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Dienstag, 11. August 2026 Kontakt
Menschen

Kurt Maier - der Papierindustrielle an der Spitze der IV Steiermark

Als Kurt Maier am 3. Juli 2024 zum Präsidenten der Industriellenvereinigung Steiermark gewählt wurde, übernahm erstmals seit Jahren wieder ein Vertreter der Grundstoffindustrie das Amt. Maier führte zehn Jahre lang die Zellstoff Pöls AG im Murtal und anschließend die Heinzel Group, zu der das Werk gehört. Damit kennt er jene Branche von innen, die in der Steiermark am unmittelbarsten von Energiepreisen und Rohstoffverfügbarkeit abhängt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Kurt Maier, geboren 1961 in Graz, studierte Wirtschaftsingenieurwesen für Maschinenbau an der TU Graz
  • Nach Stationen in der Automobilindustrie wechselte er 2005 in die Zellstoff- und Papierindustrie
  • Von 2006 bis 2016 war er Vorstandsvorsitzender der Zellstoff Pöls AG, danach bis 2022 CEO der Heinzel Group, seither deren COO
  • Am 3. Juli 2024 wurde er zum Präsidenten der IV Steiermark für die Funktionsperiode 2024 bis 2027 gewählt
  • Er folgte auf Stefan Stolitzka, Vizepräsidenten sind Alfred Marchler, Franz Mayr-Melnhof-Saurau und Markus Ritter
  • Dem Bundesvorstand der Industriellenvereinigung gehört Maier bereits seit 2017 an
Lebensdaten
Geboren
1961 in Graz
Ausbildung
Studium des Wirtschaftsingenieurwesens für Maschinenbau an der TU Graz
Stationen
Tätigkeiten in der Automobilindustrie, Wechsel in die Zellstoff- und Papierindustrie (2005), Finanzvorstand der Zellstoff Pöls AG (2005-2006), Vorstandsvorsitzender der Zellstoff Pöls AG (2006-2016), CEO der Heinzel Group (2016-2022)
Aktuell
COO der Heinzel Group, Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark (seit 3. Juli 2024, Funktionsperiode bis 2027)
Weitere Funktionen
Mitglied des Bundesvorstands der Industriellenvereinigung (seit 2017), Aufsichtsratsmandate in mehreren Unternehmen

Vom Maschinenbau zum Zellstoff

Maier kam 1961 in Graz zur Welt und studierte an der TU Graz Wirtschaftsingenieurwesen für Maschinenbau - jene Kombination aus Technik und Betriebswirtschaft, die in der steirischen Industrie überdurchschnittlich häufig in Vorstandsetagen führt. Seine ersten Berufsjahre verbrachte er in der Automobilindustrie.

2005 folgte der Branchenwechsel: Maier ging als Finanzvorstand zur Zellstoff Pöls AG, dem Werk im obersteirischen Pöls an der Mur. Bereits 2006 rückte er an die Spitze des Unternehmens und führte es zehn Jahre lang. In diese Zeit fielen umfangreiche Investitionen in Kapazität und Energieeffizienz, mit denen sich das Werk als einer der größten Produzenten von gebleichtem Sulfat-Langfaserzellstoff in Mitteleuropa positionierte.

An der Spitze der Heinzel Group

2016 übernahm Maier die Führung der gesamten Heinzel Group, zu der neben Pöls weitere Produktions- und Handelsgesellschaften gehören. Die Gruppe produziert Marktzellstoff sowie Verpackungs- und Magazinpapier und betreibt weltweiten Handel mit diesen Produkten. 2022 wechselte Maier vom Vorsitz in die Rolle des Chief Operating Officer.

Gut zu wissen:
Die Papier- und Zellstoffindustrie ist einer der größten industriellen Energieverbraucher des Landes und zugleich der wichtigste Abnehmer für steirisches Nutzholz. Damit hängt sie an zwei Preisen gleichzeitig: am Strom- und Gaspreis sowie am Rundholzpreis, den die Sägeindustrie mitbestimmt. Ein Branchenvertreter an der IV-Spitze bringt diese Perspektive in die Standortdebatte ein.

Die Wahl 2024

Am 3. Juli 2024 wählte der Landesvorstand Maier einstimmig zum Präsidenten der IV Steiermark. Er folgte auf Stefan Stolitzka, der das Amt vier Jahre lang ausgeübt hatte. Das Präsidium der Funktionsperiode 2024 bis 2027 vervollständigen die Vizepräsidenten Alfred Marchler, Franz Mayr-Melnhof-Saurau und Markus Ritter.

Zeitraum Station
2005-2006 Finanzvorstand Zellstoff Pöls AG
2006-2016 Vorstandsvorsitzender Zellstoff Pöls AG
2016-2022 CEO Heinzel Group
seit 2017 Mitglied im Bundesvorstand der Industriellenvereinigung
seit 2022 COO Heinzel Group
seit 3.7.2024 Präsident der IV Steiermark

Die Themensetzung

Maier hat seine Amtszeit von Beginn an auf Standortkosten und Innovationsfähigkeit ausgerichtet. Sein erklärtes Ziel ist es, die Steiermark unter den führenden Innovationsregionen zu halten - ein Anspruch, den die Forschungsquote des Landes bereits heute stützt. Für 2026 forderte die Industriellenvereinigung Steiermark unter seiner Führung tiefgreifende Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industriebetriebe zu sichern.

Als Vertreter eines energieintensiven Betriebs argumentiert Maier dabei anders als Repräsentanten der Zulieferindustrie: Nicht Fachkräfte allein, sondern die Kosten für Energie und Regulierung stehen im Zentrum. Diese Perspektive teilt er mit der Stahl- und Papierbranche der Obersteiermark, während die IV traditionell stark von Automobil- und Maschinenbaubetrieben getragen wird.

Ausblick: Maiers Funktionsperiode läuft bis 2027. Sie fällt in eine Phase, in der die energieintensiven Branchen des Landes gleichzeitig dekarbonisieren und international konkurrenzfähig bleiben sollen. Für die IV Steiermark ist die Frage, wie viel industriepolitischer Spielraum auf Landesebene überhaupt besteht, wenn die entscheidenden Weichen in Wien und Brüssel gestellt werden.

Quellen