104 Millionen Euro Wertschöpfung und 4.345 Erwerbstätige - das steirische Thermen- und Vulkanland hat sich von einer Thermenregion zu einer eigenständigen Gesundheitsbranche entwickelt, die weit über den reinen Badebetrieb hinausgeht. Eine WIFO-Studie von 2024 belegt, dass der Thermentourismus in der Steiermark rund ein Drittel der gesamtösterreichischen Thermen-Wertschöpfung von 291 Millionen Euro ausmacht. Die Region im Süden und Osten der Steiermark ist damit die stärkste Thermenregion Österreichs.
- 6 Thermenstandorte im Thermen- und Vulkanland, insgesamt 11 Thermen in der gesamten Steiermark
- 104 Millionen Euro Wertschöpfung allein im Thermen- und Vulkanland Steiermark
- 4.345 Erwerbstätige mit 5.350 Beschäftigungsverhältnissen im Thermentourismus der Region
- Therme Loipersdorf zählt mit 36 Hektar Gesamtfläche zu den größten Thermenanlagen Österreichs
- Gesundheitstourismus als Kernkompetenz: Thermalwasser, Rehabilitation und Prävention
- 9 von 10 Gästen empfehlen die Steiermark als Wellnessdestination weiter
- Älteste Thermenregion Österreichs - ursprünglich wurde nach Erdöl gebohrt
Die sechs Thermen des Thermen- und Vulkanlands
Das Thermen- und Vulkanland Steiermark umfasst sechs etablierte Thermenstandorte in den Bezirken Südoststeiermark, Hartberg-Fürstenfeld und Weiz. Jede Therme hat ihr eigenes Profil und spricht unterschiedliche Zielgruppen an - von Familien über Wellness-Paare bis hin zu Patienten mit konkreten medizinischen Indikationen. Die Vielfalt der Angebote macht die Region ganzjährig attraktiv und sorgt dafür, dass sich die Thermen gegenseitig ergänzen statt zu kannibalisieren.
| Therme | Standort | Schwerpunkt und Besonderheiten |
|---|---|---|
| Therme Loipersdorf | Bad Loipersdorf | Größte Therme der Region (36 ha), Familien und Erlebnis |
| Rogner Bad Blumau | Bad Blumau | Hundertwasser-Architektur, stärkste Vulkania-Heilquelle |
| Parktherme Bad Radkersburg | Bad Radkersburg | Heilwasser mit hohem Mineralgehalt, Gesundheitsangebote |
| Heiltherme Bad Waltersdorf | Bad Waltersdorf | Thermalwasser-Trinkkur, Quellenhaus, Ruhe und Entspannung |
| Therme Bad Gleichenberg | Bad Gleichenberg | Atemwegstherapie, Kurtradition seit dem 19. Jahrhundert |
| H2O Therme | Sebersdorf | Familientherme mit Rutschen, Kinderbecken und Sportangebot |
Ursprünglich wurde in der Region nach Erdöl gebohrt - stattdessen stieß man auf heißes Thermalwasser. Diese zufällige Entdeckung legte den Grundstein für eine Branche, die heute den gesamten Südosten der Steiermark wirtschaftlich prägt. Das hochmineralisierte Wasser der Vulkania-Heilquelle im Rogner Bad Blumau gilt als die stärkste Quelle der Region. Das von Friedensreich Hundertwasser gestaltete Thermenresort ist zudem ein architektonisches Wahrzeichen, das jährlich Besucher aus aller Welt anzieht.
Wirtschaftsfaktor Thermentourismus in Zahlen
Die wirtschaftliche Bedeutung der Thermen reicht weit über den reinen Badebetrieb hinaus. Die Thermen fungieren als Leitbetriebe und Ankerpunkte für die gesamte Hotellerie und Gastronomie ihrer Regionen. Laut der WIFO-Studie vom September 2024 generiert der Thermentourismus im Thermen- und Vulkanland Steiermark eine Wertschöpfung von 104 Millionen Euro und beschäftigt direkt und indirekt 4.345 Erwerbstätige in 5.350 Beschäftigungsverhältnissen. Damit ist das Thermenland ein wesentlicher Arbeitgeber in einer Region, die abseits des Tourismus von Landwirtschaft und Kleingewerbe geprägt ist.
Der typische Wellness-Gast in der Steiermark ist erfahren, bucht relativ kurzfristig - fast jeder Zweite entscheidet sich bis zu vier Wochen vor Reiseantritt - und bevorzugt die direkte Buchung bei der Unterkunft. Die Aufenthaltsdauer und die Ausgaben pro Gast liegen über dem österreichischen Durchschnitt, was die Region besonders profitabel macht. Im Thermencheck Award 2025 konnten steirische Thermen erneut Spitzenpositionen belegen und ihre Vormachtstellung im österreichischen Thermenmarkt untermauern.
Das Thermenland ist die älteste Thermenregion Österreichs. 2017 fusionierten die Tourismusregionen Steirisches Thermenland und Steirisches Vulkanland zur neuen Marke Thermen- und Vulkanland Steiermark, die seit April 2018 unter diesem Namen auftritt. Die Schwerpunkte liegen in der regionalen Vernetzung und Vermarktung in den Bereichen Gesundheit, Kulinarik und Bewegung.
