Über 56 Milliarden Euro an verwaltetem Kundenvermögen und ein Vorstandsmandat, das bis September 2031 läuft: Martin Schaller führt die Raiffeisen-Landesbank Steiermark seit Oktober 2013 und ist damit einer der dienstältesten Bankchefs des Landes. Im Frühjahr 2026 trat die Bank zudem als Miteigentümerin eines Industrieunternehmens auf - ein Schritt, der über das klassische Kreditgeschäft hinausgeht.
- Martin Schaller, geboren am 25. Juli 1965 in Linz, ist seit 1. Oktober 2013 Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark
- Er studierte Handelswissenschaften an der WU Wien sowie Politikwissenschaft und Publizistik an der Universität Wien
- Vor Graz war er elf Jahre lang Leiter von Treasury und Financial Markets bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich
- Sein Mandat wurde gemeinsam mit jenem von Vorstandsdirektor Rainer Stelzer vorzeitig bis 30. September 2031 verlängert
- Raiffeisen Steiermark verwaltete zuletzt über 56 Mrd. Euro an Kundenvermögen
- 2026 übernahm die Bank gemeinsam mit der Invest AG ein Drittel am Kapfenberger Zulieferer Pankl Racing Systems
- Geboren
- 25. Juli 1965 in Linz
- Ausbildung
- Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien (1984-1989), Studium der Politikwissenschaft sowie der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien (1986-1991)
- Stationen
- Creditanstalt-Bankverein AG (1991-1993), Creditanstalt und Bank Austria, Treasury und Group Treasury (1993-2001), Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, Leiter Treasury und Financial Markets (2001-2012)
- Aktuell
- Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark (seit 1. Oktober 2013), Mandat bis 30. September 2031
- Ressorts
- Finanzen und Banksteuerung, Beteiligungen und Business Development, Treasury, Verbund-Controlling, Unternehmenskommunikation und Marketing
Vom Handelsraum in die Vorstandsetage
Schaller kam 1965 in Linz zur Welt und studierte parallel zwei Fächer: Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und Politikwissenschaft samt Publizistik an der Universität Wien. Seine Bankkarriere begann 1991 bei der Creditanstalt-Bankverein AG, ab 1993 arbeitete er in verschiedenen Funktionen im Treasury und Group Treasury der Creditanstalt beziehungsweise Bank Austria.
2001 wechselte er zur Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, wo er elf Jahre lang den Bereich Treasury und Financial Markets leitete. Am 1. Oktober 2013 übernahm er den Vorstandsvorsitz der Raiffeisen-Landesbank Steiermark. Seine Herkunft aus dem Handels- und Refinanzierungsgeschäft prägt seine Ressorts bis heute: Finanzen, Banksteuerung, Treasury und Beteiligungen.
Die vorzeitige Verlängerung
Der Aufsichtsrat verlängerte die Mandate von Schaller und Vorstandsdirektor Rainer Stelzer vorzeitig um fünf Jahre - mit Wirkung 1. Oktober 2026 bis 30. September 2031. Läuft das Mandat aus, wird Schaller 18 Jahre an der Spitze des Instituts gestanden haben.
Zum Jahresauftakt 2026 zog er eine verhalten positive Bilanz über das abgelaufene Jahr. Die Formulierung "Operativ sind wir absolut zufrieden" war typisch für seinen Ton: keine Superlative, aber auch keine Krisenrhetorik. Das verwaltete Kundenvermögen der Gruppe stieg zuletzt auf über 56 Milliarden Euro.
| Zeitraum | Station |
|---|---|
| 1991-1993 | Creditanstalt-Bankverein AG |
| 1993-2001 | Treasury und Group Treasury bei Creditanstalt und Bank Austria |
| 2001-2012 | Leiter Treasury und Financial Markets, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich |
| seit 1.10.2013 | Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark |
| bis 30.9.2031 | Laufzeit des verlängerten Mandats |
Die Bank als Industriebeteiligung
Bemerkenswert für ein Landesinstitut war der Schritt vom Frühjahr 2026: Gemeinsam mit der Invest AG übernahm die Raiffeisen-Landesbank Steiermark ein Drittel an der Pankl Racing Systems AG in Kapfenberg, ein weiteres Drittel ging an die Knill Gruppe. Verkäufer war die Pierer Industrie AG, die ein Drittel behielt.
Mit dieser Transaktion trat die Bank nicht als Kreditgeberin, sondern als Miteigentümerin eines Industriebetriebs auf. Für Pankl-Chef Wolfgang Plasser bedeutete das eine mehrheitlich steirische Eigentümerbasis. Beteiligungen dieser Art sind für Landesbanken kein Regelgeschäft - sie binden Eigenkapital und unterliegen strengeren aufsichtsrechtlichen Anforderungen als ein Kredit.
Die Struktur hinter dem Institut
Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark ist Spitzeninstitut der steirischen Raiffeisenbanken und zugleich selbst im Kundengeschäft tätig. Die eigenständigen Raiffeisenbanken im Land sind Miteigentümerinnen der Landesbank - eine genossenschaftliche Konstruktion, die sich grundlegend von der Stiftungslogik der Steiermärkischen Sparkasse unterscheidet.
In der Praxis führt das zu zwei ähnlich großen, aber unterschiedlich verfassten Bankengruppen in einem vergleichsweise kleinen Markt. Beide sind wichtige Finanzierer der steirischen Industrie und beide bedienen den KMU-Kreditmarkt, in dem die Nachfrage zuletzt unter der schwachen Investitionsneigung litt.
Quellen
- RLB Steiermark: Mandate von Martin Schaller und Rainer Stelzer verlängert
- RLB Steiermark: Management und Aufsichtsrat
- Raiffeisenzeitung: Jahresauftakt 2026 der Raiffeisen Steiermark
- Pankl Racing Systems: Closing der neuen Eigentümerstruktur (Mai 2026)
- Raiffeisenzeitung: RLB Steiermark verlängert Schaller und Stelzer