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Montag, 13. April 2026 Kontakt
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Softwareentwicklung in Graz – IT-Standort, Unternehmen und Karrierechancen

Das Wichtigste in Kürze

  • Die IT Community Styria (ITCS) vereint steirische IT-Leitbetriebe unter einer gemeinsamen Dachmarke
  • Gesellschafter der ITCS GmbH sind die Softwarefirmen axtesys, DCCS und Apus
  • Graz verfügt mit TU Graz, FH Joanneum und Campus 02 über drei Hochschulen mit IT-Studiengängen
  • Die ITCS fokussiert auf die Leuchtturmthemen Cybersecurity, Data Science und Smart Mobility
  • Der Digital Future Congress ist das zentrale Branchenevent der steirischen IT-Szene
  • Die Steiermark positioniert sich als Kompetenzregion für zukunftsweisende Softwareentwicklung

Die IT Community Styria (ITCS) vertritt als Dachmarke und Qualitätssiegel steirische IT-Leitbetriebe, deren gemeinsamer Kern die Softwareentwicklung ist. Die 2022 als GmbH formalisierte Organisation hat sich das Ziel gesetzt, den Wirtschaftsstandort Steiermark über die Softwareindustrie nachhaltig zu stärken und die regionale Wettbewerbsfähigkeit durch exzellente Digitalisierung voranzubringen.

IT Community Styria als Dachmarke

Die IT Community Styria ist ein offener Zusammenschluss von Unternehmen aus dem Umfeld der Softwareentwicklung. Gesellschafter der ITCS GmbH sind die Grazer Softwarefirmen axtesys, DCCS und Apus. Seit 2024 steht Sandra Derler als Geschäftsführerin an der Spitze – gemeinsam mit Gerhard Hammer und Thomas Dietinger. Die Vision der ITCS ist es, dass die Steiermark weltweit als Herkunftsregion für zukunftsweisende Software angesehen wird, hergestellt von modern und ethisch agierenden Unternehmen.

Die Mitgliedsunternehmen pflegen einen regen, offenen Erfahrungsaustausch und veranstalten gemeinsame Weiterbildungen, Events und Freizeit-Aktivitäten. Zentrale Leuchtturmthemen sind Cybersecurity, Data Science und Smart Mobility – Bereiche, in denen die ITCS gebündeltes Know-how für Projekte, Kooperationen und Ausbildungsmöglichkeiten anbietet.

Unternehmen Schwerpunkt Standort
axtesys Softwareentwicklung, Industrielösungen, IoT Graz
DCCS Digitalisierung, IT Business Solutions Graz
Apus Software Individuelle Softwareentwicklung Graz
Intact Softwarelösungen, ERP-Systeme Steiermark
Dr. Nagler & Company IT-Beratung, Projektmanagement Steiermark
Hyperwave Informationsmanagement, Wissensplattformen Graz
IGT Gaming-Software, Glücksspiel-Technologie Graz
Know Center KI, Data Science, Innovationshub Graz
Siemens Graz Industriesoftware, Automatisierung Graz

Forschung und Ausbildung

Graz verfügt über eine hervorragende Ausbildungslandschaft im IT-Bereich. Die Technische Universität Graz bietet Studiengänge in Informatik, Softwareentwicklung und ab Herbst 2026 das Erweiterungsstudium Artificial Intelligence Engineering an. Die FH Joanneum deckt mit fünf Bachelor- und fünf Master-Studiengängen an den Standorten Graz und Kapfenberg ein breites Spektrum von Software Design über Cloud Computing bis Data Science ab. Campus 02 ergänzt das Angebot mit praxisnahen berufsbegleitenden IT-Studiengängen.

Die Kooperation zwischen Hochschulen und Industrie ist eng. Das Know Center an der TU Graz fungiert als Innovationshub für Künstliche Intelligenz und Data Science. Joanneum Research bietet angewandte Forschung im Bereich Digitalisierung. Mit der FH Joanneum in Kapfenberg betreibt die voestalpine ein Smart Production Lab – ein Beispiel dafür, wie IT-Kompetenz branchenübergreifend Anwendung findet.

Praxis-Tipp:
Die IT Community Styria veranstaltet regelmäßig den Digitaldialog – eine Networking- und Weiterbildungsreihe für IT-Fachkräfte und Unternehmen. Auch der jährliche Digital Future Congress bringt die steirische Tech-Community zusammen. Aktuelle Termine finden sich auf digital-future-congress.at.

Stärken des IT-Standorts Graz

Graz hat sich in den vergangenen Jahren als attraktiver IT-Standort positioniert. Die Stadt bietet eine Kombination aus hoher Lebensqualität, vergleichsweise niedrigeren Lebenshaltungskosten als Wien und einer dichten Vernetzung zwischen Unternehmen, Forschung und Ausbildung. Die Nähe zu Slowenien und Kroatien eröffnet zudem Zugang zu einem erweiterten Fachkräftepool – die ITCS war bereits auf der EESTEC JobFair in Ljubljana präsent, um internationale IT-Talente für die Steiermark zu gewinnen.

Die steirische IT-Branche profitiert auch von der starken industriellen Basis des Bundeslandes. Automotive, Maschinenbau und Produktion schaffen hohe Nachfrage nach Softwarelösungen in den Bereichen Industrie 4.0, IoT und Automatisierung. Siemens betreibt in Graz ein großes Entwicklungszentrum für Industriesoftware – nach eigenen Angaben gibt es weltweit kaum eine Industrieanlage mit Siemens-Komponenten, in der nicht ein Stück Software des Grazer Teams läuft.

Gut zu wissen:
Die Steiermark ist als Clusterland bekannt. Neben der IT Community Styria gibt es mit dem Silicon Alps Cluster, AT Styria (Automatisierungstechnik), dem Human.technology Styria Cluster und dem Green Tech Valley mehrere Netzwerke, die IT-Kompetenz branchenübergreifend einsetzen. Diese Vernetzung und das gemeinschaftliche Arbeiten sind Hauptursachen für den internationalen Erfolg der Region.

Karrierechancen und Fachkräftesituation

Der Bedarf an IT-Fachkräften in der Steiermark bleibt hoch. Besonders gefragt sind Talente in den Bereichen Automatisierung, Robotik, Sensorik, Datenanalytik und KI-Anwendungen. Die ITCS setzt aktiv Schritte, um die Attraktivität der IT-Berufe zu steigern und Fachkräfte ins Land zu holen. Dazu gehören Kooperationen mit Hochschulen, internationale Recruiting-Events und die Stärkung des Employer Brandings der gesamten Region.

Für Softwareentwickler bietet Graz ein interessantes Umfeld: Neben den ITCS-Mitgliedern gibt es zahlreiche weitere Unternehmen wie Fraiss IT, Smart Software, wirecube und Waymark, die individuelle Softwareentwicklung, Web- und App-Entwicklung sowie IT-Consulting anbieten. Die Bandbreite reicht von Industriesoftware über Gaming bis hin zu Gesundheits-IT.

Wichtige Einschränkung:
Trotz der positiven Entwicklung steht der IT-Standort Steiermark vor Herausforderungen: Der Fachkräftemangel bleibt die größte Hürde für weiteres Wachstum. Unternehmen berichten von Schwierigkeiten, offene Stellen zeitnah zu besetzen – insbesondere bei Senior-Positionen in den Bereichen Cybersecurity und KI.

Quellen