Gesundheitstourismus als Kernkompetenz
Die Kernkompetenz des Thermenlands liegt eindeutig im Gesundheitstourismus. Anders als reine Spaßbäder setzen die steirischen Thermen auf medizinisch fundierte Angebote: von Thermalwasser-Trinkkuren in Bad Waltersdorf über Atemwegstherapien in Bad Gleichenberg bis hin zu umfassenden Rehabilitationsprogrammen in Bad Radkersburg. Die Thermalwässer der Region weisen unterschiedliche Zusammensetzungen auf und sind für verschiedene Indikationen geeignet, von Erkrankungen des Bewegungsapparats über Hautprobleme bis hin zu Stoffwechselstörungen.
Diese medizinische Ausrichtung positioniert die Region bewusst abseits der reinen Erlebnisbadkultur und spricht eine kaufkräftige Zielgruppe an, die länger bleibt und mehr ausgibt als der typische Tagesgast. Die Kombination aus Thermalwasser, steirischer Kulinarik - insbesondere Kürbiskernöl, Wein und regionalen Spezialitäten - sowie Bewegungsangeboten in der hügeligen Landschaft schafft ein Gesamtpaket, das international kaum seinesgleichen findet.
Vernetzung mit anderen steirischen Branchen
Die Thermen sind nicht isoliert, sondern eng mit anderen steirischen Wirtschaftssektoren verknüpft. Die Grazer Kreativwirtschaft profitiert über Aufträge in den Bereichen Hoteldesign, Webentwicklung und Marketingkampagnen. Die steirischen Brauereien liefern regionale Biere für die Gastronomie der Thermenhotels, während lokale Landwirte und Produzenten die Küchen mit steirischen Spezialitäten versorgen. Auch die Bauwirtschaft profitiert von Erweiterungs- und Sanierungsprojekten der Thermenanlagen.
Zunehmend werden die Thermen auch als Standorte für betriebliche Gesundheitsförderung positioniert. Unternehmen aus der gesamten Steiermark - vom Maschinenbau bis zur Industrieproduktion - nutzen die Thermenanlagen für Mitarbeiter-Gesundheitsprogramme, Teambuilding-Events und Betriebsausflüge. Diese Diversifizierung der Zielgruppen stärkt die ganzjährige Auslastung und reduziert die Abhängigkeit vom klassischen Urlaubstourismus.
Sonderkampagne 2025/26 und Zukunftsstrategien
Das Steiermark Tourismus hat für 2025/26 eine Sonderkampagne gestartet, die den Wellnesstourismus in der Steiermark gezielt in den Kernmärkten Österreich und Deutschland bewerben soll. Die Kampagne baut auf den Ergebnissen der WIFO-Studie auf und zielt darauf ab, die Vormachtstellung der steirischen Thermen im österreichischen Wellnessmarkt weiter auszubauen. Ein zentrales Ergebnis der Gästebefragungen: 9 von 10 Besuchern würden die Steiermark als Wellnessdestination unbedingt weiterempfehlen - eine Empfehlungsquote, von der andere Tourismusregionen nur träumen können.
Die Zukunftsstrategie des Thermenlands setzt auf drei Säulen: erstens die Vertiefung des Gesundheitstourismus mit medizinisch fundierten Angeboten und Kooperationen mit Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen. Zweitens die Verbindung von Wellness mit regionaler Kulinarik und Naturerlebnis, etwa durch Wander-Therme-Kombiangebote und kulinarische Themenpakete mit lokalen Produzenten. Drittens die Digitalisierung der Gästeansprache und Buchungsprozesse, um die kurzfristigen Buchungsgewohnheiten der Zielgruppe optimal zu bedienen.
Die Thermenland-Vermarktung bietet Kooperationsmöglichkeiten für regionale Betriebe aller Art. Vom Genuss-Paket mit lokalen Produzenten bis zum Wander-Therme-Kombiticket gibt es zahlreiche Ansätze, um von der Thermeninfrastruktur zu profitieren. Kontaktieren Sie den Tourismusverband für Details zu Kooperationsmodellen und gemeinsamen Marketingaktionen.
Weitere Thermen in der Steiermark
Neben den sechs Thermen im Vulkanland betreibt die Steiermark weitere Thermenanlagen in anderen Regionen des Bundeslandes. Die Grimming-Therme im Norden bietet ein alpines Thermerlebnis, die Aqualux Therme in Fohnsdorf bedient die Obersteiermark und die Therme Nova in Köflach den Raum Voitsberg. Von der Grimming-Therme im Norden bis nach Bad Radkersburg im Süden trägt die Steiermark den Beinamen Thermenland damit vollkommen zu Recht. Die unterschiedlichen Höhen- und Klimazonen sorgen dafür, dass jede Therme ihren eigenen landschaftlichen Reiz mitbringt - von der alpinen Kulisse bis zur südsteirischen Hügellandschaft.