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Dienstag, 11. August 2026 Kontakt
Menschen

Walburga Seidl - die erste Frau im Vorstand der Steiermärkischen

Ihre Laufbahn begann in einer Grazer Sparkassenfiliale. Im Sommer 2019 rückte Walburga Seidl in den Vorstand der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG auf - als erste Frau in der Geschichte des Hauses. Heute verantwortet sie in der größten Bundesländer-Sparkasse Österreichs Rechnungswesen, Controlling, Personal, Organisation und IT.

Das Wichtigste in Kürze
  • Walburga Seidl ist seit Sommer 2019 Mitglied des Vorstands der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG
  • Sie war die erste Frau, die in die Geschichte des Instituts in den Vorstand berufen wurde
  • Nach dem Betriebswirtschaftsstudium startete sie in einer Sparkassenfiliale in Graz und ist seit über 25 Jahren im Konzern
  • Vor der Bestellung leitete sie das Strategische Risikomanagement
  • Im neu formierten Vorstandsteam seit Juni 2025 verantwortet sie Accounting, Controlling, ALM, Personal, Organisation und IT sowie Operations
  • Der Vorstand besteht aus Georg Bucher als Vorsitzendem sowie Oliver Kröpfl, Walburga Seidl und Sigmund Loibner
Lebensdaten
Ausbildung
Studium der Betriebswirtschaft
Stationen
Einstieg in einer Sparkassenfiliale in Graz, Führungsfunktionen im Konzern, Leitung des Strategischen Risikomanagements, über 25 Jahre in der Sparkassengruppe
Aktuell
Mitglied des Vorstands der Steiermärkischen Bank und Sparkassen AG (seit Sommer 2019), zuständig für Accounting, Controlling, ALM, Human Resources, Organisation und IT sowie Operations

Von der Filiale in den Vorstand

Seidls Karriere ist ein Musterbeispiel für den internen Aufstieg, wie ihn Sparkassen traditionell ermöglichen. Nach dem Betriebswirtschaftsstudium begann sie in einer Filiale in Graz - also im Kundengeschäft, nicht in einer Stabsstelle. Über 25 Jahre lang durchlief sie verschiedene Funktionen des Konzerns und übernahm Führungsaufgaben.

Vor ihrer Bestellung in den Vorstand leitete sie das Strategische Risikomanagement, jene Abteilung, die Kreditrisiken, Marktrisiken und aufsichtsrechtliche Kapitalanforderungen steuert. In einer Bank ist das die Gegenposition zum Vertrieb: Sie entscheidet mit, welche Geschäfte das Haus eingeht.

Die Bestellung 2019

Im Sommer 2019 wurde sie gemeinsam mit Oliver Kröpfl in den Vorstand berufen. Dass damit erstmals eine Frau an der Spitze des Instituts stand, war Anlass für Berichterstattung über das Haus hinaus - in der österreichischen Bankenlandschaft waren Vorstandsposten damals noch fast durchgängig männlich besetzt.

Ihr Ressort umfasste zunächst Risiko, Compliance, Recht, Interne Revision und Finanzen. Mit der Neuaufstellung des Vorstandsteams im Juni 2025 verschoben sich die Zuständigkeiten: Seither verantwortet sie Accounting, Controlling, ALM, Personal, Organisation und IT sowie Operations, während Sigmund Loibner das Risikoressort übernahm.

Vorstand seit Juni 2025 Zuständigkeit
Georg Bucher (Vorsitz) Internationales Geschäft, Treasury, Wertpapiergeschäft, Generalsekretariat, Interne Revision
Oliver Kröpfl Kommerz, Retailvertrieb Steiermark, Werbung, Facility Management
Walburga Seidl Accounting, Controlling, ALM, Personal, Organisation und IT, Operations
Sigmund Loibner Risikomanagement, Workout Management, Compliance und Recht
Gut zu wissen:
Seidls heutiges Ressort bündelt jene Bereiche, die in Banken den größten Kostenblock ausmachen: Personal und IT. Beide stehen unter Umbaudruck, weil Filialgeschäft und digitale Kanäle unterschiedliche Strukturen verlangen. Die Steiermärkische ist mit 23,8 Mrd. Euro Bilanzsumme und 436 Mio. Euro Jahresüberschuss 2025 die größte Bundesländer-Sparkasse Österreichs und einer der wichtigsten KMU-Finanzierer des Landes.

Eine von wenigen

Im aktuellen Vorstand des Instituts ist Seidl weiterhin die einzige Frau. Im Aufsichtsrat, den Friedrich Santner führt, sind mit Gabriele Krenn als zweiter Stellvertreterin sowie Michaela Christiner, Andrea Hirschenberger und Gerda Holzinger-Burgstaller mehrere Frauen vertreten.

Am steirischen Finanzplatz insgesamt bleibt die Führungsebene männlich geprägt: Sowohl die Raiffeisen-Landesbank als auch die GRAWE werden von Männern geführt.

Ausblick: Mit dem Ressort für Personal, Organisation und IT sitzt Seidl an der Stelle, an der sich entscheidet, wie die Bank ihre Kostenbasis in einem Umfeld sinkender Zinsspannen hält. Das ist weniger sichtbar als das Kreditgeschäft, wirkt aber unmittelbar auf das Ergebnis - und auf die Frage, wie viele Filialen ein Landesinstitut künftig noch betreibt.

Quellen