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Dienstag, 11. August 2026 Kontakt
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Klaus Scheitegel - der Generaldirektor des steirischen Landesversicherers

Über 2,5 Millionen Kundinnen und Kunden in 13 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, 1,63 Milliarden Euro Prämienvolumen und rund 5.341 Beschäftigte: Die GRAWE Group ist der größte Versicherungskonzern mit Sitz in der Steiermark und einer der wenigen österreichischen Versicherer, die von einem Bundesland aus international geführt werden. An der Spitze steht seit Juli 2017 Klaus Scheitegel, ein Jurist aus Leoben, der praktisch seine gesamte Laufbahn im Haus verbracht hat.

Das Wichtigste in Kürze
  • Klaus Scheitegel stammt aus Leoben, studierte Rechtswissenschaften in Graz und trat am 1. Juni 1993 in die GRAWE ein
  • Von 2006 bis 2013 arbeitete er für die GRAWE in Slowenien, seit 2013 gehört er dem Vorstand an
  • Am 1. Juli 2017 übernahm er den Vorsitz des Vorstands und die Funktion des Generaldirektors
  • Die GRAWE Group steigerte ihr Prämienvolumen 2025 um 6,7 Prozent auf 1,63 Mrd. Euro
  • Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag bei 202,4 Mio. Euro, das Eigenkapital stieg um 7,0 Prozent auf 2,19 Mrd. Euro
  • Neben Scheitegel gehören Gernot Reiter als Stellvertreter sowie Georg Schneider und Paul Swoboda dem Vorstand an
Lebensdaten
Herkunft
Leoben
Ausbildung
Studium der Rechtswissenschaften in Graz, anschließend Gerichtsjahr
Stationen
Eintritt bei der GRAWE in Graz (1. Juni 1993), Tätigkeit für die GRAWE in Slowenien (2006-2013), Mitglied des Vorstands (seit 2013)
Aktuell
Vorsitzender des Vorstands und Generaldirektor der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG (seit 1. Juli 2017)

Eine Laufbahn im selben Haus

Scheitegel wuchs in Leoben auf und studierte Rechtswissenschaften in Graz. Nach dem Gerichtsjahr begann er am 1. Juni 1993 bei der GRAWE in Graz - jenem Unternehmen, das er mehr als drei Jahrzehnte später führen sollte. Solche Hauskarrieren sind in der Versicherungswirtschaft häufiger als in der Industrie, weil Produktwissen, Bestandsführung und Vertriebsnetz stark unternehmensspezifisch sind.

Prägend war die Auslandsphase: Von 2006 bis 2013 arbeitete Scheitegel für die GRAWE in Slowenien. Der dortige Markt war einer der ersten, in die der Konzern nach 1989 expandierte. 2013 kehrte er in den Vorstand nach Graz zurück, am 1. Juli 2017 übernahm er den Vorsitz und die Funktion des Generaldirektors.

Der Konzern in Zahlen

Kennzahl GRAWE Group 2025
Prämienvolumen 1,63 Mrd. Euro (plus 6,7 Prozent)
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 202,4 Mio. Euro
Eigenkapital 2,19 Mrd. Euro (plus 7,0 Prozent)
Beschäftigte im Jahresdurchschnitt rund 5.341
Kundinnen und Kunden über 2,5 Millionen in 13 Ländern
Bilanzsumme (2024) 14.463,2 Mio. Euro (plus 11,6 Prozent)

Das Geschäftsmodell: Versicherung plus Immobilien und Bank

Die GRAWE ist nicht nur Versicherer: Mit einem Prämienplus von 6,7 Prozent im Jahr 2025 im Rücken stützt sich der Konzern zusätzlich auf Immobilien- und Bankaktivitäten, die das Ergebnis stabilisieren, wenn das Versicherungsgeschäft unter Druck steht. Die geografische Ausrichtung folgt derselben Logik wie bei anderen steirischen Finanzhäusern: Wachstum kommt aus Südosteuropa, der heimische Markt ist verteilt.

Gut zu wissen:
Damit sitzen am Finanzplatz Graz drei große Häuser mit ähnlicher Auslandsstrategie: die Steiermärkische Sparkasse, die Raiffeisen-Landesbank Steiermark und die GRAWE. Alle drei erwirtschaften einen wachsenden Teil ihrer Erträge außerhalb Österreichs - ein Muster, das die Steiermark von anderen Bundesländern unterscheidet, in denen die Landesinstitute stärker binnenorientiert sind.

Der Vorstand und seine Kontrolle

Neben Scheitegel gehören dem Vorstand Gernot Reiter als Generaldirektor-Stellvertreter sowie die Vorstandsdirektoren Georg Schneider und Paul Swoboda an. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Philipp Meran.

Als Versicherungskonzern unterliegt die GRAWE der Aufsicht der Finanzmarktaufsicht und den Solvency-II-Kapitalvorschriften. Dazu kommen seit 2024 und 2025 gestaffelt die erweiterten Nachhaltigkeitsberichtspflichten, die für Finanzunternehmen besonders aufwendig sind, weil sie auch die Emissionen ihrer Veranlagungen erfassen müssen.

Ein Landesversicherer mit langer Geschichte

Die Grazer Wechselseitige ist einer der ältesten Versicherer Österreichs und war über Jahrzehnte eng mit dem Land Steiermark und seiner Wirtschaft verflochten. Diese Verankerung zeigt sich bis heute im Vertriebsnetz und in der Kundenstruktur - Landwirtschaft, Gewerbe und private Vorsorge sind traditionell starke Segmente.

Scheitegel führt das Haus in einer Phase, in der die Branche gleich mehrere Umbrüche verarbeitet: höhere Schadenlasten durch Extremwetter, veränderte Zinsniveaus in der Lebensversicherung und der Umbau des Vertriebs von der Filiale zur digitalen Beratung.

Ausblick: Mit einem Prämienplus von 6,7 Prozent und einem Eigenkapital von 2,19 Milliarden Euro steht die GRAWE stabil da. Die Belastungsprobe der kommenden Jahre liegt in der Schadenentwicklung: Hochwasser- und Sturmereignisse treffen Versicherer in Mitteleuropa häufiger und teurer als noch vor zehn Jahren - und damit genau jene Region, in der die GRAWE ihr Wachstum sucht.

Quellen