- 32 steirische Unternehmen sind im Ranking der 250 umsatzstärksten Industriebetriebe Österreichs vertreten
- Gemeinsam erzielen sie einen Gesamtumsatz von 32,84 Milliarden Euro
- Andritz AG führt mit 8,3 Milliarden Euro Umsatz (2024), gefolgt von Magna Steyr (4,7 Mrd.) und ams-Osram (3,4 Mrd.)
- Größter Arbeitgeber ist die KAGes mit rund 18.500 Beschäftigten
- Die durchschnittliche Umsatzveränderung steirischer Top-Unternehmen lag bei nur -1,9 Prozent
- Steirische Leitbetriebe punkten mit internationaler Ausrichtung und Innovationskraft
32 Unternehmen aus der Steiermark haben es in das aktuelle Ranking der 250 umsatzstärksten Industrieunternehmen Österreichs geschafft, das vom Industriemagazin jährlich erhoben wird. Gemeinsam erreichten sie 2024 einen Gesamtumsatz von 32,84 Milliarden Euro. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen lag der durchschnittliche Umsatzrückgang der steirischen Top-Betriebe bei lediglich 1,9 Prozent - damit positioniert sich die Steiermark im nationalen Vergleich im oberen Mittelfeld und deutlich vor Ober- und Niederösterreich.
Die umsatzstärksten Industrieunternehmen der Steiermark
An der Spitze steht die Andritz AG mit Hauptsitz in Graz, die 2024 einen Umsatz von rund 8,3 Milliarden Euro erzielte. Der Anlagenbauer mit weltweit über 30.000 Beschäftigten an mehr als 280 Standorten ist in den Bereichen Wasserkraft, Zellstoff- und Papierindustrie, Umwelttechnik und Metalltechnik tätig.
Magna Steyr folgt auf Platz 2 mit einem Umsatz von rund 4,7 Milliarden Euro. Als Entwicklungs- und Fertigungspartner globaler Automobilmarken ist das Unternehmen einer der bedeutendsten industriellen Arbeitgeber der Region. An dritter Stelle liegt ams-Osram mit 3,4 Milliarden Euro Jahresumsatz, trotz eines Rückgangs von 5,3 Prozent.
| Unternehmen | Umsatz 2024 | Branche | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Andritz AG | 8,3 Mrd. Euro | Anlagenbau | 280+ Standorte in 80 Ländern |
| Magna Steyr | 4,7 Mrd. Euro | Automotive | Auftragsfertiger für Xpeng, Mercedes |
| ams-Osram | 3,4 Mrd. Euro | Optoelektronik | Weltmarktführer Sensorlösungen |
| AVL List | 2,03 Mrd. Euro | Antriebstechnik | Weltweit größtes unabh. Forschungsunternehmen |
| AT&S | 1,59 Mrd. Euro | Mikroelektronik | Europas einziger IC-Substrat-Hersteller |
Die größten Arbeitgeber nach Mitarbeiterzahl
Nicht immer sind die umsatzstärksten Unternehmen auch die größten Arbeitgeber. In der Steiermark dominieren bei der Beschäftigtenzahl öffentliche und halböffentliche Einrichtungen. Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) ist mit rund 18.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der mit Abstand größte Arbeitgeber des Landes. Die KAGes betreibt die steirischen Landeskrankenhäuser einschließlich des Universitätsklinikums Graz.
Auf Platz 2 folgt Magna Steyr mit rund 7.000 Beschäftigten in der Steiermark. Das Land Steiermark selbst beschäftigt in der Landesverwaltung rund 8.000 Personen. Die Universität Graz kommt auf rund 4.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die TU Graz auf rund 3.500. Die Stadt Graz und die Holding Graz bringen es auf jeweils etwa 3.000 Beschäftigte.
Die Energie Steiermark zählt ebenfalls zu den Top-Arbeitgebern der Region und hat für den Zeitraum bis 2035 Investitionen von 5,5 Milliarden Euro angekündigt, darunter Windparks, Photovoltaik-Anlagen und Ladeinfrastruktur. Das schafft mittelfristig hunderte neue Arbeitsplätze in der Region.
Was steirische Top-Arbeitgeber auszeichnet
Steirische Leitbetriebe punkten im Wettbewerb um Fachkräfte zunehmend mit Faktoren jenseits des Gehalts. Das aktuelle Arbeitgeber-Ranking des Industriemagazins zeigt, dass Unternehmen mit starker Arbeitgebermarke, glaubwürdiger Kommunikation und hoher Mitarbeiterzufriedenheit im Ranking am besten abschneiden. Themen wie Innovationskraft, Teamkultur, soziale Verantwortung und regionale Vernetzung spielen eine immer größere Rolle.
Mehrere steirische Unternehmen setzen gezielt auf Nachwuchsförderung. Die Knill Gruppe aus Weiz - ein weltweit tätiges Hightech-Unternehmen mit 2.200 Beschäftigten und 313 Millionen Euro Umsatz - betont als Familienunternehmen in 12. Generation den Generationengedanken. Stölzle-Oberglas aus Köflach gewann den TRIGOS Nachhaltigkeitspreis für ein Prestige-Recycling-Glas-Projekt und zeigt, dass Nachhaltigkeit zunehmend zum Arbeitgeberargument wird.
Die Plattform karriere.at listet aktuell tausende offene Stellen in der Steiermark. Das trend/kununu-Ranking der 300 besten Arbeitgeber Österreichs basiert auf über 250.000 Mitarbeiterbewertungen und bietet eine gute Orientierung. Auch regionale Initiativen wie steiermarkjobs.com und die Berufsinformationsmessen (BBO) des Landes helfen bei der Jobsuche.
