Im Juni 1987 eröffneten Josef und Ulrike Zotter ihre erste Konditorei in Graz. Im November desselben Jahres kam Julia Zotter zur Welt und wuchs eine Etage über dem Betrieb auf. Mit 1. März 2026 übernahm sie die Geschäftsführung der Zotter Schokolade GmbH in Riegersburg - eines Unternehmens mit rund 230 Beschäftigten, das zu den meistbesuchten Ausflugszielen der Steiermark zählt.
- Julia Zotter, geboren im November 1987, ist seit 1. März 2026 Geschäftsführerin der Zotter Schokolade GmbH
- Sie studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der BOKU Wien und absolvierte das Grand Diplôme in Pâtisserie und Cuisine an der Cordon-Bleu-Akademie in Paris
- Von 2014 bis 2017 baute sie das Schokoladentheater in Shanghai auf, seit 2017 arbeitete sie in der Produktentwicklung
- Berufserfahrung sammelte sie zudem in Frankreich und Brasilien
- Der Betrieb in Riegersburg beschäftigt rund 230 Menschen und ist einer der größten Arbeitgeber der Region
- Ihr Vater Josef Zotter baute aus vier Kaffeehäusern die Manufaktur und die Erlebniswelt auf
- Geboren
- November 1987
- Ausbildung
- Studium der Lebensmittel- und Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien, Grand Diplôme in Pâtisserie und Cuisine an der Cordon-Bleu-Akademie Paris
- Stationen
- Mitarbeit im Familienbetrieb seit der Jugend, Berufserfahrung in China, Frankreich und Brasilien, Aufbau des Schokoladentheaters in Shanghai (2014-2017), Produktentwicklung bei Zotter (ab 2017)
- Aktuell
- Geschäftsführerin der Zotter Schokolade GmbH, Bergl 56, 8333 Riegersburg (seit 1. März 2026)
- Familie
- Tochter von Josef und Ulrike Zotter
Ein Leben im Takt der Manufaktur
Die Biografie von Julia Zotter verläuft parallel zur Firmengeschichte. Ihre Eltern eröffneten im Juni 1987 die erste Konditorei in Graz, ein halbes Jahr später wurde sie geboren. Aus den Kaffeehäusern wurde später die Schokoladenmanufaktur in Riegersburg, aus der Manufaktur eine Erlebniswelt mit Führungen, Verkostungen und angeschlossener Landwirtschaft.
Sie studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der BOKU in Wien - eine naturwissenschaftliche Grundlage, die im Kakaogeschäft unmittelbar praktisch ist - und absolvierte anschließend das Grand Diplôme in Pâtisserie und Cuisine an der Cordon-Bleu-Akademie in Paris. Berufliche Stationen führten sie nach China, Frankreich und Brasilien.
Das Experiment Shanghai
Von 2014 bis 2017 baute sie in Shanghai ein Schokoladentheater nach dem Vorbild des Stammhauses auf. Der Versuch, das steirische Erlebniskonzept nach China zu übertragen, war der bis dahin ambitionierteste Auslandsschritt des Unternehmens - und eine Erfahrung, die sie mit der operativen Realität eines Auslandsmarktes konfrontierte, statt sie im geschützten Rahmen des Familienbetriebs zu belassen.
Ab 2017 arbeitete sie in der Produktentwicklung in Riegersburg. Das ist jener Bereich, der die Marke prägt: Zotter führt mehrere hundert Sorten und bringt laufend neue heraus, viele davon in Kombinationen, die im Handel sonst nicht vorkommen.
Der Betrieb in Zahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Erste Konditorei | Juni 1987 in Graz |
| Standort heute | Bergl 56, 8333 Riegersburg |
| Beschäftigte | rund 230 |
| Bedeutung | einer der größten Arbeitgeber der Region und eines der meistbesuchten Ausflugsziele der Steiermark |
| Führungswechsel | 1. März 2026 |
Der Betrieb verbindet Produktion und Tourismus in einer Weise, die für die Oststeiermark charakteristisch geworden ist: Die Manufaktur ist zugleich Ausflugsziel, das Ausflugsziel wiederum Vertriebskanal. Ähnliche Modelle tragen das Thermen- und Vulkanland, wo Lebensmittelproduzenten einen erheblichen Teil ihres Umsatzes über Besucher machen statt über den Handel.
Die Nachfolge einer Marke
Die Übergabe ist heikler als in vielen anderen Familienunternehmen, weil die Marke stark mit der Person des Gründers verbunden ist. Josef Zotter hat die Manufaktur nicht nur aufgebaut, sondern über Jahrzehnte auch öffentlich verkörpert - mit einer Gestaltung und Kommunikation, die bewusst gegen die Konventionen der Branche lief.
Julia Zotter bringt in diese Konstellation einen anderen Zugang mit: naturwissenschaftliche Ausbildung, internationale Stationen, jahrelange Arbeit in der Produktentwicklung. Es ist eine Nachfolge aus dem Betrieb heraus, nicht von außen - jenes Muster, das in der steirischen Betriebsnachfolge als das stabilere gilt.