600 Besucher täglich auf der neuen Wissensplattform der Med Uni Graz, bis zu 320 Mahlzeiten am Tag im Marienstüberl: Die Siegerprojekte des PR-Panther 2026 lassen sich an Zahlen messen, und genau darauf hat die Jury geachtet. Wer gewinnen wollte, musste Wirkung nachweisen, nicht bloß Reichweite behaupten. Vergeben hat den Preis die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der WKO Steiermark, diesmal mit gut der Hälfte mehr Nominierungen als 2024.
Ein Abend im Priesterseminar
Der PR-Panther ist der jüngere Schwesterpreis des Green Panther. Während dort Werbung prämiert wird, geht es hier um Öffentlichkeitsarbeit: um Projekte, die Vertrauen aufbauen, Themen setzen und Menschen zum Handeln bringen. Beide Preise wechseln sich ab. Der Green Panther lief zuletzt 2025, der PR-Panther folgt in den geraden Jahren.
Gefeiert wurde am Dienstag, dem 15. September, wie schon 2024 im Rahmen des Presseclubfests. Mehr als 500 Gäste aus Kommunikationsbranche, Wirtschaft und Politik kamen in den Innenhof des Priesterseminars in der Grazer Bürgergasse. Fachgruppenobmann Thomas Zenz überreichte die Preise.
44 Projekte gingen ins Rennen. Je 15 davon entfielen auf Gesellschaft und Kultur sowie auf Wirtschaft, acht auf Tourismus, Sport, Freizeit und Gesundheit und sechs auf Wissenschaft, Forschung und Bildung. Die Konkurrenz war entsprechend ungleich: In der Wissenschaft schafften es fünf von sechs Nominierten in die Spitzengruppe, in der Wirtschaft fünf von 15.
| Kennzahl | PR-Panther 2024 | PR-Panther 2026 |
|---|---|---|
| Auflage | 13. | 14. |
| Verleihung | 10. September 2024 | 15. September 2026 |
| Nominierte Projekte | 29 | 44 |
| Stimmen im Publikumsvoting | 11.853 | fast 13.000 |
| Nominierte für Kommunikator:in des Jahres | 12 | 8 |
| Kommunikator:in des Jahres | Peter Riedler, Rektor der Universität Graz | Paul Kalcher, Penta Media und ontrack |
| Sonderpreis Nachhaltigkeit | „Der Hauptplatz lebt" (8 Projekte im Rennen) | „30 Jahre Marienstüberl" (alle 44 Projekte automatisch bewertet) |
So wird der PR-Panther vergeben
Einreichen im klassischen Sinn gibt es beim PR-Panther nicht. Vorschlagen durfte jeder: Bis 1. Juli 2026 konnten Projekte auf der Plattform des Wettbewerbs nominiert werden, auch von Dritten. Zulässig waren Arbeiten, die zwischen 1. Juni 2024 und 31. Mai 2026 umgesetzt wurden. Laut den Wettbewerbsregeln der Fachgruppe müssen sie langfristig angelegt sein, dem Athener Kodex entsprechen und dürfen keine parteipolitische Motivation haben. Der Schwerpunkt muss auf Public Relations liegen. Bei einem Website-Relaunch zählt deshalb der redaktionelle Inhalt, nicht die Architektur der Seite.
Dann entschied zuerst das Publikum. Das Voting für die Projekte lief bis 10. August, abgestimmt werden durfte einmal pro Tag und registrierter E-Mail-Adresse in jeder Kategorie. Aus dieser Runde ging je Kategorie eine Spitzengruppe hervor, aus der eine Fachjury die Sieger bestimmte. Den Vorsitz hatte Gabriele Faber-Wiener vom Center for Responsible Management. Laut Jurybegründungen standen sechs Kriterien im Mittelpunkt: Wesentlichkeit, Wirksamkeit, Kreativität, Innovationskraft, Involvement und strategischer Umgang einschließlich Wirkungsmessung.
