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Donnerstag, 4. Juni 2026 Kontakt
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Weiterbildung in der Steiermark 2026 - Hochschulen, Lehrgänge und Fördermöglichkeiten

Weiterbildung in der Steiermark 2026 - Hochschulen, Lehrgänge und Fördermöglichkeiten
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Steiermark verfügt über vier große Hochschulen: TU Graz, Uni Graz, FH Joanneum und FH Campus 02
  • Die FH Joanneum bietet an drei Standorten (Graz, Kapfenberg, Bad Gleichenberg) berufsbegleitende Studien an
  • Ab dem Wintersemester 2026/27 hebt die FH Joanneum erstmals Studienbeiträge für Neuanfänger ein
  • Die FH Campus 02 ist auf berufsbegleitende Technik- und Wirtschaftsstudien spezialisiert
  • Die JOANNEUM Academy bietet Microcredentials, Zertifikatslehrgänge und modulare Weiterbildung an
  • Land und AK Steiermark fördern berufliche Weiterbildung mit verschiedenen Programmen

Rund 45.000 Studierende sind an den steirischen Hochschulen eingeschrieben - ein Beleg für die Bedeutung der Region als Bildungsstandort. Mit der Universität Graz (gegründet 1585), der Technischen Universität Graz, der FH Joanneum und der FH Campus 02 bietet die Steiermark ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, das sowohl Schulabgängerinnen und -abgänger als auch Berufstätige anspricht. In Zeiten des Fachkräftemangels und der digitalen Transformation wird lebenslanges Lernen immer wichtiger.

Die Hochschullandschaft der Steiermark im Überblick

Hochschule Standorte Schwerpunkte Besonderheit
Universität Graz Graz Geistes-, Sozial-, Naturwissenschaften, Jus rund 4.700 Beschäftigte, 30.000+ Studierende
TU Graz Graz Technik, Informatik, Naturwissenschaften Starke Spin-off-Kultur, Forschung
FH Joanneum Graz, Kapfenberg, Bad Gleichenberg Technik, Gesundheit, Medien, Wirtschaft Berufsbegleitend, praxisnah
FH Campus 02 Graz IT, Wirtschaftsinformatik, Automatisierung 100 % berufsbegleitend möglich
Kunstuniversität Graz Graz Musik, darstellende Kunst Internationale Reputation

Berufsbegleitend studieren: Angebote für Berufstätige

Die FH Joanneum hat sich als Vorreiterin im berufsbegleitenden Studieren etabliert. Lehrveranstaltungen finden überwiegend freitagnachmittags, samstags ganztags und in Blockwochen statt. Einige Kurse werden abends online abgehalten. Diese flexible Organisation ermöglicht die Kombination von Beruf und Studium. An der FH Joanneum können Berufstätige aus berufsbegleitenden, berufsermöglichenden und dualen Bachelor- und Masterstudiengängen wählen. Alle Masterlehrgänge sind berufsbegleitend organisiert.

Die FH Campus 02 geht noch einen Schritt weiter: Die gesamte Fachhochschule ist auf die Verbindung von Wirtschaft und Technik ausgerichtet, mit dem Motto "Wo aus Wissen Können wird". Studiengänge wie Business Data Science und Business Software Development sind speziell für Berufstätige konzipiert. Im Wintersemester 2026 werden neue Studienplätze vergeben, die Bewerbungsfrist läuft bereits.

Gut zu wissen:
Ab dem Wintersemester 2026/27 wird die FH Joanneum erstmals von Studienanfängerinnen und -anfängern einen Studienbeitrag einheben. Damit folgt sie einem Trend, der die Finanzierung von Fachhochschulen in Österreich auf neue Beine stellen soll. Bestehende Studierende sind von der Änderung nicht betroffen.

JOANNEUM Academy: Weiterbildung ohne ganzes Studium

Nicht jede Weiterbildung erfordert ein komplettes Studium. Die JOANNEUM Academy der FH Joanneum bietet ein breites Spektrum an kürzeren Formaten: Masterlehrgänge, akademische Lehrgänge, Zertifikatslehrgänge, Microcredentials, modulare Weiterbildungen sowie Seminare und Kurse. Diese Formate eignen sich besonders für Berufstätige, die sich in einem bestimmten Fachgebiet vertiefen möchten, ohne ein mehrjähriges Studium zu absolvieren.

Microcredentials sind dabei ein vergleichsweise neues Format: kurze, zertifizierte Lerneinheiten, die spezifische Kompetenzen vermitteln und europaweit anerkannt werden. Sie ermöglichen es, gezielt einzelne Qualifikationen zu erwerben - etwa in Projektmanagement, Datenanalyse oder digitalem Marketing.

Praxis-Tipp für Weiterbildungsinteressierte:
Wer sich neben dem Beruf weiterbilden möchte, sollte die verschiedenen Formate vergleichen: Ein berufsbegleitendes Masterstudium dauert in der Regel 4 Semester und führt zu einem akademischen Grad. Zertifikatslehrgänge dauern 1-2 Semester und bestätigen eine spezialisierte Qualifikation. Microcredentials können in wenigen Wochen absolviert werden und sind ideal für punktuelle Kompetenzentwicklung.

Förderungen für berufliche Weiterbildung in der Steiermark

Das Land Steiermark und die Sozialpartner unterstützen Weiterbildung mit verschiedenen Förderprogrammen. Das seit 2022 laufende Programm "Top!Job" von Land Steiermark und AK Steiermark unterstützt sowohl Betriebe als auch Beschäftigte bei Qualifizierungsmaßnahmen. Die bisherige Digitalisierungsoffensive der AK Steiermark sowie der Digi-Bonus Plus wurden bereits erfolgreich abgeschlossen.

