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Dienstag, 11. August 2026 Kontakt
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Martin Schaller - der Treasury-Mann an der Spitze von Raiffeisen Steiermark

Über 56 Milliarden Euro an verwaltetem Kundenvermögen und ein Vorstandsmandat, das bis September 2031 läuft: Martin Schaller führt die Raiffeisen-Landesbank Steiermark seit Oktober 2013 und ist damit einer der dienstältesten Bankchefs des Landes. Im Frühjahr 2026 trat die Bank zudem als Miteigentümerin eines Industrieunternehmens auf - ein Schritt, der über das klassische Kreditgeschäft hinausgeht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Martin Schaller, geboren am 25. Juli 1965 in Linz, ist seit 1. Oktober 2013 Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark
  • Er studierte Handelswissenschaften an der WU Wien sowie Politikwissenschaft und Publizistik an der Universität Wien
  • Vor Graz war er elf Jahre lang Leiter von Treasury und Financial Markets bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
  • Sein Mandat wurde gemeinsam mit jenem von Vorstandsdirektor Rainer Stelzer vorzeitig bis 30. September 2031 verlängert
  • Raiffeisen Steiermark verwaltete zuletzt über 56 Mrd. Euro an Kundenvermögen
  • 2026 übernahm die Bank gemeinsam mit der Invest AG ein Drittel am Kapfenberger Zulieferer Pankl Racing Systems
Lebensdaten
Geboren
25. Juli 1965 in Linz
Ausbildung
Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien (1984-1989), Studium der Politikwissenschaft sowie der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien (1986-1991)
Stationen
Creditanstalt-Bankverein AG (1991-1993), Creditanstalt und Bank Austria, Treasury und Group Treasury (1993-2001), Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Leiter Treasury und Financial Markets (2001-2012)
Aktuell
Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark (seit 1. Oktober 2013), Mandat bis 30. September 2031
Ressorts
Finanzen und Banksteuerung, Beteiligungen und Business Development, Treasury, Verbund-Controlling, Unternehmenskommunikation und Marketing

Vom Handelsraum in die Vorstandsetage

Schaller kam 1965 in Linz zur Welt und studierte parallel zwei Fächer: Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und Politikwissenschaft samt Publizistik an der Universität Wien. Seine Bankkarriere begann 1991 bei der Creditanstalt-Bankverein AG, ab 1993 arbeitete er in verschiedenen Funktionen im Treasury und Group Treasury der Creditanstalt beziehungsweise Bank Austria.

2001 wechselte er zur Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, wo er elf Jahre lang den Bereich Treasury und Financial Markets leitete. Am 1. Oktober 2013 übernahm er den Vorstandsvorsitz der Raiffeisen-Landesbank Steiermark. Seine Herkunft aus dem Handels- und Refinanzierungsgeschäft prägt seine Ressorts bis heute: Finanzen, Banksteuerung, Treasury und Beteiligungen.

Die vorzeitige Verlängerung

Der Aufsichtsrat verlängerte die Mandate von Schaller und Vorstandsdirektor Rainer Stelzer vorzeitig um fünf Jahre - mit Wirkung 1. Oktober 2026 bis 30. September 2031. Läuft das Mandat aus, wird Schaller 18 Jahre an der Spitze des Instituts gestanden haben.

Zum Jahresauftakt 2026 zog er eine verhalten positive Bilanz über das abgelaufene Jahr. Die Formulierung "Operativ sind wir absolut zufrieden" war typisch für seinen Ton: keine Superlative, aber auch keine Krisenrhetorik. Das verwaltete Kundenvermögen der Gruppe stieg zuletzt auf über 56 Milliarden Euro.

Zeitraum Station
1991-1993 Creditanstalt-Bankverein AG
1993-2001 Treasury und Group Treasury bei Creditanstalt und Bank Austria
2001-2012 Leiter Treasury und Financial Markets, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
seit 1.10.2013 Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark
bis 30.9.2031 Laufzeit des verlängerten Mandats

Die Bank als Industriebeteiligung

Bemerkenswert für ein Landesinstitut war der Schritt vom Frühjahr 2026: Gemeinsam mit der Invest AG übernahm die Raiffeisen-Landesbank Steiermark ein Drittel an der Pankl Racing Systems AG in Kapfenberg, ein weiteres Drittel ging an die Knill Gruppe. Verkäufer war die Pierer Industrie AG, die ein Drittel behielt.

Gut zu wissen:
Mit dieser Transaktion trat die Bank nicht als Kreditgeberin, sondern als Miteigentümerin eines Industriebetriebs auf. Für Pankl-Chef Wolfgang Plasser bedeutete das eine mehrheitlich steirische Eigentümerbasis. Beteiligungen dieser Art sind für Landesbanken kein Regelgeschäft - sie binden Eigenkapital und unterliegen strengeren aufsichtsrechtlichen Anforderungen als ein Kredit.

Die Struktur hinter dem Institut

Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark ist Spitzeninstitut der steirischen Raiffeisenbanken und zugleich selbst im Kundengeschäft tätig. Die eigenständigen Raiffeisenbanken im Land sind Miteigentümerinnen der Landesbank - eine genossenschaftliche Konstruktion, die sich grundlegend von der Stiftungslogik der Steiermärkischen Sparkasse unterscheidet.

In der Praxis führt das zu zwei ähnlich großen, aber unterschiedlich verfassten Bankengruppen in einem vergleichsweise kleinen Markt. Beide sind wichtige Finanzierer der steirischen Industrie und beide bedienen den KMU-Kreditmarkt, in dem die Nachfrage zuletzt unter der schwachen Investitionsneigung litt.

Ausblick: Schallers verlängertes Mandat sichert Kontinuität bis 2031. Inhaltlich steht die Gruppe vor derselben Frage wie der gesamte Sektor: Wie viel Ertrag bleibt, wenn die Zinsspanne sinkt und das Kreditvolumen wegen zurückhaltender Investitionen nicht wächst. Die Beteiligung an Pankl deutet an, in welche Richtung die Antwort gesucht wird - Erträge aus Beteiligungen statt allein aus dem Zinsgeschäft.

Quellen