Für die Wahl zum Kommunikator oder zur Kommunikatorin des Jahres gilt ein eigenes Verfahren. Hier entscheidet ausschließlich das Publikum, die Frist lief bis 9. September. Zugelassen sind nur Personen mit Lebensmittelpunkt in der Steiermark, die selbst nicht beruflich in Werbung oder Marktkommunikation arbeiten. Wer schon einmal nominiert war, darf nicht erneut antreten. Mehr als 3.000 der knapp 13.000 Stimmen entfielen auf diese Wahl.
Den Sonderpreis Nachhaltigkeit in der Kommunikation gab es bereits 2024, damals traten acht Projekte dafür an. Seit der Ausgabe 2026 wird jede Nominierung automatisch auch auf Nachhaltigkeit hin bewertet, eine eigene Bewerbung braucht es nicht. Bewertet wird dabei ausdrücklich auch das Unternehmen hinter dem Projekt. Die Jury fragt unter anderem, ob ein Unternehmen negative Auswirkungen seiner Tätigkeit offen anspricht, ob es seine Motive offenlegt und ob es mit seinen Zielgruppen in Dialog tritt oder nur sendet. Die Nachhaltigkeitsbewertung wirkt sich nicht auf die Wertung in der jeweiligen Kategorie aus.
Wirtschaft: Boutique s'Finks x Herbert Traumüller
Sieger: „Boutique s'Finks x Herbert Traumüller - Tradition neu inszeniert", umgesetzt von der Kreativagentur Sabrina Deutsch. Die Boutique am Grazer Freiheitsplatz führte Gabriela Kriebernegg rund 25 Jahre lang, 2019 übernahm Herbert Traumüller. Im Sortiment stehen mehr als 1.500 Kleider, vom Ballkleid bis zum Brautkleid. Das Ziel der Kampagne war, ein eingesessenes Grazer Geschäft wieder ins Gespräch zu bringen: mit Positionierung, laufender Pressearbeit, Social Media, Außenwerbung sowie Sommerfesten und Weihnachtsaktionen im Laden. Die Jury lobte die „konsequent geplante und wirksame Marken- und Kommunikationsstrategie" und vor allem die Vernetzung mit anderen Grazer Designerinnen und Designern. Daraus sei ein sichtbares Netzwerk der regionalen Mode- und Kreativszene entstanden, das die Innenstadt belebe. Den Ausschlag gaben außerdem messbare Ziele, offengelegte Ergebnisse und Kundenfeedback. In einer der beiden größten Kategorien des Jahrgangs setzte sich damit ein einzelnes Modegeschäft gegen eine Versicherung, zwei Landesinnungen, ein Bauunternehmen und das Kuratorium für Verkehrssicherheit durch.
Die weiteren Projekte der Spitzengruppe
„In 1 Sekunde um 40 Jahre gealtert" von ECHTNAH für die VLV nahm sich eines der sprödesten Themen der Finanzbranche an: die Pensionsvorsorge von 25-Jährigen. Die Idee war ein Face-Aging-Filter, der beim Selfie das eigene 65-jährige Gesicht zeigt. Gedreht wurde live am Set, ohne digitale Nachbearbeitung. Die Social-Media-Kampagne kam auf mehr als 1,2 Millionen Impressionen.
Der „Kalender der Steirischen Rauchfangkehrer 2025" brachte zwei Landesinnungen zusammen: Zwölf Berufsfotografinnen und -fotografen porträtierten zwölf Rauchfangkehrer-Meisterbetriebe. Konzept, PR-Strategie und Design stammten von INTOUCH aus Gleisdorf. Präsentiert wurde der Kalender 2024 bei einem PR-Event, verkauft zugunsten von „Steirer helfen Steirern in Not". Die Beteiligten sammelten fast 2.000 Euro an Spenden.
„Profis am Werk" ist das Jubiläumsbuch zum 60-jährigen Bestehen von Kulmer Bau, gestaltet von GAS Marketingpraxis. Das Unternehmen wurde 1965 in Pischelsdorf gegründet und beschäftigt heute mehr als 200 Mitarbeitende. Das Buch verbindet die Firmengeschichte mit dem historischen Kontext und beschreibt das heutige Leistungsspektrum.
Die Psychologie-Kampagne des KFV von Rubikon und Steady Motion sollte österreichweit Verkehrspsychologinnen und -psychologen gewinnen, die in der Mehrphasen-Führerscheinausbildung und im Verkehrscoaching gebraucht werden. Online-Marketing, Videos, Landingpage, Plakate und ein Mentoringprogramm griffen ineinander. Ergebnis: rund 60 neue Fachkräfte.
