1951 gründete ihr Großvater in Graz die Grazer Armaturenwerke. 42 Jahre lang führte ihr Vater Jochen Pildner-Steinburg das Unternehmen. Seit 1. März 2016 steht Nina Pildner-Steinburg an der Spitze - in dritter Generation und gemeinsam mit Wolfgang Senner. Die GAW Group zählt heute über 1.800 Beschäftigte, setzt rund 240 Millionen Euro um und erwirtschaftet 94 Prozent davon im Export.
- Nina Pildner-Steinburg führt die GAW technologies GmbH in Graz seit 1. März 2016 gemeinsam mit Wolfgang Senner
- Die Betriebswirtin verantwortet Finanzen, Personal und Organisation, ihr Partner Technik, Vertrieb und Produktion
- Das Unternehmen wurde 1951 gegründet, ihr Vater Jochen Pildner-Steinburg führte es 42 Jahre lang
- Die GAW Group beschäftigt über 1.800 Menschen, der Umsatz liegt bei rund 240 Mio. Euro, die Exportquote bei 94 Prozent
- Kernbranchen sind Papier und Karton, Kunststoff, Prozessautomation sowie die Automobilindustrie
- Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Anton Paar Group AG
- Ausbildung
- Studium der Betriebswirtschaft
- Stationen
- Einstieg in den Familienbetrieb bereits während des Studiums, Übernahme der Geschäftsführung der GAW technologies GmbH gemeinsam mit Wolfgang Senner (1. März 2016)
- Aktuell
- Geschäftsführerin der GAW technologies GmbH, Graz, zuständig für Finanzen, Personal und Organisation
- Weitere Funktionen
- Stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Anton Paar Group AG
- Familie
- Tochter von Jochen Pildner-Steinburg, dem langjährigen Geschäftsführer und ehemaligen Präsidenten der IV Steiermark
Aufgewachsen im Betrieb
Der Zugang zum Unternehmen war bei Nina Pildner-Steinburg früh gelegt. Als Kind begleitete sie ihren Vater regelmäßig in die Firma, der berufliche Einstieg erfolgte bereits während des Studiums. Ihre Motivation beschrieb sie später schlicht: "Ich wollte nach Abschluss meines Studiums aktiv im Familienunternehmen mitarbeiten."
Mit 1. März 2016 übergab Jochen Pildner-Steinburg nach 42 Jahren an der Spitze die Geschäftsführung. Die Nachfolge wurde als Doppelspitze angelegt: Die Betriebswirtin Nina Pildner-Steinburg übernahm Finanzen, Personal und Organisation, der Techniker Wolfgang Senner Vertrieb, Technologie und technischen Betrieb. Senner war 2003 ins Unternehmen gekommen und zuvor sieben Jahre technischer Leiter gewesen.
Anlagenbau für die Papierindustrie
GAW technologies baut Prozessanlagen, überwiegend für die Papier- und Kartonindustrie sowie für Kunststoff und Prozessautomation. Das Geschäft besteht darin, komplette Aufbereitungs- und Dosieranlagen zu planen, zu bauen und weltweit in Betrieb zu nehmen - ein Projektgeschäft mit langen Vorlaufzeiten und hoher technischer Spezialisierung.
| Kennzahl GAW Group | Wert |
|---|---|
| Gründung | 1951 in Graz |
| Beschäftigte | über 1.800 |
| Umsatz | rund 240 Mio. Euro |
| Exportquote | 94 Prozent |
| Kernbranchen | Papier und Karton, Kunststoff, Prozessautomation, Automotive |
| Eigentum | zu 100 Prozent in Familienbesitz über die GAW Group Pildner-Steinburg Holding |
Eine Exportquote von 94 Prozent bedeutet, dass das Unternehmen praktisch vollständig von internationalen Investitionszyklen abhängt. Wenn die europäische Papier- und Zellstoffindustrie Investitionen zurückstellt, schlägt das unmittelbar auf den Auftragseingang durch. Für steirische Maschinen- und Anlagenbauer ist diese Abhängigkeit typisch: Der Heimmarkt ist zu klein, die Konjunktur kommt von außen.
Mandate außerhalb des eigenen Hauses
Über die GAW hinaus ist Nina Pildner-Steinburg im Kontrollgremium eines weiteren steirischen Leitbetriebs vertreten: Sie ist stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Anton Paar Group AG. Dem Gremium gehören zudem Clemens Jaufer als Vorsitzender, Christian Grabner und TU-Graz-Rektor Horst Bischof an.
Damit sitzt sie in einem der wenigen Aufsichtsräte, die über die Ausrichtung eines Konzerns mit 4.850 Beschäftigten mitentscheiden. Die Verflechtung steirischer Industriefamilien über Aufsichtsratsmandate ist ein Muster, das sich quer durch den Standort zieht.
Eine Familie mit Industriegeschichte
Ihr Vater Jochen Pildner-Steinburg prägte über Jahrzehnte nicht nur das eigene Unternehmen, sondern auch die Interessenvertretung: Er war Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark, ein Amt, das später Stefan Stolitzka und heute Kurt Maier ausüben.
Die Übergabe an die dritte Generation gelang in einer Konstellation, die in Familienunternehmen als Idealfall gilt: ein Familienmitglied für die kaufmännische Führung, ein langjähriger Manager aus dem Haus für die technische. Das Eigentum blieb dabei vollständig in der Familie.
Quellen
- Wirtschaftszeit: GAW technologies unter neuer Geschäftsführung
- Industriemagazin: Wie der Grazer Anlagenbauer GAW in dritter Generation geführt wird
- GAW technologies: WKO-Interview mit Nina Pildner-Steinburg
- Anton Paar Group AG: Aufsichtsrat
- Industriemagazin: Interview mit GAW-Chefin Pildner-Steinburg