Hidden Champions: Steirische Unternehmen mit Weltgeltung
Neben den bekannten Großbetrieben beheimatet die Steiermark zahlreiche sogenannte Hidden Champions - Unternehmen, die in ihren Nischenmärkten Weltmarktführer sind, aber in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt. Die Wolfram Bergbau- und Hütten AG aus der Obersteiermark ist auf das strategisch wichtige Metall Wolfram spezialisiert und ein Schlüssellieferant für die Hightech-Industrie. Brigl und Bergmeister in Niklasdorf produziert mit 530 Beschäftigten jährlich rund 100 Milliarden nachhaltige Etiketten für die Getränke- und Lebensmittelindustrie weltweit.
Die Mayr-Melnhof Holz AG zählt zu den führenden europäischen Unternehmen im Bereich Schnittholz und Holzweiterverarbeitung und hat 130 Millionen Euro in die Brettsperrholz-Produktion investiert, wodurch zusätzlich 50 Arbeitsplätze entstanden. Diese Unternehmen zeigen: Die steirische Wirtschaft ist breiter aufgestellt als das Image der Automobil- und Technologieregion vermuten lässt.
Arbeitskultur und Benefits: Was steirische Arbeitgeber bieten
Neben dem Gehalt gewinnen Zusatzleistungen und Arbeitskultur an Bedeutung. Steirische Unternehmen setzen zunehmend auf flexible Arbeitsmodelle, Homeoffice-Regelungen und betriebliche Gesundheitsförderung. Die Energie Steiermark bietet ihren Beschäftigten beispielsweise umfassende Weiterbildungsprogramme und hat in den vergangenen Jahren stark in die Mitarbeiterzufriedenheit investiert. AVL List setzt auf internationale Projektteams und ermöglicht Auslandsaufenthalte an weltweiten Standorten.
Für Berufseinsteiger bieten die großen steirischen Arbeitgeber strukturierte Traineeprogramme, Mentoring und klare Karrierepfade. Kleinere Unternehmen punkten dagegen oft mit flacheren Hierarchien, schnellerer Verantwortungsübernahme und stärkerem regionalem Bezug. Die WKO Steiermark beobachtet zudem, dass Familienunternehmen wie die Knill Gruppe oder Mayr-Melnhof in Arbeitgeberbefragungen oft besonders gut bei Jobsicherheit und Betriebsklima abschneiden.
Auch die Hochschulen der Region spielen als Arbeitgeber eine wichtige Rolle. Die Universität Graz beschäftigt rund 4.700 Personen, die TU Graz rund 3.500. Neben klassischen Forschungs- und Lehrpositionen bieten beide Universitäten auch zahlreiche Stellen in Verwaltung, Technik und Projektmanagement. Die Nähe zur Wirtschaft sorgt dabei für einen ständigen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis, der Karrierewege in beide Richtungen öffnet.
Karrierechancen in der Steiermark: Branchen im Vergleich
Trotz der aktuell angespannten Gesamtlage am Arbeitsmarkt mit 49.396 Arbeitslosen im Jänner 2026 bieten mehrere Branchen weiterhin gute Perspektiven. Der Bereich der Personalleasingfirmen verzeichnet wieder steigende Nachfrage, wie das AMS Steiermark bestätigt. In der Pflege und im Gesundheitswesen wurden zuletzt deutlich mehr Stellen ausgeschrieben. Die Green-Jobs-Branche mit über 1.500 offenen Stellen in der Steiermark wächst ebenfalls.
Herausfordernd bleibt die Lage im Automotive-Sektor und im stationären Handel. In Graz stieg die Arbeitslosigkeit zuletzt um 7,1 Prozent und damit deutlich stärker als im steirischen Durchschnitt. Mit 23.348 arbeitslosen Menschen ist die Landeshauptstadt steirischer Spitzenreiter bei der absoluten Arbeitslosenzahl - allerdings auch die mit Abstand größte Stadt und der wirtschaftliche Motor der Region.
Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich der erneuerbaren Energien. Die Energie Steiermark hat allein 2024 rund 300 Millionen Euro investiert und plant bis 2035 Gesamtinvestitionen von 5,5 Milliarden Euro. Drei Windparks im Wert von 500 Millionen Euro, der PV-Park Dobl und der Ausbau der Ladeinfrastruktur auf über 2.000 Stationen schaffen in den kommenden Jahren hunderte Arbeitsplätze. Auch die Holz- und Forstwirtschaft mit Unternehmen wie Mayr-Melnhof oder Sappi bietet stabile Beschäftigung, ebenso die Pharma- und Biotechbranche mit Standorten von Fresenius Kabi und Roche in Graz und Umgebung.
Die genannten Umsatzzahlen stammen aus dem Industriemagazin-Ranking für das Geschäftsjahr 2024. Aufgrund der schwachen Konjunktur könnten sich die Werte für 2025 in einigen Branchen - insbesondere im Automotive-Bereich - verändert haben. Die Beschäftigtenzahlen basieren auf Unternehmensangaben und öffentlichen Quellen mit unterschiedlichen Erhebungszeitpunkten.
Die Steiermark hat sich als vielfältiger Wirtschaftsstandort etabliert, der von Weltkonzernen wie Andritz und Magna über innovative Mittelständler bis hin zu Hightech-Nischenplayern ein breites Spektrum an Karrieremöglichkeiten bietet. Für Jobsuchende empfiehlt es sich, nicht nur die großen Namen im Blick zu haben, sondern auch die zahlreichen Hidden Champions in der Obersteiermark, der Oststeiermark und der Südweststeiermark zu erkunden. Viele dieser Betriebe bieten überdurchschnittliche Arbeitsbedingungen, sind tief in der Region verwurzelt und suchen aktiv nach qualifizierten Fachkräften.