Tourismus, Sport, Freizeit und Gesundheit: Schillerhaus Gleisdorf
Sieger: „Schillerhaus - Pflege sichtbar machen" vom Bezirkspflegeheim und Tageszentrum Gleisdorf. Die Jury nannte als Ausgangspunkt den akuten Personalmangel in der Pflege und als Beleg der Wirkung 38 neue Einstellungen. Reale Mitarbeitende, Bewohnerinnen und Bewohner vor der Kamera seien „eine glaubwürdige Alternative zu klassischen, oft austauschbaren Recruiting-Motiven". 2024 hatten in derselben Kategorie eine Tennis-App und die Grazer Speeddating-Bim gewonnen. Dass nun ein Pflegeheim vorne liegt, zeigt, welchen Stellenwert Recruiting-Kommunikation inzwischen hat.
Ein Haus mit 200 Betten und einem leeren Stockwerk
Das Schillerhaus in der Gleisdorfer Schillerstraße geht auf ein Bürgerspital aus dem Jahr 1500 zurück. Seinen heutigen Namen trägt das frühere Bezirkspensionistenheim seit 2023: Damals wurde ein Zubau eröffnet, in den laut Stadtgemeinde Gleisdorf rund 15 Millionen Euro flossen. Heute hat das Haus 200 Betten für Langzeit- und Kurzzeitpflege, ein Tageszentrum mit 16 Plätzen und eine Betriebstagesmutter für die Kinder der Belegschaft. Rund 90 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner kommen aus dem Bezirk Weiz. Betrieben wird es vom Pflegeverband Weiz, in dem die 31 Gemeinden des Bezirks seit 1. Jänner 2023 auch die Heime in Birkfeld, Passail und Weiz führen. Obfrau ist Ulrike Eisel, das Haus leitet Thomas Weiß, Pflegedienstleiterin ist seit November 2025 Zeljana Kondić. Das Team zählte im März 2026 rund 170 Personen.
Der Anlass für die Kampagne war ein renoviertes Stockwerk. Im vierten Stock sollten 50 zusätzliche Pflegeplätze entstehen, allerdings nicht auf einen Schlag. Heimleiter Weiß begründete die Etappen im März gegenüber MeinBezirk mit dem Personal, auf das man angewiesen sei. Allein für die ersten zwölf Betten brauchte das Haus eine diplomierte Pflegekraft, sechs Pflegeassistenzen und zweieinhalb Stellen in Heimhilfe und Hauswirtschaft. Ein Bett ohne Pflegekraft bleibt leer, egal wie neu das Zimmer ist.
Drei Partner, zwei Zielgruppen
Umgesetzt wurde das Projekt ab Anfang 2026 mit drei externen Partnern. Sie sollten zwei Gruppen zugleich erreichen: Menschen, die einen Pflege- oder Betreuungsplatz suchen, und Menschen, die im Schillerhaus arbeiten könnten.
| Partner | Aufgabe im Projekt |
|---|---|
| HR Professionals (Daniel Edelsbacher) | Analyse der Ausgangslage, Strategie und Employer-Branding-Konzept, Prüfung der Benefits, Koordination der Partner, Pressearbeit gemeinsam mit dem Haus |
| MotionAds, Premstätten (Kilian Holzmann, Elias Steinscherer) | Planung und Produktion der Image- und Recruitingkampagne: Kinospot, drei Testimonial-Videos, vier Reels, Fotoproduktion |
| Black Phoenix, Gleisdorf (Danny Fritz) | Relaunch der Website, Ausspielung der Kampagne |
Die Strategie stand vor den Bildern. HR Professionals analysierte laut MeinBezirk zuerst, was das Haus als Arbeitgeber bereits bot, und schärfte daraus die Positionierung. Die Benefits stehen heute gesammelt auf der Karriereseite des Schillerhauses: doppelt vergütete Nachtdienste, ein Bonus fürs Einspringen, eine sechste Urlaubswoche ab dem 43. Lebensjahr, Fitnessraum und Massagen im Haus. Seit Juli 2026 ist auch die Mittagspause bezahlt. Dazu kommen zwei Empfehlungsprogramme. Wer über „bring your friends" eine neue Kollegin oder einen neuen Kollegen wirbt, bekommt 500 Euro, wenn die neue Kraft ein Jahr bleibt. Die Gleisdorfer Aktion „4 beginnt und gewinnt" legt seit 1. April einen 300-Euro-Gutschein nach den ersten drei Monaten drauf.
