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Mittwoch, 12. August 2026 Kontakt
Menschen

Sylvia Ippavitz - die Betriebsrätin an der Spitze der AK-Frauenpolitik

Die meisten Spitzenfunktionen der steirischen Wirtschaft werden aus Vorstandsetagen heraus besetzt. Sylvia Ippavitz kommt von der anderen Seite: Sie ist Betriebsratsvorsitzende im Schulungszentrum Fohnsdorf im Murtal und als Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Steiermark zugleich eine der vier Stellvertreterinnen und Stellvertreter von Präsident Josef Pesserl. Den Ausschuss für Frauenfragen der Kammer leitet sie ebenfalls.

Das Wichtigste in Kürze
  • Sylvia Ippavitz ist Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Steiermark
  • Sie gehört der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter an
  • Hauptberuflich ist sie Betriebsratsvorsitzende im Schulungszentrum Fohnsdorf
  • In der Kammer führt sie den Ausschuss für Frauenfragen
  • Gewählt wurde sie einstimmig, gemeinsam mit den Vizepräsidenten Gernot Acko, Franz Endthaller und Alexander Lechner
  • Die AK Steiermark vertritt rund 530.000 Mitglieder
Lebensdaten
Beruf
Betriebsratsvorsitzende im Schulungszentrum Fohnsdorf
Aktuell
Vizepräsidentin der Arbeiterkammer Steiermark
Weitere Funktionen
Vorsitzende des Ausschusses für Frauenfragen der AK Steiermark, Kammerrätin
Fraktion
Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter (FSG)

Aus der Erwachsenenbildung

Ihr beruflicher Hintergrund liegt in einem Bereich, der in der steirischen Wirtschaftsdebatte selten vorkommt, praktisch aber viel bewegt: der beruflichen Erwachsenenbildung. Das Schulungszentrum Fohnsdorf im Murtal ist eine der größten Einrichtungen dieser Art im Land und qualifiziert Menschen um, die nach Betriebsschließungen oder Branchenumbrüchen einen neuen Beruf brauchen.

Als Betriebsratsvorsitzende vertritt Ippavitz dort die Beschäftigten der Einrichtung selbst. Die Perspektive auf Arbeitsmarktpolitik, die sich daraus ergibt, ist eine sehr konkrete: Sie sieht täglich, wer nach einem Jobverlust in die Umschulung kommt und wie lange es dauert, bis daraus wieder eine Beschäftigung wird.

Die Rolle in der Kammer

In der Arbeiterkammer Steiermark gehört Ippavitz dem Präsidium an. Gewählt wurde sie einstimmig, gemeinsam mit Gernot Acko, Franz Endthaller und Alexander Lechner. An der Spitze steht Josef Pesserl, der die Kammer seit 2013 führt.

Präsidium der AK Steiermark Funktion
Josef Pesserl Präsident
Sylvia Ippavitz Vizepräsidentin
Gernot Acko Vizepräsident
Alexander Lechner Vizepräsident
Franz Endthaller Vizepräsident

Der Vorsitz im Ausschuss für Frauenfragen ist dabei die inhaltlich prägende Funktion. Dort werden jene Themen behandelt, die in der steirischen Arbeitsmarktstatistik am hartnäckigsten sind: Teilzeitquote, Einkommensunterschiede, Kinderbetreuung, Wiedereinstieg nach Karenz.

Gut zu wissen:
Das Murtal, in dem Ippavitz arbeitet, gehört zu jenen Regionen, deren Beschäftigungsstruktur sich in den vergangenen Jahrzehnten am stärksten verändert hat. Industriebetriebe im Aichfeld haben Arbeitsplätze abgebaut, neue entstanden in anderen Qualifikationsprofilen. Umschulung ist dort kein Randthema, sondern das zentrale arbeitsmarktpolitische Instrument - ein Gegenstück zur Debatte über fehlende Fachkräfte in den Wachstumsbranchen.

Warum die Funktion zählt

Die Arbeiterkammer ist über die Sozialpartnerschaft in praktisch jede arbeitsmarktpolitische Entscheidung des Landes eingebunden. Sie sitzt in den Gremien des Arbeitsmarktservice, kommentiert Gesetzesentwürfe und verhandelt mit Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung.

Dass in diesem Gefüge eine Betriebsrätin aus der Erwachsenenbildung das Frauenressort führt, verschiebt die Schwerpunkte: Weniger Debatte über Quoten in Vorstandsetagen, mehr über Arbeitszeit, Betreuungsinfrastruktur und Qualifizierung - jene Faktoren, die über die Einkommensunterschiede in der Breite entscheiden.

Ausblick: Die steirische Teilzeitquote bei Frauen bleibt hoch, und die Betreuungsinfrastruktur ist außerhalb der Ballungsräume dünn. Solange sich daran wenig ändert, bleibt der Ausschuss für Frauenfragen jenes Gremium, in dem die strukturellen Ursachen verhandelt werden - unabhängig davon, wie viele Führungspositionen im Land mit Frauen besetzt sind.

Quellen