- Der Green Panther ist der steirische Landespreis für kreative Kommunikation und gilt als größter Landeswerbepreis Österreichs.
- Vergeben wird er von der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der WKO Steiermark, unter Patronanz von Land Steiermark und Stadt Graz.
- 2025 wurde er zum 34. Mal verliehen: 246 eingereichte Arbeiten in 13 Kategorien, 38 Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze.
- Erstmals überreicht wurde der Preis am 30. Oktober 1989, damals in sechs Kategorien.
- Zuletzt fand er in den ungeraden Jahren statt, zwischen den Ausgaben läuft der Schwesterpreis PR-Panther. Dessen Gala steigt am 15. September 2026 in Graz.
- Bewertet wird zweistufig: rund 50 Jurorinnen und Juroren nominieren online, eine Fachjury mit bis zu 15 Mitgliedern vergibt die Medaillen.
246 eingereichte Arbeiten, 13 Kategorien, 38 Auszeichnungen: Am 6. November 2025 verlieh die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der WKO Steiermark den Green Panther in der Grazer Seifenfabrik zum 34. Mal. Durch den Abend führte Andi Knoll, gefeiert wurde anschließend mit Arcade-Automaten und einer Neunziger-Jahre-Aftershowparty. Hinter der Inszenierung steht ein Wettbewerb, der die steirische Kreativbranche seit mehr als drei Jahrzehnten sichtbar macht und für viele Agenturen die wichtigste Referenz im eigenen Bundesland ist.
Wer den Preis vergibt
Ausrichter ist die Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der WKO Steiermark, die knapp 3.400 Mitgliedsbetriebe vertritt: von klassischen Werbeagenturen über Werbedesignerinnen und PR-Berater bis zu Marktforschung, Eventmarketing und Multimedia-Agenturen. Die Patronanz liegt beim Land Steiermark und der Stadt Graz. Als Netzwerkpartner fungierte über Jahre die Creative Industries Styria, die ihren Betrieb mit 31. Dezember 2025 einstellen musste, weil sich die Gesellschafter nicht auf eine gemeinsame Weiterfinanzierung einigen konnten.
Obmann der Fachgruppe ist Thomas Zenz, der auch dem Ausschuss des Bundesfachverbands Werbung und Marktkommunikation angehört. Er ordnet den Preis wirtschaftlich ein: „Kreativität ist Innovationsfaktor und Wirtschaftstreiber."
Von sechs auf dreizehn Kategorien
Die Wurzeln reichen in die späten Achtzigerjahre. Am 28. September 1988 wurde der Kreativ-Club Advertising Club Styria gegründet, ein Jahr darauf folgte der Preis: Am 30. Oktober 1989 wurde der Green Panther erstmals überreicht, damals in sechs Kategorien. Bis zur 30. Verleihung im Jahr 2018 hatte sich das Feld auf 13 Kategorien mehr als verdoppelt.
Eine Besonderheit kam 2010 dazu: Der Young Creatives Panther richtet sich an Kreative bis 25 Jahre, die innerhalb von 72 Stunden ein 90 Sekunden langes Video zu einem vorgegebenen Thema produzieren. Damit hat der Wettbewerb eine Nachwuchsschiene, die nicht auf bestehende Kundenarbeiten angewiesen ist, sondern in kurzer Zeit unter Wettbewerbsbedingungen entsteht.
| Jahr | Auflage | Eckdaten |
|---|---|---|
| 1989 | 1. | Erste Verleihung am 30. Oktober, sechs Kategorien |
| 2018 | 30. | Kategorienzahl auf 13 gewachsen |
| 2021 | 32. | 270 Arbeiten von 68 Einreichern in 14 Kategorien, Verleihung am 25. November als Livestream in der ORF-TVthek |
| 2023 | 33. | 270 Arbeiten von 93 Einreichern, davon 40 Newcomer |
| 2025 | 34. | 246 Arbeiten, 38 Auszeichnungen, Seifenfabrik Graz |
Auffällig ist der Abstand zwischen den jüngsten Ausgaben: 2021, 2023 und 2025 liegen jeweils zwei Jahre auseinander, und auch der Einreichzeitraum für 2025 umfasste mit dem 1. Juni 2023 bis 31. Mai 2025 volle zwei Jahre. Der Preis wird also nicht mehr jährlich vergeben. Für 2026 war zum Zeitpunkt der Recherche keine Ausschreibung veröffentlicht.