MotionAds drehte an zwei Produktionstagen im Haus. Statt gestellter Szenen erzählen Pflegekräfte, Bewohnerinnen und Bewohner und Tagesgäste vom Alltag, die zentrale Botschaft lautet: Pflege bedeutet Verantwortung, Beziehung und Menschlichkeit. Ausgespielt wurde über Social Media, Meta-Anzeigen, die neue Website und im Kino. Zwei Pressetermine rahmten die Kampagne. Im März kündigte der Pflegeverband den Ausbau und die Personalsuche an, am 9. Juli zog er öffentlich Zwischenbilanz.
Die Zahlen hinter dem Sieg
| Zeitpunkt | Stand |
|---|---|
| März 2026 | Ausbauplan vorgestellt: 50 neue Plätze im vierten Stock, rund 170 Beschäftigte |
| 1. Juni 2026 | Viertes Stockwerk in Betrieb |
| Ende Juni 2026 | 92 Bewerbungsgespräche, 38 Neueinstellungen (36 davon im Gesundheitsbereich), die ersten 12 neuen Betten belegt |
| September 2026 | 12 weitere Eintritte geplant, PR-Panther-Sieg |
| Ende 2026 | Ziel: 24 Betten im vierten Stock |
| Ende 2027 | Ziel: alle 50 Betten belegt |
Die Relation ist bemerkenswert. Für die erste Ausbaustufe hatte das Haus im März neuneinhalb Stellen genannt. Bis Ende Juni kamen 38 Menschen neu ins Team, gut ein Fünftel der Belegschaft vom März. Ausdrücklich ging es dabei nicht um eine einmalige Anzeigenwelle, sondern darum, neue Kräfte langfristig an das Haus zu binden. Ob das gelingt, zeigt sich erst mit den nächsten Etappen. Ziel und Ergebnis liegen jedenfalls offen auf dem Tisch: Die Stadtgemeinde Gleisdorf veröffentlichte die Zwischenbilanz mit allen Zahlen, Heimleiter Weiß und Pflegedienstleiterin Kondić kommentierten sie knapp: „Wir sind sehr stolz."
Die weiteren Projekte der Spitzengruppe
„Gerda, die Kugelstoßerin" erzählt von einer 84-jährigen österreichischen Meisterin im Kugelstoßen, die in Judenburg eine Turngruppe leitet. Produziert hat die Reels die Agentur cornucopia aus Graz und Wien für die UNIQA, die darin ihr Prinzip „gemeinsam besser leben" wiederfand. Auf Instagram erreichten die Clips mehr als 200.000 Aufrufe.
„Sichtbarkeitsboost für die Kapfenberger Bulls" von der Grazer Digitalagentur DATA ROCKS begleitete die Basketball-Saison 2025/26 mit Meta-Kampagnen für Heimspiele und Tickets. Die Anzeigen kamen auf mehr als 2,4 Millionen Impressionen, Maskottchen Billy wurde mit KI-Unterstützung in neue Szenen gesetzt. Ziel war, Familien aus der Region in die Halle zu holen.
„Spotlight! Bühne frei für Bewegung" zog im Grazer Schubertkino Bilanz über drei Jahre der Initiative Bewegungsrevolution. Beteiligt waren der Studiengang Informationsdesign der FH JOANNEUM, e|motiongroup und Hartinger Consulting aus dem Bezirk Leibnitz. Gemeinden, Betriebe und Einzelpersonen wurden mit eigens gestalteten „Bewegungs-Billies" ausgezeichnet, dazu kamen Filmbeiträge, Medienarbeit und ein eigenes Event-Branding.
