Pflanzliche Fleischalternativen haben ein bekanntes Problem: Sie schmecken nicht wie das, was sie ersetzen sollen. Astrid Radkohl arbeitet mit ihrem Grazer Startup Yflavour an einer Antwort darauf - einem Pulver auf Hefebasis, das den Produkten Aroma verleiht, ohne dass Fleisch im Spiel ist. Entwickelt wurde es im Umfeld des Science Park Graz.
- Astrid Radkohl ist Gründerin und Geschäftsführerin von Yflavour mit Sitz in Graz
- Gemeinsam mit Lukas Bernauer entwickelte sie nach dem Studium der Molekularbiologie und Biotechnologie ein hefebasiertes Aromapulver
- Das Produkt richtet sich an Hersteller pflanzlicher Fleischalternativen und kommt ohne Gentechnik aus
- Die Aromen sind vegan, enthalten Spurenelemente und Vitamine und senken den nötigen Salzgehalt im Endprodukt
- Zum Team gehören neben Radkohl und Bernauer auch Aleksandra Fuchs und Harald Pichler
- Das Unternehmen wurde im Science Park Graz inkubiert und war 2026 für den Steirerin-Award in der Kategorie Female Start-Ups nominiert
- Ausbildung
- Studium der Molekularbiologie und Biotechnologie
- Aktuell
- Gründerin und Geschäftsführerin von Yflavour, Graz
- Gründungsteam
- Astrid Radkohl und Lukas Bernauer, im Team zudem Aleksandra Fuchs und Harald Pichler
- Umfeld
- Inkubation im Science Park Graz, Teilnahme am Klimaschutz-Gründungsprogramm Greenstart
Vom Labor zum Produkt
Radkohl und ihr Mitgründer Lukas Bernauer kommen beide aus der Molekularbiologie und Biotechnologie. Aus dieser Grundlagenarbeit entstand die Idee, den Umweg über tierische Rohstoffe zu vermeiden und Aroma direkt aus Hefe zu gewinnen - jener Mikroorganismus, der in der Lebensmittelherstellung seit Jahrtausenden im Einsatz ist und sich vergleichsweise unaufwendig kultivieren lässt.
Das Ergebnis ist ein Pulver, das Herstellern pflanzlicher Fleischalternativen beigemischt wird. Die Aromen sind nach Unternehmensangaben vegan und werden ohne Gentechnik erzeugt. Zwei Nebeneffekte machen das Produkt für die Industrie zusätzlich interessant: Es bringt Spurenelemente und Vitamine mit, und es senkt den Salzgehalt, der sonst nötig wäre, um Geschmack zu erzeugen.
Ein Markt in schwierigem Fahrwasser
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Der Markt für Fleischersatzprodukte ist nach starken Wachstumsjahren in eine Konsolidierung geraten - Produkte, die geschmacklich nicht überzeugen, verlieren Kunden nach dem ersten Kauf. Genau an dieser Stelle setzt Yflavour an, nicht als Anbieter eines Endprodukts, sondern als Zulieferer.
| Merkmal Yflavour | Inhalt |
|---|---|
| Sitz | Graz |
| Produkt | Natürliche Aromen auf Basis von Hefe, in Pulverform |
| Zielgruppe | Hersteller pflanzlicher Fleischalternativen |
| Eigenschaften | vegan, ohne Gentechnik, mit Spurenelementen und Vitaminen, salzreduzierend |
| Gründungsteam | Astrid Radkohl, Lukas Bernauer, Aleksandra Fuchs, Harald Pichler |
| Perspektive | Produktvarianten für Huhn, Fisch und Käse denkbar |
Yflavour ist ein typischer Fall für den steirischen Gründungspfad im Biotechnologiebereich: Grundlagenforschung an einer Hochschule, Inkubation im Science Park Graz, dann die Suche nach Industriepartnern. Der Inkubator unter Martin Mössler begleitet Gründungen von der Idee bis zur Marktreife und ist neben den Spin-offs der TU Graz die wichtigste Adresse für DeepTech-Gründungen im Land.
Sichtbarkeit über die Szene hinaus
2026 war Radkohl für den Steirerin-Award in der Kategorie Female Start-Ups und Scale-Ups nominiert. Solche Nominierungen sind für junge Unternehmen weniger wegen des Preisgeldes relevant als wegen der Aufmerksamkeit: Ein Zulieferer für Lebensmittelhersteller findet seine Kunden nicht über Werbung, sondern über Branchenkontakte und Fachöffentlichkeit.
Das Unternehmen war zudem im Klimaschutz-Gründungsprogramm Greenstart vertreten - jener Schiene, in der Gründungen mit Umweltnutzen begleitet werden. Für Aromen aus Hefe liegt das Argument auf der Hand: Sie ersetzen einen Rohstoff, dessen Erzeugung deutlich emissionsintensiver ist.