Wie eingereicht und bewertet wird
Eingereicht wird online. Für 2025 lief die Frist vom 2. Juni bis zum 1. August, die Wettbewerbsregeln setzen dabei klare Grenzen: Eine Arbeit darf in maximal zwei Kategorien antreten, und entweder Auftragnehmer oder Auftraggeber muss seinen Sitz in der Steiermark haben. Ausdrücklich ausgeschlossen ist Werbung in eigener Sache, im Regelwerk heißt es dazu knapp: „Eigenwerbung von Kreativunternehmen ist nicht erlaubt."
Teilnahmeberechtigt sind grundsätzlich Mitglieder der Fachgruppe. Drei Kategorien öffnen das Feld: Bei der Werbefotografie dürfen Berufsfotografinnen und -fotografen antreten, bei Motion Pictures auch Mitglieder des Fachverbands Film- und Musikwirtschaft, und die Young Creatives stehen Studierenden, Absolventinnen steirischer Hochschulen sowie Unternehmerinnen und Unternehmern unter 25 Jahren offen.
Kampagne, Website, Corporate Design, Corporate Publishing, Direct Marketing, Event, Motion Pictures, Online-Kommunikation, Out of Home, Outside the Box, Verpackung, Werbefotografie und Young Creatives.
Die Bewertung läuft in zwei Stufen. Zuerst sichten rund 50 Jurorinnen und Juroren die eingereichten Unterlagen online und nominieren pro Kategorie fünf Arbeiten. Aus diesen Nominierungen entscheidet anschließend eine Offline-Jury mit bis zu 15 Fachleuten über Gold, Silber und Bronze. Dass die Vorauswahl breit und international besetzt wird, die Endauswahl aber in einer kleinen Runde mit den physischen Arbeiten fällt, soll beide Vorteile verbinden: viele Blickwinkel und eine Beurteilung, die Papier, Verpackung oder Druckqualität tatsächlich in die Hand nimmt.
Die Ausgezeichneten des Jahrgangs 2025
38 Arbeiten wurden 2025 prämiert. Mehrfach erfolgreich waren fünf Einreicher, darunter mit Hannes Mautner ein Werbefotograf und mit Hartinger Consulting eine Agentur aus dem Bezirk Leibnitz.
| Einreicher | Auszeichnungen 2025 |
|---|---|
| Atelier Haas | 1 Gold, 2 Silber |
| KPTN | 1 Gold, 1 Silber |
| Hannes Mautner | 1 Gold, 1 Bronze |
| Hartinger Consulting | 1 Gold, 1 Bronze |
| stoff | 1 Gold, 1 Bronze |
Gold in der Kategorie Motion Pictures ging an die Agentur henx für die Kampagne „Sorry, die Abreise fällt schwer", die sie für die Erlebnisregion Graz umsetzte. Vier humorvolle Spots inszenieren den schweren Abschied von der Stadt, unter anderem in einer Badewanne, am Mehlplatz und mit Lipizzanern. Für den Grazer Städtetourismus ist die Kampagne damit auch über die Werbewirkung hinaus ein Aushängeschild geworden.
Fachgruppenobmann Thomas Zenz betonte bei der Verleihung die Rolle der Branche in einem Jahr, in dem künstliche Intelligenz die Arbeitsweise vieler Agenturen verändert: „Heimische Werber:innen nehmen diese Challenge an und setzen mehr denn je auf individuelle Kreativität, die überzeugt."