Die Kommunikation für Klosterbibliothek und Museum des Stifts Admont stammt von Rubikon. Der auffälligste Coup gelang international: Die Bibliothek erschien im Intro-Clip des bulgarischen Beitrags zum Eurovision Song Contest. Dazu kamen KI-gestützte Visualisierungen, mit denen Bibliothek und Museum für Social Media neu aufbereitet wurden.
Wissenschaft, Forschung und Bildung: Med Uni Graz Insights
Sieger: „Med Uni Graz Insights", der neue News- und Eventbereich der Medizinischen Universität Graz, umgesetzt von der Öffentlichkeitsarbeit der Universität gemeinsam mit der Agentur moodley. Die Plattform insights.medunigraz.at bündelt Forschungsthemen in Clustern statt in einer chronologischen Meldungsliste, ergänzt um einen monatlichen Newsletter. Die Jury hob die gestalterische Qualität und die Ausrichtung auf Zielgruppen hervor und verwies auf rund 600 Besucherinnen und Besucher pro Tag, deren Nutzung systematisch erfasst und ausgewertet wird. Angesprochen werden Studierende und Forschende ebenso wie Medien und Kooperationspartner. 2026 wird die Plattform mit einer Außenwerbe- und Social-Media-Kampagne beworben. Bemerkenswert: Die Med Uni Graz stand in dieser Kategorie gleich zweimal in der Spitzengruppe, mit zwei grundverschiedenen Formaten.
Die weiteren Projekte der Spitzengruppe
„MEDitio: Neues von der Med Uni Graz" ist das zweite Projekt der Universität, diesmal ohne Agentur umgesetzt. Das gedruckte Nachrichtenmagazin wurde neu ausgerichtet und widmet sich dem Schwerpunkt „Healthy Aging", von den biologischen Grundlagen des Alterns bis zu Empfehlungen für den Alltag. Forschende schreiben bewusst populärwissenschaftlich.
„Brüllhilde unterwegs" war eine Guerilla-Aktion des Grazer Kindermuseums FRida & freD zur Ausstellung „Damals 1410". Ein KI-generiertes Gemälde zeigt das Drachenmädchen Brüllhilde beim Selfie, scheinbar historisch. Gerahmt tauchte es unangekündigt in Grazer Museen auf, ein QR-Code führte zur Auflösung. Das Thema der Ausstellung, Bildmanipulation und Fake News, wurde so am eigenen Beispiel erlebbar.
„Graz am Meer" machte ein Binnenland zum Schauplatz für klimaneutrale Schifffahrt. Die Agentur Social Hearts um Birgit Hajek begleitete für das Forschungsunternehmen LEC das Schifffahrtsforum LSSTF25 und positionierte die Steiermark als Standort für grüne Schifffahrtstechnik. Partner wie die Hamburg Port Authority und die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb lieferten Glaubwürdigkeit, die Medienarbeit lief klassisch und über LinkedIn.
„Stiftsgymnasium Admont - Kommunikation entlang der Bildungsreise" von Rubikon hatte ein handfestes Problem zu lösen: sinkende Schülerzahlen durch die demografische Entwicklung. Social Media, Online-Kampagnen und Medienarbeit wurden entlang der Entscheidung von Eltern und Kindern aufgebaut, von der ersten Information bis zur Anmeldung.
Gesellschaft und Kultur: oida Austria
Sieger: „oida Austria" von the gemma agency aus Graz um Anastasija Postoeva. Das Projekt ist eine englischsprachige Social-Media-Community über Österreich: Sprache, Bräuche, Alltag, erklärt für Menschen, die hier leben, einmal hier gelebt haben oder sich für das Land interessieren. Die Jury nennt 106.000 Follower auf Instagram, 42.000 auf Facebook und 36.200 auf TikTok, zusammen gut 184.000, dazu regelmäßige Millionenreichweiten. Gewürdigt wurden Humor, authentisches Storytelling und die Einbindung der Community, die selbst Teil der Inhalte ist. Das Projekt sei ein „herausragendes Best-Practice-Beispiel" für plattformgerechte Kommunikation. Für Unternehmen, die internationale Fachkräfte ansprechen wollen, ist oida Austria ein Hinweis darauf, wo diese Zielgruppe tatsächlich zu erreichen ist.
