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Dienstag, 11. August 2026 Kontakt
Menschen

Kristina Edlinger-Ploder - von der Landesrätin zur Rektorin

Mit 31 Jahren war Kristina Edlinger-Ploder die jüngste Landesrätin Österreichs. Elf Jahre lang verantwortete sie in der steirischen Landesregierung wechselnde Ressorts - Wissenschaft und Forschung, Gesundheit und Pflegemanagement, Bildung, Verkehr und Technik. Seit 2016 führt sie die FH CAMPUS 02 in Graz, jene Fachhochschule, die ihre rund 1.200 Studierenden konsequent berufsbegleitend ausbildet.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kristina Edlinger-Ploder, geboren am 4. Juli 1971 in Linz, studierte Rechtswissenschaften an der Universität Graz
  • 1998 kam sie als Juristin in das Büro der damaligen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic
  • 2003 wurde sie mit 31 Jahren die jüngste Landesrätin Österreichs, am 10. März 2014 legte sie die Funktion zurück
  • Nach einer Tätigkeit als Vizerektorin an der Medizinischen Universität Graz wurde sie 2016 zur Rektorin der FH CAMPUS 02 gewählt
  • 2024 wurde sie als Rektorin wiederbestellt, ebenso Günter Zullus als Vizerektor
  • Die Hochschule bildet rund 1.200 Studierende in elf Studiengängen aus Wirtschaft und Technik aus
Lebensdaten
Geboren
4. Juli 1971 in Linz, als Kristina Edlinger
Ausbildung
Matura am Akademischen Gymnasium (1989), Studium der Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz
Stationen
Juristin im Büro von Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (ab 1998), Landesrätin der Steiermark (2003-2014) mit den Zuständigkeiten Wissenschaft und Forschung, Gesundheit und Pflegemanagement, Bildung, Verkehr und Technik, Vizerektorin der Medizinischen Universität Graz
Aktuell
Rektorin und wissenschaftliche Geschäftsführerin der FH CAMPUS 02 in Graz, Körblergasse 126
Weitere Funktionen
Vertretung der Hochschule in der Steirischen Hochschulkonferenz und in bildungspolitischen Gremien

Elf Jahre Landesregierung

Edlinger-Ploder kam 1971 in Linz zur Welt, maturierte 1989 am Akademischen Gymnasium und studierte Rechtswissenschaften in Graz. 1998 begann sie als Juristin im Büro der damaligen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic. Fünf Jahre später, 2003, rückte sie selbst in die Landesregierung auf - mit 31 Jahren als jüngste Landesrätin Österreichs.

Ihre Ressortzuschnitte wechselten mehrfach. Über die Jahre verantwortete sie Wissenschaft und Forschung, Gesundheit und Pflegemanagement sowie Bildung, Verkehr und Technik. Am 10. März 2014 legte sie ihre Funktion zurück und verließ die Politik.

Der Wechsel in die Hochschule

Nach dem Ausstieg aus der Politik wurde sie Vizerektorin an der Medizinischen Universität Graz. 2016 folgte die Wahl zur Rektorin der FH CAMPUS 02, wo sie zugleich die wissenschaftliche Geschäftsführung übernahm. Das Amt trat sie mit 1. September an. 2024 wurde sie wiederbestellt, gemeinsam mit Vizerektor Günter Zullus.

Der Wechsel von der Politik in eine Hochschulleitung ist in Österreich nicht ungewöhnlich, gerade in einem Ressort, das sie zuvor selbst verantwortet hatte. Als Landesrätin für Wissenschaft und Forschung kannte sie die Finanzierungslogik des Fachhochschulsektors von der anderen Seite des Tisches.

Die Hochschule in Zahlen

Kennzahl FH CAMPUS 02 Wert
Gründung 1996
Studierende rund 1.200
Studiengänge elf, in Wirtschaft und Technik
Absolventinnen und Absolventen voraussichtlich 8.000 im Jahr 2026 erreicht
Standort Körblergasse 126, 8010 Graz
Gut zu wissen:
Die FH CAMPUS 02 ist auf berufsbegleitendes Studium ausgerichtet - die Studierenden arbeiten überwiegend parallel in steirischen Betrieben. Damit erfüllt die Hochschule eine andere Funktion als die Universitäten: Sie qualifiziert Beschäftigte weiter, statt Berufseinsteiger auszubilden. Für Unternehmen, die im Fachkräftemangel stecken, ist das ein Instrument der internen Höherqualifizierung, ergänzt um die Angebote der steirischen Weiterbildungslandschaft.

Neue Programme unter ihrer Leitung

In den vergangenen Jahren erweiterte die Hochschule ihr Angebot deutlich. Dazu zählen der englischsprachige Bachelorstudiengang Smart Automation und der Master Digital Marketing Management sowie die Gründung eines Zentrums für Akademische Weiterbildung, das modulare Programme zu Marketing, Vertrieb, Innovation, Digitalisierung, künstlicher Intelligenz, Technik und Nachhaltigkeit anbietet.

Am 9. Februar 2026 eröffnete an der Hochschule das erste Josef-Ressel-Zentrum, angesiedelt am Department Marketing und Sales und ausgerichtet auf Plattformen und digitale Ökosysteme. Josef-Ressel-Zentren sind auf angewandte Forschung an Fachhochschulen zugeschnitten und werden gemeinsam mit Unternehmenspartnern finanziert - für eine Hochschule dieser Größe ein Nachweis von Forschungsfähigkeit.

Ausblick: Mit rund 8.000 Absolventinnen und Absolventen seit 1996 und einem neuen Forschungszentrum steht die Hochschule solide da. Die strategische Frage ihrer laufenden Amtszeit ist, wie stark sich eine berufsbegleitende Fachhochschule in Richtung Weiterbildung öffnet - ein Markt, in dem sie mit Universitäten, privaten Anbietern und den Bildungseinrichtungen der Sozialpartner konkurriert.

Quellen