Der PR-Panther als Schwesterpreis
Neben dem Green Panther vergibt dieselbe Fachgruppe den PR-Panther, den steirischen Landespreis für Kommunikation. Er würdigt Öffentlichkeitsarbeit statt Werbung und läuft in den Jahren zwischen den Green-Panther-Ausgaben. Bewertet werden Projekte der jeweils vergangenen zwei Jahre, ausgezeichnet wird in vier Kategorien: Tourismus, Sport, Freizeit und Gesundheit; Wirtschaft mit Handel, Industrie und Gewerbe; Wissenschaft, Forschung und Bildung; sowie Gesellschaft und Kultur.
Die Verleihung des PR-Panther 2026 findet am 15. September 2026 ab 17.30 Uhr im Hof des Priesterseminars in der Grazer Bürgergasse 2 statt, gemeinsam mit dem Presseclub-Fest. Nominiert werden konnte bis 1. Juli, das Publikumsvoting lief von 7. Juli bis 10. August. Neu ist ein Sonderpreis für Nachhaltigkeit, um den jedes nominierte Projekt automatisch mitspielt. Damit hat jede Einreichung zwei Chancen auf eine Auszeichnung.
Thomas Zenz fasst den Nachhaltigkeitsbegriff dabei bewusst weit: Er umfasse ökologische, ökonomische und soziale Dimensionen und stehe für vorausschauendes Handeln und Wirtschaften.
Was der Preis der Branche bringt
Für Agenturen ist eine Auszeichnung mehr als ein Pokal im Regal. Sie wirkt als Nachweis gegenüber Kunden, als Argument in Pitches und als Signal am Arbeitsmarkt, auf dem Kreativbetriebe mit Industrie und IT um dieselben Fachkräfte konkurrieren. Für Auftraggeber wiederum ist der Preis ein Gütesiegel für die eigene Kampagne, wie das Beispiel der Erlebnisregion Graz zeigt.
Wie ernst das Land die Branche nimmt, zeigten die Wortmeldungen bei der Verleihung 2023. Die damalige Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl sagte: „Es ist beeindruckend, mit welcher Kreativität die heimischen Kommunikationsprofis die Produkte und Dienstleistungen steirischer Unternehmen in Szene setzen." WKO-Präsident Josef Herk hob die Kreativwirtschaft als wichtige Ressource für den Standort hervor. Thomas Zenz formulierte im selben Jahr griffiger, worum es im Wettbewerb geht: „Der Green Panther ist der Tod der Schmusekatzen. Mutig, clever und mit viel Gespür packen wir steirischen Kreativen die Arbeit an."
Die Auszeichnung „Creative Lead Steiermark", die etwa das Grazer Atelier Haas 2023 und 2024 erhielt, stammt nicht vom Green Panther, sondern vom Creativ Club Austria. Sie bewertet die erfolgreichste Agentur eines Bundeslandes über mehrere Wettbewerbe hinweg. Beide Titel tauchen in Agenturprofilen oft nebeneinander auf, kommen aber von unterschiedlichen Veranstaltern.
Einen Überblick über die Struktur der Branche, in der der Preis vergeben wird, bietet der Beitrag zur Kreativwirtschaft in Graz.
Quellen
- WKO Steiermark: Green Panther 2025 verliehen
- werbe.at: Green Panther Wettbewerbsregeln
- WKO Steiermark: Vorhang auf für die Besten der steirischen Kreativbranche (22. Mai 2025)
- MeinBezirk: Die besten Köpfe der steirischen Kreativwirtschaft geehrt
- Erlebnisregion Graz: Green Panther in Gold für „Sorry, die Abreise fällt schwer"
- 5min.at: Die besten Kommunikationsprojekte der Steiermark werden wieder gesucht (9. Juni 2026)
- ORF Steiermark: Green Panther, eine Bühne für die Werbebranche
- Creative Industries Styria: Einstellung des Betriebs mit 31. Dezember 2025