Die weiteren Projekte der Spitzengruppe
„Menschlichkeit zum Mitnehmen" ist der Podcast der Diakonie de La Tour Steiermark, gestartet 2025 und produziert mit PodcastFam und Fabio Schaupp. Andreas Neubauer, Leiter der Stabsstelle Kommunikation, spricht mit Gästen wie Josef Zotter, Pia Hierzegger oder Omar Khir Alanam über Inklusion, Vielfalt und Zusammenhalt.
„Nein. Sie wurde getötet." steht für den Instagram-Kanal des Referats Frauen und Gleichstellung der Stadt Graz, betreut von ECHTNAH. Themen wie Femizide oder Catcalling lassen sich auf Meta kaum bewerben, also musste der Inhalt allein tragen. Die Bilanz: plus 920 Prozent Interaktionen, plus 226 Prozent Follower, plus 212 Prozent Aufrufe.
„Tag des weißen Stocks" war eine Aktion am 13. Oktober 2025 in der Grazer Innenstadt. Das Team hinter der App ontrack und die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs ließen Passantinnen und Passanten mit Augenbinden erleben, was fehlende Leitsysteme bedeuten. Ein Schaukasten hielt das Thema ein halbes Jahr lang sichtbar. Medial begleitet hat das die Grazer Agentur Penta Media, deren Gründer an diesem Abend noch einen zweiten Auftritt hatte.
Sonderpreis Nachhaltigkeit: 30 Jahre Marienstüberl
Sieger: „30 Jahre Marienstüberl", ein Projekt von Caritas Steiermark, dem Studiengang Journalismus und PR der FH JOANNEUM und der KNAPP AG. Das Marienstüberl in der Grazer Kleiststraße gibt es seit 1995. Menschen, die sich kein warmes Essen leisten können, bekommen dort eine Mahlzeit, Lebensmittel und Beratung. Im Herbst 2025 stellte die Caritas eine unbequeme Frage: Warum braucht Graz nach 30 Jahren immer noch eine solche Einrichtung? Rund 20 Studierende schrieben daraufhin Reportagen und Interviews für die Jubiläumsseite des Marienstüberls und produzierten Inhalte für Social Media. Mit Unterstützung der KNAPP AG entstand zusätzlich eine gedruckte Broschüre. Die Jury verwies auf bis zu 320 Mahlzeiten täglich, verbunden mit Hygieneangeboten, Hilfe bei Wohnungs- und Arbeitssuche und medizinischer Betreuung. Ausschlaggebend war die „nachhaltige und kontinuierliche Kommunikationsstrategie": Instagram-Reels, regelmäßige Erfahrungsberichte und Unternehmen, die im Marienstüberl kochen und das über ihre eigenen Kanäle weitertragen. Soziale Verantwortung erscheine so „nicht als einmalige Kampagne, sondern als fortlaufender Prozess". Dass das Jubiläum mit einer kritischen Frage begann statt mit einer Feier, passt zu dem, was der Kriterienkatalog Selbstreflexion nennt.
Kommunikator des Jahres: Paul Kalcher
Paul Kalcher gewann die Publikumswahl unter acht Nominierten. Er ist Gründer der Grazer Agentur Penta Media, die Videoformate, Podcasts und Kampagnen produziert, und gemeinsam mit Oliver Tazl Mitgründer von Ontours Software. Deren App ontrack navigiert blinde und sehbehinderte Menschen per Audio durch Städte und kann statt der kürzesten die sicherste Route wählen, etwa entlang taktiler Leitsysteme und akustischer Ampeln. Das Unternehmen wird im Science Park Graz inkubiert und bekam eine FFG-Förderung aus dem Programm „Expedition Zukunft Start". Beim European Young Innovators Festival 2025 in Graz war ontrack eines von 15 ausgezeichneten Projekten aus ganz Europa. Der Veranstalter beschreibt Kalcher als Kommunikator, der Sichtbarkeit als „Werkzeug für Bewusstsein, Teilhabe und Veränderung" versteht. Sein Vorgänger Peter Riedler, Rektor der Universität Graz, stand 2024 für Wissenschaftskommunikation. Mit Kalcher geht der Titel an einen Gründer, der vor allem über ein soziales Anliegen spricht.
