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Dienstag, 11. August 2026 Kontakt
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Martin Mössler - der Inkubatorchef, der Grazer Forschung zu Firmen macht

Über 100 Unternehmen und mehr als 1.000 Arbeitsplätze sind aus dem Science Park Graz hervorgegangen, allein 120 Firmen reiften in den vergangenen 15 Jahren dort heran. Geführt wird Österreichs ältester und größter Hightech-Inkubator seit 2016 von Martin Mössler - einem Maschinenbauer, der auch Politikwissenschaft studierte und an der London School of Economics abschloss.

Das Wichtigste in Kürze
  • Martin Mössler ist seit 2016 Geschäftsführer der Science Park Graz GmbH in der Sandgasse in Graz
  • Er studierte Maschinenbau in Graz, Politikwissenschaft in Salzburg, International Relations in Oxford und absolvierte einen Master an der London School of Economics
  • 2016 baute er am Science Park das Gründerzentrum der Europäischen Weltraumorganisation für Österreich und Südosteuropa auf
  • Der Inkubator ist die gemeinsame Einrichtung von TU Graz, Medizinischer Universität Graz und Universität Graz
  • Aus dem Science Park gingen über 100 Unternehmen und mehr als 1.000 Arbeitsplätze hervor
  • Betreut wird von der Ideenphase bis zur Marktreife, gegliedert nach technologischen Reifegraden
Lebensdaten
Ausbildung
Studium des Maschinenbaus in Graz, Politikwissenschaft in Salzburg, International Relations in Oxford, Master an der London School of Economics and Political Science
Aktuell
Geschäftsführer der Science Park Graz GmbH (seit 2016)
Aufbauleistung
Errichtung des ESA-BIC-Gründerzentrums für Österreich und Südosteuropa am Standort Graz (2016)

Zwei Welten in einer Biografie

Mösslers Ausbildung verbindet zwei Bereiche, die selten zusammenfallen: Technik und internationale Politik. Er studierte Maschinenbau in Graz und Politikwissenschaft in Salzburg, ging danach für International Relations nach Oxford und absolvierte einen Master an der London School of Economics.

Für die Leitung eines Inkubators ist diese Kombination weniger exotisch, als sie klingt. Der Job besteht zu einem Teil aus der Beurteilung technischer Machbarkeit und zum anderen aus Verhandlungen mit Fördergebern, Universitäten, Investoren und europäischen Institutionen. 2016 übernahm Mössler die Geschäftsführung des Science Park Graz.

Das Weltraumprogramm nach Graz geholt

Im selben Jahr baute er am Standort das Business Incubation Centre der Europäischen Weltraumorganisation auf - ESA BIC Austria, zuständig für Österreich und Südosteuropa. Das Programm unterstützt Unternehmen, die Weltraumtechnologie in irdische Anwendungen übersetzen oder umgekehrt Zulieferungen für die Raumfahrt entwickeln.

Für die Steiermark war das ein struktureller Gewinn: Das Land verfügt mit dem Aerospace-Umfeld und Instituten der TU Graz über eine Basis, der bis dahin die Gründungsschiene fehlte. Neben ESA BIC läuft am Science Park das Programm AplusB, das österreichische Netzwerk akademischer Inkubatoren.

Merkmal Science Park Graz Inhalt
Gesellschafter TU Graz, Medizinische Universität Graz, Universität Graz
Programme AplusB (Hightech allgemein), ESA BIC Austria (Weltraumtechnologie)
Betreuungsphasen Idee (TRL 1-3), Prototyp (TRL 4-6), Markt (TRL 7-9)
Bisheriges Ergebnis über 100 Unternehmen, mehr als 1.000 Arbeitsplätze
Standort Sandgasse 36, 8010 Graz
Gut zu wissen:
Die Gliederung nach technologischen Reifegraden ist mehr als eine Formalie. Sie entscheidet darüber, welche Förderungen ein Projekt überhaupt beantragen kann: In der Ideenphase greifen Zuschüsse, ab der Prototypenphase kommen Beteiligungskapital und Business Angels ins Spiel, später Venture Capital. Der Science Park kooperiert zudem mit der Steiermärkischen Sparkasse bei der Finanzierung junger Unternehmen.

Was Mössler von Gründern verlangt

Mössler äußert sich regelmäßig zur Gründungskultur des Landes und tut das deutlicher als die meisten Vertreter von Förderinstitutionen. Startups brauchen nach seiner Auffassung vor allem "sehr, sehr große Visionskraft" - gemeint ist die Bereitschaft, internationale Märkte von Anfang an mitzudenken statt auf den heimischen zu zielen.

Ein zweites wiederkehrendes Thema ist das unternehmerische Denken in der Gesellschaft, dessen Mangel er als eigentliches Hemmnis beschreibt. Aus einer Universitätsstadt mit rund 60.000 Studierenden kämen zu wenige Gründungen, gemessen an der vorhandenen Forschungsleistung.

Das Umfeld

Der Science Park steht nicht allein. Rund um ihn haben sich mit DeepTech-Gründungen, Spin-offs der TU Graz und dem Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin mehrere Strukturen gebildet, die dieselbe Zielgruppe bedienen. Mösslers Haus ist dabei die älteste und mit Abstand erfahrenste Adresse.

Ausblick: Die Zahl der Gründungen ist die eine Kennzahl, ihr Überleben die andere. Für den Science Park wird entscheidend sein, ob die betreuten Unternehmen jene Finanzierungsrunden erreichen, die den Sprung vom Prototyp zum Markt tragen - genau jene Phase, in der in Österreich das Kapital traditionell dünn wird.

Quellen