Als Kurt Maier am 3. Juli 2024 zum Präsidenten der Industriellenvereinigung Steiermark gewählt wurde, übernahm erstmals seit Jahren wieder ein Vertreter der Grundstoffindustrie das Amt. Maier führte zehn Jahre lang die Zellstoff Pöls AG im Murtal und anschließend die Heinzel Group, zu der das Werk gehört. Damit kennt er jene Branche von innen, die in der Steiermark am unmittelbarsten von Energiepreisen und Rohstoffverfügbarkeit abhängt.
- Kurt Maier, geboren 1961 in Graz, studierte Wirtschaftsingenieurwesen für Maschinenbau an der TU Graz
- Nach Stationen in der Automobilindustrie wechselte er 2005 in die Zellstoff- und Papierindustrie
- Von 2006 bis 2016 war er Vorstandsvorsitzender der Zellstoff Pöls AG, danach bis 2022 CEO der Heinzel Group, seither deren COO
- Am 3. Juli 2024 wurde er zum Präsidenten der IV Steiermark für die Funktionsperiode 2024 bis 2027 gewählt
- Er folgte auf Stefan Stolitzka, Vizepräsidenten sind Alfred Marchler, Franz Mayr-Melnhof-Saurau und Markus Ritter
- Dem Bundesvorstand der Industriellenvereinigung gehört Maier bereits seit 2017 an
- Geboren
- 1961 in Graz
- Ausbildung
- Studium des Wirtschaftsingenieurwesens für Maschinenbau an der TU Graz
- Stationen
- Tätigkeiten in der Automobilindustrie, Wechsel in die Zellstoff- und Papierindustrie (2005), Finanzvorstand der Zellstoff Pöls AG (2005-2006), Vorstandsvorsitzender der Zellstoff Pöls AG (2006-2016), CEO der Heinzel Group (2016-2022)
- Aktuell
- COO der Heinzel Group, Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark (seit 3. Juli 2024, Funktionsperiode bis 2027)
- Weitere Funktionen
- Mitglied des Bundesvorstands der Industriellenvereinigung (seit 2017), Aufsichtsratsmandate in mehreren Unternehmen
Vom Maschinenbau zum Zellstoff
Maier kam 1961 in Graz zur Welt und studierte an der TU Graz Wirtschaftsingenieurwesen für Maschinenbau - jene Kombination aus Technik und Betriebswirtschaft, die in der steirischen Industrie überdurchschnittlich häufig in Vorstandsetagen führt. Seine ersten Berufsjahre verbrachte er in der Automobilindustrie.
2005 folgte der Branchenwechsel: Maier ging als Finanzvorstand zur Zellstoff Pöls AG, dem Werk im obersteirischen Pöls an der Mur. Bereits 2006 rückte er an die Spitze des Unternehmens und führte es zehn Jahre lang. In diese Zeit fielen umfangreiche Investitionen in Kapazität und Energieeffizienz, mit denen sich das Werk als einer der größten Produzenten von gebleichtem Sulfat-Langfaserzellstoff in Mitteleuropa positionierte.
An der Spitze der Heinzel Group
2016 übernahm Maier die Führung der gesamten Heinzel Group, zu der neben Pöls weitere Produktions- und Handelsgesellschaften gehören. Die Gruppe produziert Marktzellstoff sowie Verpackungs- und Magazinpapier und betreibt weltweiten Handel mit diesen Produkten. 2022 wechselte Maier vom Vorsitz in die Rolle des Chief Operating Officer.
Die Papier- und Zellstoffindustrie ist einer der größten industriellen Energieverbraucher des Landes und zugleich der wichtigste Abnehmer für steirisches Nutzholz. Damit hängt sie an zwei Preisen gleichzeitig: am Strom- und Gaspreis sowie am Rundholzpreis, den die Sägeindustrie mitbestimmt. Ein Branchenvertreter an der IV-Spitze bringt diese Perspektive in die Standortdebatte ein.
Die Wahl 2024
Am 3. Juli 2024 wählte der Landesvorstand Maier einstimmig zum Präsidenten der IV Steiermark. Er folgte auf Stefan Stolitzka, der das Amt vier Jahre lang ausgeübt hatte. Das Präsidium der Funktionsperiode 2024 bis 2027 vervollständigen die Vizepräsidenten Alfred Marchler, Franz Mayr-Melnhof-Saurau und Markus Ritter.
| Zeitraum | Station |
|---|---|
| 2005-2006 | Finanzvorstand Zellstoff Pöls AG |
| 2006-2016 | Vorstandsvorsitzender Zellstoff Pöls AG |
| 2016-2022 | CEO Heinzel Group |
| seit 2017 | Mitglied im Bundesvorstand der Industriellenvereinigung |
| seit 2022 | COO Heinzel Group |
| seit 3.7.2024 | Präsident der IV Steiermark |
Die Themensetzung
Maier hat seine Amtszeit von Beginn an auf Standortkosten und Innovationsfähigkeit ausgerichtet. Sein erklärtes Ziel ist es, die Steiermark unter den führenden Innovationsregionen zu halten - ein Anspruch, den die Forschungsquote des Landes bereits heute stützt. Für 2026 forderte die Industriellenvereinigung Steiermark unter seiner Führung tiefgreifende Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Industriebetriebe zu sichern.
Als Vertreter eines energieintensiven Betriebs argumentiert Maier dabei anders als Repräsentanten der Zulieferindustrie: Nicht Fachkräfte allein, sondern die Kosten für Energie und Regulierung stehen im Zentrum. Diese Perspektive teilt er mit der Stahl- und Papierbranche der Obersteiermark, während die IV traditionell stark von Automobil- und Maschinenbaubetrieben getragen wird.