Wer mehrfach in der Spitzengruppe stand
Die Liste der Platzierten zeigt einige Muster. Rubikon war mit drei Projekten in drei verschiedenen Kategorien vertreten und damit so breit wie keine andere Agentur, ging 2026 aber leer aus. 2024 hatte die Agentur mit der Tennis-Community-App noch den Sieg in der Tourismus-Kategorie geholt. ECHTNAH kam zweimal unter die Besten, jeweils mit Social-Media-Arbeiten, deren Wirkung sich in Prozent- und Impressionszahlen ausdrückt.
| Beteiligte | Projekte in der Spitzengruppe 2026 | Ergebnis |
|---|---|---|
| Rubikon Werbeagentur | KFV (Wirtschaft), Stift Admont Bibliothek und Museum (Tourismus), Stiftsgymnasium Admont (Wissenschaft) | 3 Platzierungen, kein Sieg |
| Med Uni Graz | Med Uni Graz Insights, MEDitio (beide Wissenschaft) | 1 Sieg |
| ECHTNAH | VLV (Wirtschaft), Frauen und Gleichstellung Stadt Graz (Gesellschaft) | 2 Platzierungen |
| FH JOANNEUM | 30 Jahre Marienstüberl (Journalismus und PR), Spotlight! (Informationsdesign) | Sonderpreis Nachhaltigkeit |
| Penta Media / Paul Kalcher | Tag des weißen Stocks (Gesellschaft) | Kommunikator des Jahres |
Inhaltlich fällt auf, wie oft Kommunikation 2026 ein Personalproblem lösen sollte. Das Schillerhaus suchte Pflegekräfte, das KFV Verkehrspsychologinnen, das Stiftsgymnasium Admont Schülerinnen und Schüler. Die Jury hat das honoriert, wo eine konkrete Zahl am Ende stand. Die zweite Linie ist künstliche Intelligenz, und zwar weniger als Werkzeug im Hintergrund denn als sichtbares Motiv: ein KI-Gemälde als Köder für Medienkompetenz, ein KI-verlängertes Maskottchen, KI-Bilder einer Stiftsbibliothek. Gewonnen hat keines dieser Projekte. Die Sieger setzten auf echte Menschen vor der Kamera, von der Pflegerin in Gleisdorf bis zum Boutiquebesitzer am Freiheitsplatz.
Wer beim PR-Panther „unter den Top 5" landet, verdankt das in erster Linie dem Publikumsvoting, wie etwa Hartinger Consulting zur eigenen Platzierung festhält. Eine mobilisierte Community kann ein Projekt also weit nach vorne bringen. Über den Sieg entscheidet danach die Fachjury, und die fragt nach Zielen, Wirkungsmessung und Strategie. Beim Kommunikator des Jahres fehlt dieses Korrektiv: Dort zählen allein die Stimmen.
Quellen
- werbe.at: PR-Panther 2026, Überblick und Eckdaten der Verleihung
- werbe.at: Gewinner und Nominees 2026
- werbe.at: Jurybegründungen PR-Panther 2026
- werbe.at: PR-Panther Kategorien und FAQ
- 5min.at: PR-Panther 2026 - diese steirischen Projekte wurden ausgezeichnet (16. September 2026)
- 5min.at: Die besten Kommunikationsprojekte der Steiermark werden wieder gesucht (9. Juni 2026)
- WKO Steiermark: Das sind die besten PR-Projekte der Steiermark (PR-Panther 2024)
- MeinBezirk: Im Schillerhaus wurde Pflege sichtbar gemacht (23. September 2026)
- Stadtgemeinde Gleisdorf: Erfolgreicher Ausbau im Schillerhaus Gleisdorf (10. Juli 2026)
- MeinBezirk: Mehr Pflegekapazitäten und Arbeitsplätze im Schillerhaus Gleisdorf (18. März 2026)
- MotionAds: Projektseite Schillerhaus Gleisdorf
- Hartinger Consulting: Top-5-Platzierung beim PR-Panther 2026
- brutkasten: ontrack - durch Zufall zur inklusiven Lösung
- 5min.at: Tag des weißen Stocks in Graz (13. Oktober 2025)
- Boutique s'Finks Graz: Geschichte und Sortiment