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Dienstag, 11. August 2026 Kontakt
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Andreas Opelt - der Informatiker an der Spitze von Saubermacher

Ein promovierter Informatiker mit Oxford-Station führt seit 1. Jänner 2026 Österreichs größten privaten Entsorger. Andreas Opelt übernahm den Vorstandsvorsitz der Saubermacher Dienstleistungs AG in Feldkirchen bei Graz - eines Unternehmens mit rund 4.000 Beschäftigten in acht Ländern, das im Kern immer noch Müll einsammelt, sein Geschäft aber zunehmend über Daten, Sortiertechnik und Rohstoffhandel definiert.

Das Wichtigste in Kürze
  • Andreas Opelt ist seit Jahresbeginn 2026 Vorstandsvorsitzender der Saubermacher Dienstleistungs AG
  • Er studierte Informatik und Telematik an der TU Graz und promovierte in Kooperation mit der University of Oxford
  • 2015 kam er als Vertriebsleiter für Österreich zu Saubermacher, 2019 rückte er in den Vorstand auf
  • Er folgte auf Ralf Mittermayr, der das Unternehmen sechs Jahre lang führte und ihm weiterhin beratend zur Seite steht
  • Seit 2020 gehört Opelt dem Vorstand des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe an, seit 2022 als Vizepräsident
  • Sein Amtsantritt fiel mit dem Einstieg von REMONDIS als Minderheitsaktionär zusammen
Lebensdaten
Ausbildung
Studium der Informatik und Telematik an der TU Graz (Dipl.-Ing.), Doktorat in Kooperation zwischen TU Graz und University of Oxford
Stationen
TU Graz und Projektentwicklung in Unternehmen (1999-2006), Research Assistant an der University of Oxford (Oktober 2004 bis Juli 2005), Senior Consultant bei Benmark Austria (2006-2008), Geschäftsführung NEWCON GmbH (2008-2010), Leitung Sales und Product Marketing bei Infonova (2011-2015), Vertriebsleiter Österreich bei Saubermacher (ab 2015), Vorstandsmitglied (ab 2019)
Aktuell
Vorstandsvorsitzender der Saubermacher Dienstleistungs AG (seit 1. Jänner 2026)
Weitere Funktionen
Mitglied des Vorstands im Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (seit 2020), Vizepräsident (seit 2022)

Vom Forschungslabor in den Vertrieb

Opelts Laufbahn begann in der Wissenschaft. Nach dem Studium der Informatik und Telematik an der TU Graz arbeitete er ab 1999 an der Universität und in Unternehmen an Projektentwicklungen, von Oktober 2004 bis Juli 2005 als Research Assistant an der University of Oxford. Sein Doktorat entstand in Kooperation zwischen beiden Häusern.

Danach folgte die Beratungs- und Softwarephase: Senior Consultant bei Benmark Austria, Geschäftsführer der NEWCON GmbH, ab 2011 Leiter von Vertrieb und Produktmarketing beim Grazer Softwareunternehmen Infonova. Erst 2015 wechselte er in die Abfallwirtschaft - als Vertriebsleiter für Österreich bei Saubermacher.

Der Aufstieg im Unternehmen

2019 rückte Opelt in den Vorstand auf, zunächst mit Verantwortung für den Marktbereich, später als Chief Operating Officer. In dieser Rolle verantwortete er das operative Geschäft jener Sparte, die Sammlung, Logistik und Anlagen umfasst. Mit 1. Jänner 2026 übernahm er den Vorsitz von Ralf Mittermayr, der das Unternehmen sechs Jahre lang geführt hatte und dem Haus in beratender Funktion erhalten bleibt.

Gut zu wissen:
Die Personalie passt zur Verschiebung des Geschäftsmodells. Sammlung und Transport sind margenschwach und personalintensiv, während Sortiertiefe, Anlagensteuerung und die Vermarktung von Sekundärrohstoffen technisch anspruchsvoll sind. Automatisierte Sortierung mit Bilderkennung ist eines der Felder, in denen KI in steirischen Unternehmen bereits produktiv im Einsatz ist - und Opelts wissenschaftlicher Hintergrund liegt genau dort.
Jahr Station
2004/05 Research Assistant an der University of Oxford
2006-2008 Senior Consultant bei Benmark Austria
2008-2010 Geschäftsführung NEWCON GmbH
2011-2015 Leitung Sales und Product Marketing bei Infonova
2015 Eintritt bei Saubermacher als Vertriebsleiter Österreich
2019 Aufstieg in den Vorstand, später COO
2026 Vorstandsvorsitzender

Der Start unter neuen Eigentümerverhältnissen

Opelts erstes Amtsjahr fällt mit der größten Eigentümerveränderung der Firmengeschichte zusammen. Im Juni 2026 wurde der Einstieg des deutschen Entsorgers REMONDIS mit 27,79 Prozent abgeschlossen, die Roth-Privatstiftung hält weiterhin 72,21 Prozent. Die operative Führung blieb dabei ausdrücklich im Haus.

Der Aufsichtsrat, dem Firmengründer Hans Roth vorsitzt, hat damit einen Vorstand installiert, der die Integration eines internationalen Partners und den technischen Umbau gleichzeitig steuern muss. Rückenwind kommt aus dem Umfeld: Feldkirchen liegt im dichtesten Cluster der steirischen Umwelttechnik rund um das Green Tech Valley, zu dem auch Anlagenbauer wie Komptech in Frohnleiten zählen.

Stimme der Branche

Über das Unternehmen hinaus vertritt Opelt die Entsorgungswirtschaft auf Verbandsebene. Seit 2020 gehört er dem Vorstand des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe an, seit 2022 als Vizepräsident. Das ist die Ebene, auf der über Sammelquoten, Pfandsysteme und Verwertungsvorgaben verhandelt wird - Regelwerke, die für die Auslastung von Fuhrpark und Sortieranlagen unmittelbar durchschlagen.

Ausblick: Opelt übernimmt ein Unternehmen mit gefestigter Marktposition, aber engen Margen im Sammelgeschäft. Der Hebel liegt in der Verwertung: je höher die Sortierqualität, desto mehr lässt sich mit Sekundärrohstoffen erlösen. Ob der Informatiker an der Spitze diesen Umbau schneller vorantreibt als seine Vorgänger, wird sich an den Investitionen der nächsten Jahre ablesen lassen.

Quellen