Auf Bundesebene stehen weitere Förderinstrumente zur Verfügung: Das AMS bietet Qualifizierungsförderungen für Beschäftigte und Arbeitslose an, die Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) unterstützt Unternehmen bei der Mitarbeiterqualifizierung, und die Austria Wirtschaftsservice (AWS) fördert Weiterbildung im Rahmen von Innovations- und Digitalisierungsprojekten.

TU Graz und Uni Graz: Forschungsnahe Weiterbildung

Die Technische Universität Graz bietet neben regulären Studiengängen auch postgraduale Weiterbildungsprogramme an, die sich an Berufstätige richten. Besonders im Bereich Informatik, Maschinenbau und Elektrotechnik gibt es Angebote, die auf die Bedürfnisse der steirischen Industrie zugeschnitten sind. Die enge Verzahnung mit der Wirtschaft zeigt sich in zahlreichen Kooperationsprojekten mit regionalen Unternehmen wie AVL, Andritz oder AT&S. Die TU Graz ist zudem bekannt für ihre Spin-off-Kultur: Regelmäßig werden aus Forschungsprojekten neue Unternehmen gegründet, die ihrerseits Arbeitsplätze in der Region schaffen.

Die Universität Graz, mit über 30.000 Studierenden die größte Hochschule der Steiermark, bietet ein breites Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. Das Universitäre Weiterbildungszentrum UNI for LIFE organisiert berufsbegleitende Universitätslehrgänge und Masterprogramme in Bereichen wie Mediation, Gesundheitsmanagement oder Nachhaltigkeitsmanagement. Diese Programme sind besonders für Berufstätige attraktiv, die einen akademischen Abschluss mit praktischer Berufserfahrung verbinden möchten.

Ergänzt wird das Hochschulangebot durch spezialisierte Forschungseinrichtungen wie Joanneum Research, die neben Auftragsforschung auch Wissenstransfer und Weiterbildungskooperationen mit steirischen Unternehmen anbieten. Das Netzwerk aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsclustern macht die Steiermark zu einem der dichtesten Innovationsräume Österreichs.

Schwerpunkte für 2026: Wo Weiterbildung besonders gefragt ist

Der Future of Jobs Report 2025 des Weltwirtschaftsforums zeigt: 39 Prozent der heutigen Kompetenzen müssen angepasst werden. Besonders gefragt sind Kenntnisse in den Bereichen Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, Datenanalyse und Data Literacy, Cloud Computing und IT-Sicherheit, nachhaltiges Wirtschaften und Green Skills sowie Projektmanagement und agile Methoden.

Für die Steiermark mit ihrer starken Industrie- und Technologiebasis sind vor allem die Verbindung von technischem Know-how mit digitalen Kompetenzen und die Qualifizierung für Green Jobs relevant. Das Green Tech Valley in der Südsteiermark und der Automotive Cluster AC Styria bieten Beschäftigten in Kooperation mit den Hochschulen branchenspezifische Weiterbildungsprogramme an.

Für steirische Beschäftigte in der Industrie sind vor allem Qualifizierungen in den Bereichen Industrie 4.0, vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) und digitale Zwillinge relevant. Der Automotive Cluster AC Styria und das Green Tech Valley bieten in Kooperation mit den Hochschulen branchenspezifische Programme an, die technisches Fachwissen mit digitalen Kompetenzen verbinden. Unternehmen wie AVL List oder Andritz nutzen die Nähe zu den Grazer Hochschulen für maßgeschneiderte Schulungsprogramme ihrer Belegschaft.

Ein weiterer Trend ist die Qualifizierung für Green Jobs. Die Steiermark positioniert sich als führende Region für Umwelttechnologie in Europa, und das Green Tech Valley sucht kontinuierlich nach Fachkräften mit Kenntnissen in erneuerbarer Energietechnik, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigem Bauen. Die FH Joanneum und die TU Graz haben ihr Studienangebot in diesen Bereichen in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut.

Auch das AMS Steiermark setzt verstärkt auf Qualifizierung. Im Jänner 2026 befanden sich 8.566 Personen in AMS-Schulungsmaßnahmen - ein Zeichen dafür, dass aktive Arbeitsmarktpolitik in der aktuellen Lage eine zentrale Rolle spielt. Die Bandbreite reicht von kurzen Bewerbungstrainings über mehrmonatige Fachqualifizierungen bis hin zu Umschulungen in Mangelberufe. Mit der Aktion 55+ wird zudem ein Schwerpunkt auf die Weiterbildung älterer Beschäftigter gelegt, die besonders von der digitalen Transformation betroffen sind.

Wichtige Einschränkung:
Förderprogramme ändern sich regelmäßig. Die genannten Informationen entsprechen dem Stand Februar 2026. Aktuelle Förderkonditionen und Antragsfristen sollten direkt bei den zuständigen Stellen - AK Steiermark, SFG oder AMS - erfragt werden. Die Digitalisierungsoffensive und der Digi-Bonus Plus der AK Steiermark sind bereits ausgelaufen.

Die Steiermark bietet als Bildungs- und Weiterbildungsstandort hervorragende Voraussetzungen. Die Kombination aus etablierten Universitäten, praxisnahen Fachhochschulen, spezialisierten Forschungseinrichtungen und einem breiten Fördersystem macht lebenslanges Lernen in der Region besonders zugänglich. Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, findet in der Steiermark für nahezu jedes Fachgebiet und jede Lebenssituation ein passendes Angebot - vom zweistündigen Microcredential bis zum mehrjährigen berufsbegleitenden Masterstudium.

Quellen